Selbstentladung

Was ist Selbstentladung?

Selbstentladung ist der schleichende Ladungsverlust einer Batterie ohne angeschlossenen Verbraucher. Jede Zellchemie verliert von allein Energie, nur unterschiedlich schnell. Moderne LiFePO4-Zellen kommen mit rund 2 bis 3 Prozent pro Monat aus, klassische NiMH-Akkus oder Nickel-Eisen-Akkus verlieren im gleichen Zeitraum ein Vielfaches davon.

Wie hoch ist die Selbstentladung eines Akkus?

Die Bandbreite zwischen den Zellchemien ist groß. Die folgenden Werte gelten für Raumtemperatur und einen gesunden Akku, sie verschieben sich je nach Temperatur, Alter und Ladezustand deutlich.

Zelltyp Selbstentladung pro Monat Einordnung
LiFePO4 etwa 2 bis 3 % Standard im Heimspeicher und in Powerstations
Lithium-Ionen (NMC) etwa 1 bis 4 % E-Auto, Werkzeugakku, Hochvolt-Speicher
Natrium-Ionen wenige Prozent junge Technik, ähnlich genügsam wie Lithium
AGM-Blei etwa 3 bis 5 % verbreitet als Bordbatterie
Nassblei / Starterbatterie etwa 5 bis 15 % verliert bei Standzeit spürbar
NiMH (klassisch) etwa 15 bis 20 % moderne LSD-Zellen liegen weit darunter
Nickel-Eisen 20 % und mehr extrem langlebig, aber sehr durstig im Stillstand

Wichtig für die Praxis: Lithium-Zellen sind bei der Selbstentladung die klare Empfehlung. Wer eine Powerstation oder einen Speicher monatelang stehen lässt, merkt den Unterschied zwischen 2 und 15 Prozent pro Monat sehr deutlich.

Was beeinflusst die Selbstentladung?

Selbstentladung oder Standby-Verbrauch?

Diese beiden Effekte werden ständig verwechselt, und die Unterscheidung lohnt sich. Selbstentladung passiert in der Zelle selbst und liegt bei Lithium im Bereich weniger Prozent pro Monat. Standby-Verbrauch entsteht durch die Elektronik drumherum: Steuerung, BMS und Batteriewechselrichter laufen rund um die Uhr mit. Sinken beim Heimspeicher über Nacht mehrere Prozent, ist praktisch immer die Elektronik der Grund, nicht die Chemie. Ein Batteriemonitor zeigt den Unterschied sauber an. Wie viel Energie insgesamt auf dem Weg durch den Speicher verloren geht, beschreibt der Wirkungsgrad.

So lagerst du Akku und Powerstation richtig

  1. Ladezustand vor dem Einlagern auf 50 bis 60 Prozent bringen
  2. Gerät kühl und trocken lagern, nicht in der Sommergarage
  3. Alle Verbraucher und den Hauptschalter am Gerät abschalten
  4. Ladestand alle 3 bis 6 Monate prüfen
  5. Bei unter 30 Prozent wieder auf rund 60 Prozent nachladen
  6. Nie leer einlagern, sonst droht Tiefentladung

Warum das beim Solarspeicher kaum stört

Im täglichen Zyklusbetrieb fällt die Selbstentladung nicht ins Gewicht, weil der Speicher ohnehin laufend ge- und entladen wird. Der Verlust betrifft immer nur die Energie, die längere Zeit ungenutzt in der Zelle liegt. Relevant wird das Thema bei Saisonpausen: die Powerstation im Winterquartier, der Speicher der Solaranlage am Gartenhaus oder die Bordbatterie im Wohnmobil verlieren über Monate spürbar Ladung. Wer dort auf Lithium setzt und mit halbem Ladestand einlagert, hat den Effekt weitgehend im Griff.

Fragen zur Selbstentladung


Wie hoch ist die Selbstentladung eines Akkus?

Die Selbstentladung liegt bei modernen Lithium-Zellen typisch bei 1 bis 4 Prozent pro Monat, bei LiFePO4 meist bei 2 bis 3 Prozent. Blei-Batterien verlieren je nach Bauart 3 bis 15 Prozent, klassische NiMH-Zellen noch mehr. Wärme und ein voller Ladezustand erhöhen die Rate zusätzlich.

Welcher Akku hat die geringste Selbstentladung?

Lithium-Zellen haben die geringste Selbstentladung, allen voran LiFePO4 mit grob 2 bis 3 Prozent pro Monat. Bei Rundzellen für Haushaltsgeräte sind LSD-NiMH-Akkus die sparsamste Wahl, sie halten ihre Ladung über ein Jahr weitgehend. Blei- und Nickel-Eisen-Akkus liegen deutlich darüber.

Warum verliert mein Speicher über Nacht Ladung?

Ein Heimspeicher verliert über Nacht fast immer durch Standby-Verbrauch von Steuerung, BMS und Wechselrichter, nicht durch Selbstentladung der Zellen. Eine Dauerlast von einigen Dutzend Watt summiert sich über eine Nacht sichtbar. Die eigentliche Selbstentladung der Zellen bewegt sich im Bereich weniger Prozent pro Monat.

Warum entlädt sich eine Autobatterie von selbst?

Eine Autobatterie entlädt sich aus zwei Gründen: die Bleizellen verlieren von allein 5 bis 15 Prozent pro Monat, und das Fahrzeug zieht im Ruhezustand weiter Strom für Alarmanlage, Steuergeräte und Funkschlüssel. Nach mehreren Wochen Standzeit reicht die Ladung deshalb oft nicht mehr zum Starten.

Was besagt die 40/80-Regel für Lithium-Batterien?

Die 40-80-Regel empfiehlt, den Ladezustand von Lithium-Akkus im Alltag zwischen etwa 40 und 80 Prozent zu halten. Vollladung und Tiefstand belasten die Zellen am stärksten, ein mittlerer Ladestand schont sie und bremst zugleich die Selbstentladung. Für die Einlagerung gilt derselbe Gedanke mit rund 50 bis 60 Prozent.

Wer den erzeugten Solarstrom nicht nur kurz zwischenparken, sondern über den Abend hinweg nutzen will, kommt an einem passend dimensionierten Speicher nicht vorbei. Wie viel Speicherkapazität sinnvoll ist und wie stark ein Balkonkraftwerk mit Akku deinen Eigenverbrauch hebt, klären die verlinkten Beiträge.

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