Natrium-Ionen-Akku
Was ist ein Natrium-Ionen-Akku?
Der Natrium-Ionen-Akku funktioniert wie ein Lithium-Akku - nur dass statt Lithium das überall verfügbare Natrium die Ladung trägt. Kochsalz statt kritischer Rohstoffe: Das macht die Technik potenziell deutlich günstiger und unabhängiger von Lieferketten, bei ähnlicher Funktionsweise.
Stärken der Natrium-Technik
- Rohstoffe: Natrium ist praktisch unbegrenzt verfügbar; die Zellen kommen ohne Lithium, Kobalt und teils ohne Kupfer aus
- Kälte: Natrium-Zellen arbeiten auch bei deutlichen Minusgraden zuverlässig - ein echter Vorteil gegenüber LiFePO4, das bei Frost nicht geladen werden darf
- Sicherheit: Thermisch gutmütig, teils komplett auf null Volt entladbar transportierbar
- Kostenpotenzial: Bei Massenfertigung sind niedrigere Zellpreise als bei Lithium möglich
Die Schwächen - Stand heute
Die Energiedichte liegt spürbar unter LiFePO4: Für dieselbe Kapazität braucht ein Natrium-Speicher mehr Platz und Gewicht. Zudem ist die Fertigung noch jung - die Zyklenfestigkeit erreicht die besten Lithium-Werte noch nicht durchgängig, und der theoretische Preisvorteil ist bei den kleinen Stückzahlen erst teilweise im Markt angekommen.
Bedeutung für Solarspeicher
Für stationäre Speicher ist Natrium der spannendste Herausforderer: Gewicht und Größe sind im Keller zweitrangig, Kältetauglichkeit und Rohstoffkosten zählen dagegen voll. Erste Heimspeicher und Balkonkraftwerk-Speicher mit Natrium-Zellen sind bereits am Markt, chinesische Zellhersteller skalieren die Produktion. Kurzfristig bleibt LiFePO4 der Standard - mittelfristig könnte Natrium vor allem im Einstiegssegment und bei Außenaufstellung punkten.