Notstrom: die Stromversorgung für den Ernstfall
Was versteht man unter Notstrom?
Notstrom ist die Stromversorgung, die einspringt, wenn das öffentliche Netz ausfällt. Sie hält die wichtigen Verbraucher am Leben - Kühlschrank, Heizung, Licht, Router und medizinische Geräte. Erzeugt wird sie heute auf drei Wegen: aus einem Batteriespeicher, einer mobilen Powerstation oder einem Stromaggregat.
Die drei Wege zur Notstromversorgung
| Lösung | Leistung | Laufzeit | Ideal für |
|---|---|---|---|
| Speicher mit Ersatzstrom | 3-10 kW | Stunden bis unbegrenzt (mit PV) | Haushalte mit Solaranlage - automatisch, leise, wartungsfrei |
| Powerstation | 0,5-3 kW | Stunden | Wohnung, Mieter, gezielte Geräte - sofort einsatzbereit |
| Notstromaggregat | 2-10 kW | solange Kraftstoff da ist | lange Ausfälle, hohe Dauerlast, Standorte ohne PV |
Die gute Nachricht: Für jeden Bedarf gibt es die passende Lösung - und viele kombinieren zwei davon. Wer eine PV-Anlage hat, bekommt Notstrom praktisch als Zugabe zum Speicher; wer maximale Ausdauer will, ergänzt ein Aggregat.
Wie viel Leistung brauchst du wirklich?
Nicht das ganze Haus muss weiterlaufen - es geht um die Geräte, die wirklich zählen. Eine typische Notstrom-Grundversorgung sieht so aus:
| Verbraucher | Leistung | Verbrauch pro Tag |
|---|---|---|
| Kühlschrank + Gefriertruhe | 150-300 W (getaktet) | 1,5-2,5 kWh |
| Heizungssteuerung + Pumpe | 50-150 W | 1-3 kWh |
| Licht (LED) + Router | 50-100 W | 0,5-1 kWh |
| Handy, Laptop, Radio | 50-150 W | 0,3-0,8 kWh |
| Grundversorgung gesamt | 300-600 W | ca. 3-7 kWh |
Daraus folgt die Faustregel: Für die Grundversorgung reichen 2 bis 3 kW Ausgangsleistung. Wer zusätzlich Herd, Wasserkocher oder Werkstatt betreiben will, plant 5 bis 8 kW ein. Ein 10-kWh-Speicher trägt die Grundversorgung damit rund anderthalb bis zwei Tage - und lädt bei Sonne über die PV-Anlage einfach nach.
Notstrom oder Ersatzstrom - was ist der Unterschied?
Beide Begriffe stehen für unterschiedliche Komfortstufen: Notstrom versorgt einzelne Geräte über eine spezielle Steckdose am Speicher. Ersatzstrom trennt das Haus automatisch vom Netz und versorgt die komplette Installation weiter - die Lampen flackern kurz, dann läuft alles wie gewohnt. Die Details erklärt der Glossar-Eintrag Notstrom & Ersatzstrom.
Der Weg zur eigenen Notstromversorgung
- Bedarf festlegen: Welche Geräte müssen laufen? Daraus ergibt sich die nötige Leistung
- Dauer abschätzen: Stunden oder Tage? Das entscheidet zwischen Powerstation, Speicher und Aggregat
- Umschaltung klären: Für die Hausversorgung braucht es einen Notstrom-Umschalter im Zählerschrank - Fachbetrieb einplanen
- Nachladen mitdenken: PV-Anlage macht den Speicher im Sommer praktisch unbegrenzt ausdauernd
- Testen: Ein Probelauf pro Jahr zeigt, ob im Ernstfall alles greift