Notstromaggregat: Auswahl, Größe und sicherer Betrieb
Ist es sinnvoll, sich ein Notstromaggregat zu kaufen?
Ein Notstromaggregat lohnt sich überall dort, wo Stromausfälle länger dauern können: im ländlichen Raum, auf dem Hof, in der Werkstatt oder als Rückfallebene für Heizung und Kühlgeräte. Der große Vorteil gegenüber jedem Akku: Solange Kraftstoff im Tank ist, läuft die Versorgung weiter.
Welche Leistung brauchst du?
| Leistungsklasse | Versorgt | Typischer Preis |
|---|---|---|
| 1-2 kW | Kühlschrank, Licht, Laden von Geräten | ca. 200-500 € |
| 3-5 kW | Grundversorgung Einfamilienhaus inkl. Heizung | ca. 500-1.500 € |
| 6-10 kW | zusätzlich Herd, Werkstatt, Pumpen | ca. 1.500-3.500 € |
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Dauer- und Spitzenleistung: Motoren in Pumpen, Kühlgeräten und Werkzeugen ziehen beim Anlaufen kurzzeitig ein Vielfaches. Als Faustregel plant man deshalb rund 30 Prozent Reserve über der berechneten Dauerlast ein - die passende Bedarfsrechnung steht im Notstrom-Ratgeber.
Benzin, Diesel oder Gas?
| Kraftstoff | Stärken | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| Benzin | günstig in der Anschaffung, leicht, überall verfügbar | Kraftstoff altert - Vorrat regelmäßig tauschen oder stabilisieren |
| Diesel | langlebig, sparsam, ideal für lange Laufzeiten | höherer Anschaffungspreis, lauter |
| Gas (LPG) | lagerfähig über Jahre, sauberer Betrieb | Flaschenhandling, etwas geringere Leistung |
Für den reinen Notfall-Einsatz mit gelegentlichem Probelauf ist Gas besonders praktisch, weil der Vorrat nicht altert. Wer regelmäßig und lange fährt, greift zu Diesel; für den kleinen Bedarf bleibt Benzin die günstigste Lösung.
Sicher anschließen: die zwei erlaubten Wege
- Direkter Anschluss: Verbraucher per Verlängerungskabel direkt am Aggregat betreiben - unkompliziert und sofort möglich
- Feste Einspeisung: Über einen Notstrom-Umschalter im Zählerschrank, installiert von einer Elektrofachkraft - so laufen die Hausstromkreise ganz normal weiter
Ebenfalls wichtig: Aggregate mit Verbrennungsmotor gehören ausschließlich ins Freie oder in gut belüftete Nebengebäude - nie in Keller, Garage oder Wohnraum.
Die leise Alternative: Speicher mit Ersatzstrom
Wer eine Solaranlage hat oder plant, bekommt Notstrom oft eleganter: Ein Batteriespeicher mit Ersatzstromfunktion schaltet bei Ausfall automatisch um, arbeitet lautlos ohne Abgase und lädt sich tagsüber per Sonne selbst nach - ganz ohne Kraftstoffvorrat. Für sehr lange Ausfälle im Winter ergänzen viele beides: Speicher für den Alltag, Aggregat als Reserve.
Vor der Kaufentscheidung lohnt eine ehrliche Bedarfsrechnung. Der Bunkerberater zeigt Schritt für Schritt, wie sich der Leistungsbedarf in Watt und Wattstunden berechnen lässt, inklusive der oft unterschätzten Anlaufströme.