Off-Grid (deutsch: netzunabhängig, wörtlich "abseits des Stromnetzes") bezeichnet eine Stromversorgung, die komplett ohne Anschluss an das öffentliche Netz auskommt. Eine Off-Grid-Anlage erzeugt ihren Strom selbst - meist mit Photovoltaik - und speichert ihn in Batterien, damit er auch nachts und an trüben Tagen zur Verfügung steht.
On-Grid, Off-Grid, Hybrid: der Unterschied
Betriebsart
Netzanschluss
Typischer Einsatz
On-Grid (netzgekoppelt)
ja, Überschuss wird eingespeist
klassische Dachanlage am Wohnhaus
Off-Grid (Inselanlage)
nein, vollständig autark
Wohnmobil, Gartenhaus, Berghütte, autarkes Haus
Hybrid
ja, aber möglichst ungenutzt
Haus mit großem Speicher und Notstromfunktion, oft mit Nulleinspeisung
Aus welchen Komponenten besteht eine Off-Grid-Anlage?
Solarmodule: erzeugen den Strom - dimensioniert für den dunkelsten Nutzungsmonat, nicht für den Sommer
Laderegler: schützt die Batterie vor Überladung und Tiefentladung (MPPT-Regler holen dabei mehr Ertrag aus den Modulen als günstige PWM-Regler)
Batteriespeicher: das Herzstück - heute meist LiFePO4, in der Szene wegen der extremen Langlebigkeit auch wieder Nickel-Eisen-Akkus
Inselwechselrichter: macht aus dem Batteriestrom 230-Volt-Wechselstrom und baut ein eigenes kleines Stromnetz auf
Wichtigster Planungs-Unterschied zur netzgekoppelten Anlage: Es gibt kein Netz als Backup. Die Anlage muss auch eine dunkle Novemberwoche überbrücken - deshalb sind Off-Grid-Speicher im Verhältnis zur Modulleistung deutlich größer dimensioniert.
Wo lohnt sich Off-Grid?
Überall dort, wo kein Netzanschluss liegt oder er unverhältnismäßig teuer wäre:
Wohnmobil und Camping: das größte Off-Grid-Segment - vom Solarpanel auf dem Dach bis zur tragbaren Powerstation
Gartenhaus und Schrebergarten: Licht, Kühlschrank und Werkzeug ohne Erdkabel vom Haus
Tiny House und Berghütte: komplette Versorgung als Inselanlage mit Speicher
Autarkes Haus: die Königsdisziplin - technisch machbar, wirtschaftlich aber meist erst sinnvoll, wenn der Netzanschluss fünfstellig kosten würde
Die Off-Grid-Ratgeber im Überblick
Für jeden Einsatzbereich gibt es hier einen eigenen Ratgeber mit konkreten Dimensionierungs-Beispielen:
Off-Grid heißt wörtlich übersetzt "abseits des Netzes". Gemeint ist eine Strom- oder Wasserversorgung, die unabhängig von öffentlichen Netzen funktioniert. Im Solar-Kontext ist Off-Grid gleichbedeutend mit Inselanlage.
Was bedeutet Off-Grid leben?
Off-Grid leben heißt, dauerhaft ohne öffentliche Versorgungsnetze auszukommen - eigener Strom aus Photovoltaik mit Speicher, oft ergänzt um eigene Wasserversorgung und Heizung. Die Bandbreite reicht vom autarken Wochenendhaus bis zum komplett netzunabhängigen Wohnhaus.
Was bedeutet Off-Grid beim Wandern oder Camping?
Unterwegs meint Off-Grid schlicht: keine Steckdose in Reichweite. Strom kommt dann aus Powerbanks, faltbaren Solarpanels oder Powerstations - kleinen Inselanlagen im Rucksackformat.
Ist eine Off-Grid-Anlage in Deutschland erlaubt?
Ja, eine Off-Grid-Anlage ist in Deutschland erlaubt: Eine echte Inselanlage ohne jede Netzverbindung ist zulässig und muss nicht beim Netzbetreiber angemeldet werden. Wer dagegen ein bestehendes Hausnetz mit Netzanschluss versorgt, bewegt sich im Hybrid-Bereich - dann gelten die üblichen Melde- und Anschlussregeln.
Ist Off-Grid das Gleiche wie autark?
Nicht ganz: Off-Grid beschreibt den Netzanschluss: Es gibt keinen - eine Ja-Nein-Frage. Autarkie beschreibt dagegen einen Grad der Selbstversorgung: Ein Haus mit Netzanschluss und großem Speicher kann zu 80 Prozent autark sein, ist aber nicht Off-Grid. Jede Off-Grid-Anlage ist zwangsläufig zu 100 Prozent autark - umgekehrt gilt das nicht.