Nulleinspeisung
Was ist Nulleinspeisung?
Nulleinspeisung bedeutet, dass eine Photovoltaikanlage keinen Strom ins öffentliche Netz einspeist: Ein Energiemanagement drosselt den Wechselrichter laufend so, dass die Erzeugung nie über dem aktuellen Eigenverbrauch liegt. Am Netzanschlusspunkt fließt dadurch rechnerisch null Watt Richtung Netz. Der gesamte Sonnenstrom bleibt im Haus, wird sofort verbraucht oder in einem Batteriespeicher zwischengelagert.
Wie funktioniert Nulleinspeisung?
Nulleinspeisung ist ein Regelkreis aus Messen, Melden und Drosseln, der im Sekundentakt durchläuft:
- Ein Zähler am Hausanschluss misst den aktuellen Bezug und Überschuss.
- Der Messwert geht per WLAN oder Kabel an die Steuerung.
- Die Steuerung vergleicht Erzeugung und Verbrauch im Haus.
- Überschuss lädt zuerst den Batteriespeicher.
- Ist der Speicher voll, regelt der Wechselrichter die Leistung herunter.
- Am Netzanschluss bleibt die eingespeiste Leistung damit bei null.
Je schneller dieser Kreis reagiert, desto sauberer sitzt die Null. Kurze Ausschläge von wenigen Sekunden lassen sich nie ganz vermeiden, etwa wenn ein großer Verbraucher abschaltet. Ein Energiemanagementsystem mit kurzer Regelzeit hält diese Spitzen klein.
Was brauchst du für eine Nulleinspeisung?
Vier Bausteine reichen aus, und in modernen Komplettsets stecken sie oft schon zusammen in einem Gerät:
| Baustein | Aufgabe | Worauf du achten solltest |
|---|---|---|
| Messgerät am Hausanschluss | Erfasst Bezug und Überschuss in Echtzeit | Smart Meter oder Energiezähler mit Datenschnittstelle, phasengenaue Messung |
| Steuerung | Rechnet den Sollwert aus und gibt ihn weiter | App-Steuerung des Herstellers oder eine offene Lösung wie Shelly am Balkonkraftwerk |
| Regelbarer Wechselrichter | Fährt die Ausgangsleistung dynamisch herunter | Muss eine Leistungsbegrenzung per Fernbefehl unterstützen |
| Batteriespeicher | Nimmt den Überschuss auf, statt ihn abzuregeln | Speicherkapazität passend zum Abendverbrauch wählen |
Warum entscheiden sich Betreiber für Nulleinspeisung?
- Weniger Bürokratie: Wer nicht einspeist, braucht keinen Einspeisevertrag und keine Vergütungsabrechnung mit dem Netzbetreiber.
- Alte oder gedrosselte Anschlüsse: Bei manchen Netzanschlüssen ist Einspeisung technisch oder vertraglich nicht gewünscht.
- Wert des Stroms: Die Einspeisevergütung sinkt seit Jahren, während der Bezugspreis hoch bleibt. Selbst genutzter Sonnenstrom ist deshalb meist deutlich mehr wert als eingespeister.
- Höherer Autarkiegrad: Jede Kilowattstunde bleibt im Haus und hebt den Autarkiegrad.
Technisch bleibt die Anlage dabei am Netz: Nulleinspeisung ist Netzparallelbetrieb ohne Stromfluss nach draußen, kein Inselbetrieb. Wer stattdessen einen Teil des Ertrags vergütet bekommen möchte, findet die Alternativen unter Voll- und Überschusseinspeisung.
Nulleinspeisung und Speicher: das perfekte Paar
Ohne Speicher kann eine Nulleinspeisungs-Anlage nur so viel liefern, wie im selben Moment im Haus gebraucht wird. Alles darüber wird abgeregelt. Ein Batteriespeicher fängt genau diesen Überschuss auf und schiebt ihn in den Abend, wenn Herd, Fernseher und Licht laufen. Aus einer gedrosselten Anlage wird so eine, die den ganzen Tag arbeitet.
Besonders deutlich zeigt sich das beim Balkonkraftwerk: Ein Set mit Speicher und Nulleinspeisungs-Funktion lädt mittags die Batterie und gibt abends genau die Grundlast ab, die der Haushalt gerade zieht. Bei größeren Dachanlagen lohnt oft die Kombination aus Speicher für den Eigenverbrauch und Überschusseinspeisung für den Rest, weil die Erzeugung dort typischerweise deutlich über dem Tagesbedarf liegt.
Fragen zur Nulleinspeisung
Ist Nulleinspeisung erlaubt?
Ist Nulleinspeisung meldepflichtig?
Was brauche ich für eine Nulleinspeisung?
Was passiert mit überschüssigem Strom bei Nulleinspeisung?
Wo bleibt der Strom bei Nulleinspeisung?
Einordnung, keine Rechtsberatung. Wie eine Nulleinspeisung angemeldet und nachgewiesen werden muss, hängt vom Netzbetreiber und von der Größe der Anlage ab, und die Vorgaben ändern sich laufend. Verbindlich sind allein die Auskunft deines Netzbetreibers und die Vorgaben der Bundesnetzagentur, Arbeiten am Zählerschrank gehören in die Hand einer Elektrofachkraft. Für Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr.