Eigenverbrauch
Was ist Eigenverbrauch bei Photovoltaik?
Der Eigenverbrauch bezeichnet den Anteil des selbst erzeugten Solarstroms, den ein Haushalt oder Betrieb direkt vor Ort nutzt oder über einen Speicher zwischenspeichert, statt ihn ins öffentliche Netz einzuspeisen. Je höher dieser Anteil ausfällt, desto weniger teurer Netzstrom muss zugekauft werden - gemessen wird er als Eigenverbrauchsquote in Prozent.
Eigenverbrauch und Eigenverbrauchsquote: zwei verschiedene Größen
Die beiden Begriffe werden oft synonym benutzt, meinen aber nicht dasselbe: Eigenverbrauch ist die tatsächlich selbst genutzte Strommenge in Kilowattstunden. Die Eigenverbrauchsquote setzt diese Menge ins Verhältnis zur gesamten PV-Erzeugung und drückt sie als Prozentwert aus. Wer von einem "hohen Eigenverbrauch" spricht, meint in der Regel die Quote.
Eigenverbrauchsquote berechnen: die Formel
Die Rechnung dahinter ist einfach:
Eigenverbrauchsquote = selbst genutzter Solarstrom ÷ gesamte PV-Erzeugung × 100
Ein Beispiel: Eine Anlage erzeugt im Jahr 6.000 kWh. Davon werden 2.400 kWh direkt oder über den Speicher selbst genutzt, der Rest fließt ins Netz. Die Eigenverbrauchsquote: 2.400 ÷ 6.000 × 100 = 40 Prozent. Ablesen lassen sich die Werte am Monitoring des Wechselrichters oder am Zweirichtungszähler.
Wie hoch ist ein guter Eigenverbrauch?
| Ausstattung | Typische Eigenverbrauchsquote |
|---|---|
| PV-Anlage ohne Speicher | 25 bis 35 % |
| PV-Anlage mit passend dimensioniertem Speicher | 55 bis 70 % |
| Kleine Anlage im Verhältnis zum Verbrauch | bis 80 % und mehr |
Kleine Anlagen erreichen oft von sich aus eine hohe Quote, weil kaum Überschuss anfällt, der eingespeist werden könnte. Große Anlagen produzieren mehr, als tagsüber verbraucht wird - hier macht ein Speicher den größten Unterschied.
Eigenverbrauch vs. Autarkiegrad: wo liegt der Unterschied?
Beide Kennzahlen hängen zusammen, blicken aber in unterschiedliche Richtungen: Die Eigenverbrauchsquote misst, wie viel der erzeugten Energie selbst genutzt wird. Der Autarkiegrad misst dagegen, wie viel des Verbrauchs aus eigener Erzeugung gedeckt wird. Eine kleine Anlage kann eine hohe Eigenverbrauchsquote und trotzdem einen niedrigen Autarkiegrad haben - und umgekehrt.
Wie lässt sich der Eigenverbrauch erhöhen?
- Speicher passend zum Jahresverbrauch dimensionieren, statt ihn möglichst groß zu wählen
- Waschmaschine, Spülmaschine und Trockner in die Mittagsstunden verlegen
- Wärmepumpe oder Warmwasserboiler gezielt tagsüber laufen lassen
- E-Auto per Überschussladen an der Wallbox laden
- Ein Energiemanagementsystem einsetzen, das Verbraucher automatisch nach Solarertrag steuert
- Große Verbraucher per Zeitschaltuhr an sonnenreiche Stunden koppeln
Muss Eigenverbrauch versteuert werden?
Für private Photovoltaikanlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden ist der Eigenverbrauch nach aktueller Rechtslage in der Regel von Einkommensteuer und Umsatzsteuer befreit. Bei größeren Anlagen, gewerblicher Nutzung oder Sonderfällen können abweichende Regeln gelten.
Einordnung statt Steuerberatung: Steuerliche Grenzen, Ausnahmen und aktuelle Gesetzesänderungen sollten immer mit dem Finanzamt oder einem Steuerberater abgeklärt werden - dieser Beitrag ersetzt keine steuerliche Beratung.
Fragen zum Eigenverbrauch
Was versteht man unter Eigenverbrauch?
Was ist ein guter Eigenverbrauch?
Wie wird der Eigenverbrauch berechnet?
Ist Eigenverbrauch steuerfrei?
Ob mit kompaktem Balkonkraftwerk oder großer Dachanlage: Wer den Eigenverbrauch spürbar steigern will, kommt am Solarspeicher als zentralem Baustein kaum vorbei. Auch ein Balkonkraftwerk lässt sich mit kleinem Speicher auf mehr Eigenverbrauch trimmen.