Einspeisevergütung

Was ist die Einspeisevergütung?

Die Einspeisevergütung ist der gesetzlich festgelegte Betrag, den Betreiber einer Photovoltaikanlage für jede ins öffentliche Netz eingespeiste Kilowattstunde erhalten. Geregelt ist sie im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG): Der bei Inbetriebnahme geltende Satz wird für 20 Jahre festgeschrieben und vom Netzbetreiber ausgezahlt, sinkt für neue Anlagen aber laufend weiter ab.

Das Prinzip: Garantie mit sinkender Tendenz

Das EEG garantiert die Abnahme des Solarstroms und eine feste Vergütung pro Kilowattstunde. Die Höhe hängt von Anlagengröße und Einspeiseart ab: Wer nur den Überschuss einspeist (Teileinspeisung), bekommt weniger pro Kilowattstunde als eine Volleinspeise-Anlage - dafür spart er mit jeder selbst verbrauchten Kilowattstunde den vollen Strompreis.

Entscheidend ist der Trend: Die Sätze sinken für Neuanlagen planmäßig in regelmäßigen Schritten immer weiter ab. Jede neue Anlagengeneration bekommt also etwas weniger als die vorherige - und die Vergütung liegt längst nur noch bei einem Bruchteil des Preises, den du für Netzstrom bezahlst.

Warum die sinkende Vergütung den Speicher immer wertvoller macht

Die Rechnung ist einfach: Eine eingespeiste Kilowattstunde bringt ein paar Cent - eine selbst verbrauchte Kilowattstunde spart den vollen Haushaltsstrompreis, also ein Vielfaches davon. Je weiter die Einspeisevergütung sinkt, desto größer wird diese Schere. Ein Solarspeicher verschiebt den Mittagsüberschuss in den Abend und macht aus schwach vergüteter Einspeisung wertvollen Eigenverbrauch. Genau deshalb gehört bei Neuanlagen der Speicher heute praktisch zum Standard, und immer mehr Betreiber älterer Anlagen rüsten nach - bis hin zur bewussten Nulleinspeisung.

Volleinspeisung, Überschuss oder Nulleinspeisung: die drei Wege im Vergleich

Modell Was mit dem Solarstrom passiert Passt zu Rolle des Speichers
Volleinspeisung Der komplette Ertrag geht ins Netz, der Haushaltsstrom wird weiter zugekauft großen Dächern mit sehr kleinem Eigenverbrauch, etwa Scheunen oder vermieteten Objekten keine
Überschusseinspeisung Eigenverbrauch zuerst, nur der Rest wandert ins Netz dem Normalfall im Ein- und Zweifamilienhaus zentral, weil er den Mittagsüberschuss in den Abend verschiebt
Nulleinspeisung Nichts geht ins Netz, die Erzeugung wird bei vollem Speicher abgeregelt Anlagen ohne Vergütungsanspruch und bewusst netzfernen Setups Voraussetzung

Volleinspeisung wird pro Kilowattstunde etwas höher vergütet und kann sich für große Dächer mit sehr kleinem Eigenverbrauch rechnen. Für den normalen Haushalt gilt aber fast immer: Eigenverbrauch schlägt Einspeisung, und der Speicher hebt den Autarkiegrad genau dorthin, wo die Rechnung aufgeht.

Was passiert nach 20 Jahren Einspeisevergütung?

Nach 20 Jahren endet die garantierte Einspeisevergütung, die Anlage darf aber weiterlaufen und liefert weiter Strom. Für den eingespeisten Überschuss gibt es dann meist nur noch eine deutlich geringere Vergütung. Wirtschaftlich interessant bleibt vor allem der Eigenverbrauch, den ein Speicher spürbar erhöht.

Module altern langsam und bringen nach zwei Jahrzehnten oft noch einen Großteil ihrer ursprünglichen Leistung. Eine Anlage stillzulegen, nur weil die Förderung ausläuft, wäre in den meisten Fällen die teuerste Variante. Sinnvoller ist der Umbau vom Einspeise- zum Eigenverbrauchsbetrieb:

  1. Anschlussregelung beim Netzbetreiber erfragen, die Konditionen ändern sich mit der Gesetzeslage
  2. Eigenverbrauch zur Hauptsache machen und dafür einen Speicher nachrüsten
  3. Verbrauch in die Sonnenstunden legen, etwa über einen dynamischen Stromtarif und smarte Steuerung
  4. Wechselrichter prüfen lassen, er ist das häufigste Verschleißteil der Anlage
  5. Direktvermarktung prüfen, sie lohnt sich meist erst ab größeren Anlagen
  6. Bei fehlendem Vergütungsanspruch auf Nulleinspeisung umstellen

Fragen zur Einspeisevergütung


Wie lange gibt es die Einspeisevergütung noch?

Die Einspeisevergütung ist für Bestandsanlagen ab Inbetriebnahme 20 Jahre garantiert. Für Neuanlagen wird die Vergütung planmäßig immer weiter abgesenkt, und die künftige Ausgestaltung wird politisch laufend diskutiert - verlassen sollte man sich beim Neubau vor allem auf den Eigenverbrauch, nicht auf die Vergütung.

Lohnt sich Solarstrom vom eigenen Dach überhaupt noch?

Ja, Solarstrom vom eigenen Dach lohnt sich weiterhin - die Wirtschaftlichkeit kommt heute aber aus dem Eigenverbrauch, nicht aus der Einspeisung. Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart den vollen Strompreis. Mit einem passend dimensionierten Speicher steigt der Eigenverbrauchsanteil typischerweise auf 60 bis 80 Prozent.

Warum heißt es, Solar lohne sich bald nicht mehr?

Gemeint ist meist die sinkende Einspeisevergütung und die Debatte um künftige EEG-Reformen. Das trifft Anlagen, die vor allem einspeisen. Wer seinen Strom selbst verbraucht - idealerweise mit Speicher - ist von sinkenden Vergütungssätzen weitgehend unabhängig.

Wann bekommt man keine Einspeisevergütung?

Keine Einspeisevergütung fließt vor allem dann, wenn die Anlage nicht ordnungsgemäß angemeldet ist oder bewusst ganz ohne Einspeisung betrieben wird. Dazu kommen einzelne Zeitfenster mit negativen Börsenpreisen, in denen neuere Anlagen nach dem Solarspitzengesetz leer ausgehen können. Was im Einzelfall gilt, sagt dir dein Netzbetreiber.

Einordnung, keine Rechtsberatung. Die Vergütungssätze und die Regeln dahinter ändern sich laufend, und was für deine Anlage gilt, hängt vor allem am Datum der Inbetriebnahme. Verbindlich ist allein die Auskunft deines Netzbetreibers. Für Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr.

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