Wechselrichter

Was ist ein Wechselrichter?

Der Wechselrichter ist das Bindeglied jeder Photovoltaikanlage: Er wandelt den Gleichstrom (DC) der Solarmodule in den Wechselstrom (AC) um, den Haushalt und Stromnetz nutzen. Ohne ihn ist Solarstrom nicht verwendbar - und seine Qualität entscheidet mit über den Ertrag der gesamten Anlage.

Was der Wechselrichter alles leistet

Die Bauformen im Vergleich

Bauform Wo sie sitzt Passt zu Speicher
String-Wechselrichter zentral, meist im Keller oder in der Garage der klassischen Dachanlage mit gleichmäßig ausgerichteten Modulreihen nur über ein zweites Gerät
Hybrid-Wechselrichter zentral, mit direktem Batterieanschluss Neuanlagen, die von vornherein mit Speicher geplant werden eingebaut, es wird nur einmal gewandelt
Mikrowechselrichter direkt hinter dem einzelnen Modul Balkonkraftwerken und verschatteten oder verwinkelten Dächern über einen separaten Speicher
Batteriewechselrichter am Speicher, parallel zur bestehenden Anlage der Nachrüstung, wenn die PV-Anlage schon läuft Kern des AC-gekoppelten Systems

Für Neuanlagen mit Speicher ist der Hybrid-Wechselrichter meist die effizienteste Lösung, weil der Solarstrom nur einmal von Gleich- auf Wechselstrom gewandelt wird. Wer nachrüstet, kommt mit einem Batteriewechselrichter aus und lässt die vorhandene Anlage unangetastet.

Dimensionierung: kleiner als die Module - mit Absicht

Wechselrichter werden bewusst etwas kleiner ausgelegt als die Modul-Peak-Leistung (üblich sind Faktoren um 0,8 bis 1,0), denn die Module erreichen ihr Maximum nur selten. Beim Balkonkraftwerk ist die Grenze fix: Der Wechselrichter regelt die Einspeisung auf maximal 800 Watt, egal wie viel Modulleistung dranhängt.

In fünf Schritten zum passenden Wechselrichter

  1. Anlagengröße in kWp festlegen, sie bestimmt die Leistungsklasse
  2. Entscheiden, ob jetzt oder später ein Speicher dazukommt, das trennt Hybrid von String
  3. Verschattung und Dachausrichtung prüfen, viele Teilflächen sprechen für Mikrowechselrichter
  4. Auf Netzkonformität nach VDE-AR-N 4105 achten, sonst gibt es keine Anschlusszusage
  5. Klären, ob das Gerät bei Stromausfall weiterlaufen soll, das können nur notstromfähige Modelle

Fragen zum Wechselrichter


Was genau macht ein Wechselrichter?

Ein Wechselrichter wandelt den Gleichstrom der Module in netzkonformen Wechselstrom, betreibt die Module im optimalen Arbeitspunkt, überwacht Netz und Anlage und liefert die Ertragsdaten für die App.

Wie viel kW sollte ein Wechselrichter haben?

Als Richtwert etwa 80 bis 100 Prozent der Modulleistung in kWp - eine 10-kWp-Anlage fährt typisch mit 8 bis 10 kW Wechselrichterleistung gut. Die genaue Auslegung macht der Fachbetrieb anhand von Ausrichtung und Verschattung.

Kann man eine PV-Anlage ohne Wechselrichter betreiben?

Eine PV-Anlage ohne Wechselrichter funktioniert nur in reinen Gleichstrom-Systemen, etwa einer 12-Volt-Wohnmobil-Anlage mit Laderegler und DC-Verbrauchern. Sobald 230-Volt-Geräte oder das Hausnetz versorgt werden sollen, führt am Wechselrichter kein Weg vorbei.

Welche Nachteile hat ein Wechselrichter?

Ein Wechselrichter kostet ein bis zwei Prozent Wandlungsverlust, ist ein Verschleißteil mit typischer Lebensdauer von 10 bis 15 Jahren (Garantieverlängerungen möglich) und summt leise - deshalb besser in Keller oder Garage als neben dem Schlafzimmer montieren.

Ist ein Hybrid-Wechselrichter notstromfähig?

Ein Hybrid-Wechselrichter ist nur dann notstromfähig, wenn der Hersteller diese Funktion ausdrücklich vorsieht und ein passender Umschaltpunkt installiert ist. Viele aktuelle Geräte bringen sie mit und versorgen bei Stromausfall ausgewählte Stromkreise weiter aus dem Speicher. Details dazu stehen im Ratgeber Notstrom.

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