Mikrowechselrichter

Was ist ein Mikrowechselrichter?

Ein Mikrowechselrichter ist ein kleiner Wechselrichter, der direkt an einem oder zwei Solarmodulen sitzt und deren Gleichstrom in netzüblichen Wechselstrom umwandelt. Statt eines zentralen Geräts für die ganze Anlage arbeitet jedes Modul mit eigenem Wandler, und genau das ist heute der Standard bei Balkonkraftwerken und kleinen Solaranlagen.

So funktioniert das Prinzip

Der Mikrowechselrichter hängt an der Modulrückseite oder an der Halterung, wandelt den Strom direkt vor Ort und speist ihn über die Steckdose oder eine feste Leitung ins Hausnetz. Jeder Eingang hat ein eigenes MPP-Tracking, das den optimalen Arbeitspunkt des angeschlossenen Solarmoduls laufend nachregelt. Beim Balkonkraftwerk begrenzt das Gerät die Einspeiseleistung auf die zulässige Grenze von 800 Watt, während die Module in Summe mehr Leistung haben dürfen. Entscheidend für die Einspeisung ist also die Leistung des Wechselrichters, nicht die der Module.

Mikrowechselrichter oder String-Wechselrichter?

Beide Bauarten machen dasselbe, sie tun es nur an unterschiedlicher Stelle. Der Mikrowechselrichter wandelt am Modul, der String-Wechselrichter sammelt mehrere Module ein und wandelt zentral. Daraus ergeben sich die typischen Unterschiede:

Kriterium Mikrowechselrichter String-Wechselrichter
Einbauort am Modul, im Freien innen, meist Keller oder Hauswirtschaftsraum
Verschattung jedes Modul regelt für sich das schwächste Modul bremst den Strang
Kosten je Watt meist höher meist günstiger
Erweiterung Modul samt Gerät ergänzen Auslegung des Strangs beachten
Speicheranbindung über die Wechselstromseite direkt am Gleichstrom oder per Hybridgerät
Typischer Einsatz Balkonkraftwerk, Kleinanlage Dachanlage ab einigen Kilowatt

Soll der Speicher direkt an der Gleichstromseite hängen, führt der Weg zum Hybrid-Wechselrichter. Die Grundlagen zur Wandlung stehen im Beitrag zum Wechselrichter.

Vorteile gegenüber dem String-Wechselrichter

Wie schließt man einen Mikrowechselrichter an?

  1. Gerät regenfest und schattig an Halterung oder Modulrahmen befestigen
  2. Module über die MC4-Stecker polrichtig auf die Eingänge stecken
  3. Wechselstromleitung anschließen, bei fester Verkabelung über eine Elektrofachkraft
  4. Anlage beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister anmelden
  5. Stecker in die Einspeisesteckdose, danach läuft die Einspeisung an
  6. Ertrag in der Hersteller-App oder per OpenDTU gegenprüfen

Nachteile und Grenzen

Pro Watt Leistung sind Mikrowechselrichter meist teurer als ein zentraler String-Wechselrichter, weshalb große Dachanlagen fast immer zentral gebaut werden. Außerdem sitzt die Elektronik draußen am Modul, bei einem Defekt nach vielen Jahren muss man also an die Halterung heran. Für Balkonkraftwerke und Kleinanlagen überwiegen die Vorteile deutlich, und viele aktuelle Balkonkraftwerk-Speicher haben den Mikrowechselrichter gleich integriert.

Mikrowechselrichter und Speicher kombinieren

Weil der Mikrowechselrichter fertigen Wechselstrom liefert, wird der Speicher auf der Wechselstromseite eingebunden. Das ist das Prinzip des AC-gekoppelten Speichers: Überschuss geht in die Batterie statt ins Netz, abends kommt er zurück. Wer zusätzlich messen und steuern will, koppelt einen Shelly am Balkonkraftwerk dazu und fährt in Richtung Nulleinspeisung. So wandert der selbst erzeugte Strom in den eigenen Verbrauch, statt unvergütet abzufließen.

Fragen zum Mikrowechselrichter


Was ist besser, Wechselrichter oder Mikrowechselrichter?

Ob ein zentraler Wechselrichter oder ein Mikrowechselrichter besser passt, hängt vor allem an der Anlagengröße. Balkonkraftwerke und Kleinanlagen fahren mit Mikrowechselrichtern besser, weil sie einfach zu montieren, verschattungstolerant und jederzeit erweiterbar sind. Große Dachanlagen nutzen zentrale String- oder Hybrid-Wechselrichter, weil das pro Kilowatt meist günstiger ist und der Speicher direkt angebunden werden kann.

Was sind die Nachteile von Mikrowechselrichtern?

Mikrowechselrichter kosten pro Watt meist mehr als ein zentrales Gerät, sitzen als Elektronik dauerhaft im Freien und ergeben bei vielen Modulen entsprechend viele Einzelgeräte. Für kleine Anlagen fallen diese Punkte kaum ins Gewicht, weil dort ohnehin nur ein oder zwei Geräte verbaut sind.

Wie schließt man einen Mikrowechselrichter an?

Ein Mikrowechselrichter wird am Modulrahmen oder an der Halterung befestigt, dann kommen die Module über die MC4-Stecker an die Gleichstromeingänge und die Wechselstromleitung ins Hausnetz. Danach folgt die Anmeldung beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister. Feste Anschlüsse und Arbeiten am Zählerschrank gehören in die Hand einer Elektrofachkraft.

Brauche ich für ein Balkonkraftwerk zwingend einen Mikrowechselrichter?

Ein Balkonkraftwerk braucht praktisch immer einen Mikrowechselrichter, denn er ist das Herzstück jedes Steckersolargeräts und sorgt für die Begrenzung der Einspeiseleistung. In Komplettsets und Speicher-Systemen ist das Gerät bereits enthalten oder fest integriert.

Einordnung, keine Rechtsberatung. Die Vorgaben für Anschluss, Steckertyp und Anmeldung eines Steckersolargeräts unterscheiden sich je nach Netzbetreiber und Bundesland und ändern sich immer wieder. Verbindlich sind allein die Auskunft deines Netzbetreibers und die Beurteilung durch eine Elektrofachkraft. Für Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr.

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