Stringwechselrichter

Was ist ein Stringwechselrichter?

Ein Stringwechselrichter ist der klassische zentrale Wechselrichter einer Dachanlage: Die Solarmodule werden in Reihen ("Strings") zusammengeschaltet und liefern ihren Gleichstrom gebündelt an ein einziges Gerät, das ihn in netzkonformen Wechselstrom für Haus und Netz umwandelt. Für unverschattete Dächer ist das bis heute die günstigste und bewährteste Architektur.

Was ist ein String in einem Wechselrichter?

In einem String addieren sich die Spannungen der Module, und genau davon lebt das Konzept: Der Wechselrichter arbeitet mit hoher Gleichspannung besonders effizient, die Verkabelung bleibt dünn und die Verluste auf dem Weg vom Dach in den Keller klein. Der Preis dafür ist die Reihenschaltung. Die Module eines Strings hängen aneinander wie Glieder einer Kette, und der schwächste bestimmt mit, was hinten ankommt.

Wirft der Schornstein ab dem Nachmittag einen Schatten, drückt das nicht nur das betroffene Modul, sondern den ganzen String. Wie stark, hängt an der Gegenwehr: Bypass-Dioden im Modul überbrücken verschattete Zellgruppen, mehrere MPP-Tracker trennen Dachflächen voneinander, Leistungsoptimierer holen jedes Modul einzeln ans Optimum. Wo die Verschattung über den Tag wandert und viele Module trifft, sind Mikrowechselrichter die konsequentere Antwort.

So wird ein Stringwechselrichter ausgelegt

  1. Dachflächen einzeln erfassen: Ausrichtung, Neigung und Schattenwurf je Fläche.
  2. Modulzahl je String so wählen, dass die Leerlaufspannung auch an kalten Tagen im Fenster bleibt.
  3. Jede Dachrichtung auf einen eigenen MPP-Tracker legen, nicht zusammen auf einen.
  4. Wechselrichterleistung etwas unter der Modulleistung ansetzen, typisch grob zehn bis zwanzig Prozent.
  5. Anschluss festlegen: kleine Anlagen einphasig, größere als Drehstrom über drei Phasen.
  6. Speicherfrage vorziehen, denn ein Hybridgerät spart später den zweiten Wechselrichter.

Für den Netzanschluss selbst zählt die Konformität nach VDE-AR-N 4105: Der Wechselrichter muss sich bei Netzstörungen definiert verhalten und darf sich nicht selbst ins tote Netz einspeisen. Jedes marktübliche Gerät bringt das mit, den Nachweis führt der Fachbetrieb bei der Anmeldung.

Stringwechselrichter, Mikrowechselrichter oder Hybrid?

Die vier gängigen Architekturen unterscheiden sich vor allem darin, auf welcher Ebene die Leistung geregelt wird und ob eine Batterie direkt andocken kann.

Architektur Aufbau Bei Verschattung Preis je Kilowatt Speicheranbindung
Stringwechselrichter ein Gerät im Keller, Module in Reihe ganzer String verliert mit am günstigsten nachträglich über AC
String plus Optimierer Zusatzelektronik an jedem Modul Verlust bleibt am Modul moderater Aufpreis nachträglich über AC
Mikrowechselrichter ein kleines Gerät je Modul Verlust bleibt am Modul am höchsten nur über AC
Hybrid-Wechselrichter Stringgerät mit Batterieeingang wie Stringwechselrichter leichter Aufpreis direkt auf der DC-Seite

Wer heute ohne Speicher startet, ihn aber später will, hat zwei Wege: den Hybrid-Wechselrichter gleich mitkaufen oder die Batterie später als AC-gekoppelten Speicher danebenstellen. Der zweite Weg funktioniert mit jedem bestehenden Stringwechselrichter und ist der Grund, warum eine reine Stringanlage nie eine Sackgasse ist.

Wann der Stringwechselrichter die richtige Wahl ist

Bei klaren Verhältnissen: ein bis zwei unverschattete Dachflächen, einheitliche Module, ein sauberer Weg in den Technikraum. Dann liefert das Stringkonzept den besten Preis pro Kilowatt, hohe Wirkungsgrade von meist 96 bis 98 Prozent und eine einfache Wartung, weil ein Gerät im Trockenen hängt statt zwanzig auf dem Dach in Wind und Wetter. Auch der Fehlerfall ist übersichtlich: ein Austauschgerät, ein Termin, fertig.

Gegen das Stringkonzept sprechen verwinkelte Dächer mit vielen Gauben, dauerhafte Teilverschattung durch Nachbarbäume oder der Wunsch, jedes einzelne Modul in der App zu sehen. In diesen Fällen zahlt sich der Aufpreis für Optimierer oder Mikrowechselrichter meist aus.

Fragen zum Stringwechselrichter


Was ist ein String in einem Wechselrichter?

Ein String ist eine Reihe hintereinander geschalteter Solarmodule, deren Spannungen sich addieren und die gemeinsam an einem Eingang des Wechselrichters hängen. Übliche Hausanlagen haben ein bis drei Strings pro Gerät, jeder davon idealerweise auf einer eigenen Dachfläche.

Was ist besser, Mikrowechselrichter oder Stringwechselrichter?

Stringwechselrichter sind auf klaren, unverschatteten Dächern die günstigere und wartungsärmere Lösung, weil nur ein Gerät verbaut wird. Mikrowechselrichter spielen ihre Stärke bei Teilverschattung, verwinkelten Dächern und schrittweisem Ausbau aus. Das Dach entscheidet, nicht der Preis allein.

Welche Nachteile hat ein Stringwechselrichter?

Stringwechselrichter haben zwei bekannte Schwächen: Verschattung an einem Modul zieht die Leistung des ganzen Strings mit nach unten, und die Überwachung endet auf Stringebene statt am einzelnen Modul. Beides lässt sich mit mehreren MPP-Trackern oder Leistungsoptimierern deutlich entschärfen.

Wie viele Module passen an einen Stringwechselrichter?

Die Stringlänge bestimmen das Spannungsfenster des Wechselrichters und die Leerlaufspannung der Module. Üblich sind acht bis zwanzig Module je String und ein bis drei Strings pro Gerät. Die genaue Auslegung rechnet der Fachbetrieb für dein Dach und deinen Modultyp.

Der Wechselrichter entscheidet, wie sauber der Solarstrom im Haus ankommt. Wie viel davon du am Ende wirklich selbst nutzt, entscheidet der Speicher dahinter: Ohne Batterie fließt der Mittagsüberschuss ins Netz, mit Batterie hebst du deinen Eigenverbrauch oft auf ein Vielfaches.

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