kWp (Kilowatt Peak)
Was bedeutet kWp?
kWp (Kilowatt Peak) ist die Maßeinheit für die Nennleistung einer Photovoltaikanlage: die elektrische Leistung, die die Module unter genormten Testbedingungen maximal abgeben. Die Angabe macht Anlagen und einzelne Module vergleichbar, unabhängig von Wetter und Standort, und ist die zentrale Planungsgröße, wenn du Dachfläche, Ertrag und Speichergröße aufeinander abstimmst.
kWp und kWh: der Unterschied
kWp beschreibt das Leistungs-Potenzial, Kilowattstunden (kWh) die tatsächlich erzeugte Energiemenge. Merkhilfe: kWp ist der Hubraum, kWh sind die gefahrenen Kilometer. Als Faustregel erzeugt 1 kWp in Deutschland rund 900 bis 1.100 kWh pro Jahr, je nach Region, Ausrichtung und Dachneigung. Im Süden Deutschlands liegt die Globalstrahlung spürbar höher als an der Küste, deshalb ist die Spanne so breit.
Wie viel kWp brauchst du?
Die sinnvolle Anlagengröße richtet sich nach dem Jahresverbrauch und danach, was künftig noch dazukommt. Die folgenden Werte sind grobe Orientierung für ein Einfamilienhaus mit brauchbarer Süd- bis Südwestlage.
| Jahresverbrauch | Anlagengröße | Jahresertrag (typisch) | Speicher (grob) | Dachfläche |
|---|---|---|---|---|
| 2.500 kWh | 5 bis 7 kWp | 4.500 bis 7.000 kWh | 5 bis 7 kWh | ca. 25 bis 35 m² |
| 4.000 kWh | 8 bis 10 kWp | 7.200 bis 10.000 kWh | 8 bis 10 kWh | ca. 40 bis 50 m² |
| 6.000 kWh | 10 bis 14 kWp | 9.000 bis 14.000 kWh | 10 bis 14 kWh | ca. 50 bis 70 m² |
| 10.000 kWh (mit Wärmepumpe und E-Auto) | 15 bis 20 kWp | 13.500 bis 20.000 kWh | 15 bis 20 kWh | ca. 75 bis 100 m² |
Ein voll belegtes Dach ist meist die bessere Wahl als ein knapp gerechnetes: Die zusätzlichen kWp kosten im Bau vergleichsweise wenig, und was du selbst verbrauchst, ist typisch deutlich mehr wert als der Erlös aus der Einspeisevergütung. Wo dein eigener Verbrauch aktuell steht, zeigt dir der Haushalts-Check.
So findest du deine kWp-Zahl
- Jahresverbrauch in kWh von der letzten Stromrechnung ablesen.
- Geplante neue Verbraucher addieren, etwa Wärmepumpe oder E-Auto.
- Summe durch 1.000 teilen, das ergibt grob die nötigen kWp.
- Ergebnis gegen die nutzbare Dachfläche prüfen, rund 5 m² je kWp.
- Ausrichtung und Verschattung bewerten, im Zweifel aufrunden.
- Speicher grob im Verhältnis 1 kWh je kWp ansetzen.
Wofür die Angabe wichtig ist
- Anlagenplanung: Der Jahresverbrauch bestimmt die sinnvolle Anlagengröße in kWp; die Speicherkapazität folgt grob im Verhältnis 1:1 (1 kWh Speicher je 1 kWp)
- Preisvergleich: Anlagenpreise werden pro kWp verglichen, das macht Angebote unterschiedlicher Größe erst vergleichbar
- Auslegung der Technik: Die Leistung des Wechselrichters wird auf die kWp der Module abgestimmt, oft leicht darunter
- Regeln und Grenzen: Viele Vorschriften knüpfen an kWp-Schwellen an, von der Vergütung bis zur Messtechnik
Peak heißt Testlabor, nicht Alltag
Die Peak-Leistung wird unter Standard-Testbedingungen gemessen, also bei definierter Einstrahlung und Modultemperatur. Im echten Betrieb liegen Solarmodule meist darunter: Hitze kostet Leistung, perfekte Einstrahlung ist selten, und schon eine teilverschattete Modulreihe zieht den Strang nach unten. Deshalb ist es normal und einkalkuliert, dass eine 10-kWp-Anlage nur selten 10 kW liefert. Beim Balkonkraftwerk gilt übrigens: Die Modulleistung in Watt Peak darf über der Einspeisegrenze des Wechselrichters liegen, begrenzt wird die Einspeisung, nicht das Modul.
Fragen zu kWp
Was versteht man unter kWp?
Was ist 1 kWp in kW?
Wie viel Strom produziert 1 kWp am Tag?
Wie viel kWh sind 10 kWp?
Wie viel kWp sind 600 Watt?
Einordnung, keine Rechtsberatung. An kWp-Schwellen hängen Vergütung, Messtechnik und Anmeldepflichten, und diese Grenzen werden regelmäßig verschoben. Welche Regel für deine Anlage greift, entscheidet sich vor allem am Datum der Inbetriebnahme. Verbindlich ist allein die Auskunft deines Netzbetreibers, für Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr.
Die kWp-Zahl entscheidet, wie viel Sonnenstrom überhaupt auf dein Dach kommt. Wie viel davon bei dir bleibt statt ins Netz zu wandern, entscheidet der Speicher: Er hebt den Eigenverbrauch typisch von rund einem Drittel auf zwei Drittel und mehr.