Kilowattstunde (kWh)

Was ist eine Kilowattstunde?

Die Kilowattstunde (kWh) ist die gebräuchliche Maßeinheit für elektrische Energie und beschreibt, wie viel Arbeit ein Gerät mit einer Leistung von einem Kilowatt in einer Stunde verrichtet. Sie bildet die Grundlage der Stromrechnung, denn Netzbetreiber und Versorger rechnen den Verbrauch stets in Kilowattstunden ab, nicht in Kilowatt.

Physikalisch entspricht eine Kilowattstunde 3,6 Millionen Joule beziehungsweise 3,6 Megajoule. Die offizielle SI-Einheit für Energie ist zwar das Joule, im Alltag und auf jeder Stromrechnung hat sich aber die Kilowattstunde durchgesetzt, weil sie sich direkt aus Gerätekennwerten in Watt und Nutzungsdauer in Stunden ergibt.

Wie berechnet man eine Kilowattstunde?

Die Formel dahinter ist einfach: Leistung (in Kilowatt) mal Zeit (in Stunden) ergibt die Energiemenge in Kilowattstunden.

  1. Leistungsaufnahme des Geräts ermitteln - meist auf dem Typenschild in Watt angegeben
  2. Wattzahl durch 1.000 teilen, um sie in Kilowatt umzurechnen
  3. Nutzungsdauer in Stunden festlegen
  4. Kilowatt mit Stunden multiplizieren - das Ergebnis ist die verbrauchte Energie in kWh

Beispiel: Ein Heizlüfter mit 2.000 Watt Leistung (also 2 kW) läuft 3 Stunden. Damit ergibt sich ein Verbrauch von 2 kW x 3 h = 6 kWh. Wer den Verbrauch eines Geräts nicht schätzen, sondern messen möchte, greift am einfachsten zu einem Smart Meter oder einem einfachen Strommessgerät an der Steckdose.

Kilowatt und Kilowattstunde: der Unterschied

Kilowatt (kW) und Kilowattstunde (kWh) werden häufig verwechselt, messen aber unterschiedliche Dinge: Kilowatt ist eine Momentanleistung, Kilowattstunde eine Energiemenge über Zeit.

Einheit Was sie misst Beispiel
Kilowatt (kW) Leistung im Moment (Momentanwert) Ein Backofen zieht 2 kW, sobald er eingeschaltet ist
Kilowattstunde (kWh) Energie/Arbeit über einen Zeitraum Der Backofen verbraucht bei 1 Stunde Betrieb 2 kWh

Bei Solaranlagen taucht eine dritte, verwandte Einheit auf: kWp (Kilowatt Peak). Sie beschreibt nicht den Verbrauch, sondern die maximale Leistung, die ein Solarmodul unter genormten Testbedingungen erzeugen kann - wie viele Kilowattstunden eine Anlage im Jahr tatsächlich liefert, hängt zusätzlich von Standort, Ausrichtung und Sonneneinstrahlung ab.

Was kostet eine Kilowattstunde Strom?

Der Preis pro Kilowattstunde setzt sich meist aus einem Grundpreis (monatliche Pauschale) und einem Arbeitspreis (Cent pro kWh) zusammen. Je nach Anbieter, Tarif, Region und Vertragslaufzeit liegt der Arbeitspreis üblicherweise irgendwo zwischen rund 25 und 40 Cent pro kWh - verbindliche Aussagen lassen sich hier nur mit einem aktuellen Tarifvergleich treffen.

Wer seinen Verbrauch gezielt in günstigere Stunden verlegen möchte, kann sich einen dynamischen Stromtarif ansehen: Dabei schwankt der Preis pro Kilowattstunde je nach Börsenstrompreis im Tagesverlauf, was sich vor allem mit einem Stromspeicher oder steuerbaren Verbrauchern wie einer Wallbox nutzen lässt.

Was kann man mit einer Kilowattstunde machen?

Wie weit eine Kilowattstunde reicht, hängt stark von der Leistungsaufnahme des jeweiligen Geräts ab. Die folgenden Werte sind grobe Richtwerte und können je nach Gerätemodell abweichen:

Gerät Typische Leistung Laufzeit mit 1 kWh (grob)
Fernseher (LED) ca. 80-120 Watt rund 8-12 Stunden
Laptop ca. 40-60 Watt rund 16-25 Stunden
Waschmaschine ca. 1.000-1.500 Watt etwa ein Waschgang
Staubsauger ca. 1.400-2.000 Watt rund 30-40 Minuten
Kühlschrank ca. 40-60 Watt im Schnitt meist knapp ein Tag

Wie viel kWh verbraucht ein Haushalt pro Jahr?

Der Jahresverbrauch schwankt je nach Haushaltsgröße, Heizart und Verbrauchsverhalten spürbar. Als grobe Orientierung: Ein Ein-Personen-Haushalt kommt oft auf rund 1.500 bis 2.000 kWh im Jahr, ein Vier-Personen-Haushalt eher auf 4.000 bis 5.000 kWh - kommt eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto dazu, kann der Bedarf deutlich höher liegen. Eine detaillierte Aufschlüsselung einzelner Geräte findet sich im Stromverbrauchs-Ratgeber.

Fragen zur Kilowattstunde


Wie viel Strom ist 1 kWh?


Eine Kilowattstunde entspricht der Energiemenge, die ein Gerät mit 1.000 Watt Leistung in einer Stunde verbraucht - zum Beispiel ein 1.000-Watt-Toaster, der eine Stunde lang durchgehend läuft. In der Praxis erreichen die meisten Haushaltsgeräte diese Leistung nur kurzzeitig, sodass 1 kWh oft für mehrere Stunden Nutzung reicht.

Wie viel ist 1 kWh in Euro?


Der Gegenwert einer Kilowattstunde in Euro hängt vom aktuellen Arbeitspreis des jeweiligen Stromtarifs ab und liegt meist irgendwo zwischen 25 und 40 Cent. Ein aktueller Blick auf die eigene Stromrechnung oder einen Tarifvergleich zeigt den genauen Preis, der je nach Anbieter und Region spürbar variieren kann.

Wie lange kann man mit 1 kWh fernsehen?


Ein moderner LED-Fernseher mit rund 80 bis 120 Watt Leistung läuft mit 1 kWh grob 8 bis 12 Stunden. Ältere Röhren- oder Plasmafernseher verbrauchen dagegen deutlich mehr, sodass die tatsächliche Laufzeit stark vom Gerätetyp und der Bildschirmgröße abhängt.

Sind 5 kWh am Tag viel?


Ob 5 kWh am Tag viel sind, hängt stark vom Haushalt ab: Für einen Ein- bis Zwei-Personen-Haushalt ohne Elektroheizung liegt das im Bereich eines durchschnittlichen bis eher hohen Tagesverbrauchs, während größere Haushalte mit Wärmepumpe oder E-Auto diesen Wert oft deutlich überschreiten. Ein Blick auf den eigenen Zählerstand über mehrere Tage zeigt am zuverlässigsten, ob der eigene Verbrauch im üblichen Rahmen liegt.

Kilowattstunden selbst erzeugen statt nur zu kaufen

Wer nicht nur Kilowattstunden verbrauchen, sondern auch selbst erzeugen möchte, kommt an einer Photovoltaikanlage kaum vorbei: Solarmodule wandeln Sonnenlicht in genau die kWh um, die anschließend im Haushalt genutzt oder mit einem Stromspeicher für später gespeichert werden. So sinkt der Anteil der teuer zugekauften Kilowattstunden, während selbst erzeugte kWh direkt vor Ort verbraucht werden können.

Weitere Fachbegriffe rund um Solarspeicher und Stromverbrauch gibt es im Solarspeicher-Glossar.