Volleinspeisung & Überschusseinspeisung

Was ist Volleinspeisung bei PV?

Volleinspeisung bezeichnet den Betrieb einer PV-Anlage, bei dem der komplette Solarstrom ins öffentliche Netz fließt und nichts davon im eigenen Haus verbraucht wird. Der Gegenentwurf ist die Überschusseinspeisung: Dort versorgt die Anlage zuerst Haushalt und Speicher, nur der Rest geht ins Netz. Für Wohngebäude ist das der Normalfall.

Volleinspeisung, Überschusseinspeisung und Nulleinspeisung im Vergleich

Drei Betriebsmodelle stehen zur Wahl. Sie unterscheiden sich darin, wohin der Solarstrom fließt und woraus der Nutzen entsteht.

Modell Eigenverbrauch Einspeisung Nutzen entsteht durch Typisch für
Volleinspeisung kein Eigenverbrauch gesamte Erzeugung erhöhten Vergütungssatz Scheune, Halle, vermietetes Dach
Überschusseinspeisung Haushalt und Speicher zuerst nur der Rest gesparten Strombezug plus Vergütung Ein- und Zweifamilienhaus
Nulleinspeisung alles, was möglich ist keine, Anlage regelt ab gesparten Strombezug Anschluss ohne Einspeisezusage

Warum Überschusseinspeisung bei Wohnhäusern meist gewinnt

Volleinspeisung wird pro Kilowattstunde höher vergütet als Überschusseinspeisung. Dagegen steht ein einfacher Hebel: Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart den vollen Strompreis und damit typischerweise ein Mehrfaches der Einspeisevergütung. Sobald hinter dem Dach ein echter Verbrauch steht, liegt die Überschusseinspeisung deshalb meist vorn.

Ein Speicher vergrößert diesen Vorsprung, weil er den Mittagsstrom in den Abend verschiebt. Der Eigenverbrauch steigt dadurch häufig von grob 30 auf 60 bis 80 Prozent, der Autarkiegrad zieht mit. Wer zusätzlich Großverbraucher in die Sonnenstunden legt, holt aus derselben Anlage mehr heraus.

Dazu kommt die Marktseite: In Stunden mit negativen Strompreisen entfällt für neue Anlagen die Vergütung, geregelt über das Solarspitzengesetz. Wer den Strom im Haus nutzt oder speichert, spürt davon wenig.

Wann lohnt sich eine Volleinspeisung?

Volleinspeisung spielt ihre Stärke dort aus, wo kaum jemand den Strom abnimmt: auf großen Dächern ohne nennenswerten Verbrauch wie Scheune oder Lagerhalle, auf vermieteten Objekten, in denen der Strom nicht einfach an die Mieter geht, und bei Anlagen, die von vornherein größer geplant sind, als der eigene Verbrauch je aufnehmen könnte. Dann zählt allein der höhere Vergütungssatz.

Auch eine Aufteilung ist möglich: zwei getrennt gemessene Anlagenteile auf einem Dach, einer in Voll-, einer in Überschusseinspeisung. Bei größeren Anlagen kommt statt der festen Vergütung die Direktvermarktung ins Spiel, ab bestimmten Leistungsklassen ist sie nach dem EEG verpflichtend.

Wie stellst du auf Volleinspeisung um?

Der Wechsel ist kein Hexenwerk, läuft aber über den Netzbetreiber und meist über eine Elektrofachkraft. In fünf Schritten:

  1. Eigenverbrauch der letzten zwölf Monate prüfen und beiden Modellen gegenüberstellen.
  2. Netzbetreiber nach Meldefrist und Formular für das kommende Kalenderjahr fragen.
  3. Messkonzept klären: Volleinspeisung braucht einen eigenen Einspeisezähler.
  4. Umbau der Zählerverkabelung durch eine Elektrofachkraft beauftragen.
  5. Umstellung fristgerecht melden und die Bestätigung des Netzbetreibers ablegen.

Volleinspeisung trennt Erzeugung und Verbrauch messtechnisch, der Haushalt bezieht seinen Strom weiter komplett aus dem Netz. Bei Überschusseinspeisung übernimmt dagegen ein Zweirichtungszähler beide Richtungen in einem Gerät.

Fragen zur Voll- und Überschusseinspeisung


Was ist Volleinspeisung bei PV?

Volleinspeisung bei PV bedeutet, dass die Anlage ihren gesamten Solarstrom ins öffentliche Netz liefert und nichts davon im Gebäude verbraucht wird. Der Haushalt kauft seinen Strom weiter ganz normal beim Versorger, die Anlage rechnet über einen eigenen Einspeisezähler ab.

Wann lohnt sich eine Volleinspeisung?

Volleinspeisung lohnt sich vor allem auf Dächern ohne nennenswerten Eigenverbrauch, also bei Scheunen, Hallen oder vermieteten Objekten. Steht dagegen ein Haushalt mit üblichem Verbrauch dahinter, bringt die Überschusseinspeisung meist mehr, weil selbst genutzter Strom den vollen Strompreis spart.

Wie viel bekommt man bei Volleinspeisung?

Die Vergütung für Volleinspeisung liegt pro Kilowattstunde über dem Satz für Überschusseinspeisung, hängt aber an Anlagengröße und Inbetriebnahmedatum und sinkt für Neuanlagen schrittweise. Den gültigen Satz nennt der Netzbetreiber, veröffentlicht werden die Sätze von der Bundesnetzagentur.

Kann ich zwischen Volleinspeisung und Überschusseinspeisung wechseln?

Ja, ein Wechsel zwischen Volleinspeisung und Überschusseinspeisung ist grundsätzlich möglich, üblicherweise zum Jahreswechsel. Nötig sind eine rechtzeitige Meldung beim Netzbetreiber und meist ein Eingriff in die Zählerverkabelung durch eine Elektrofachkraft.

Was ist besser: Volleinspeisung oder Überschusseinspeisung?

Für Wohnhäuser ist Überschusseinspeisung fast immer die stärkere Wahl: Eigenverbrauch spart den vollen Strompreis, was die höhere Volleinspeise-Vergütung nur selten aufwiegt. Volleinspeisung punktet dort, wo hinter dem Dach schlicht kein Verbrauch steht.

Einordnung, keine Rechtsberatung. Vergütungssätze, Meldefristen und die Regeln zum Wechsel zwischen den Einspeisemodellen ändern sich laufend, und was für deine Anlage gilt, hängt vor allem am Datum der Inbetriebnahme. Verbindlich sind allein die Auskunft deines Netzbetreibers und die Arbeit einer Elektrofachkraft am Zählerplatz. Für Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr.

Wer den Eigenverbrauch ernst nimmt, landet schnell beim Speicher: Er hebt den selbst genutzten Anteil deutlich an und macht die Überschusseinspeisung erst richtig stark. Für den Einstieg reicht oft schon ein Balkonkraftwerk.

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