Direktvermarktung

Was versteht man unter Direktvermarktung?

Die Direktvermarktung ist der Verkauf von Solarstrom direkt an der Strombörse statt über die feste Einspeisevergütung. Anlagenbetreiber übertragen die Vermarktung an einen Direktvermarkter, der den Strom am Spotmarkt handelt und die Erlöse abzüglich einer Marge auszahlt. Bei größeren Anlagen ist dieses Modell gesetzlich vorgeschrieben, bei kleineren PV-Anlagen bleibt es meist freiwillig.

Wie funktioniert die Direktvermarktung von Solarstrom?

  1. Der Anlagenbetreiber schließt einen Vertrag mit einem Direktvermarkter ab, der den erzeugten Strom übernimmt
  2. Der Direktvermarkter verkauft den Strom an der Strombörse, meist über das Marktprämienmodell
  3. Liegt der Börsenerlös unter dem gesetzlich festgelegten anzulegenden Wert, gleicht eine Marktprämie die Differenz aus
  4. Die Marktprämie zahlt der Netzbetreiber aus, die Börsenerlöse fließen direkt vom Direktvermarkter
  5. Anlagenbetreiber tragen ein gewisses Prognose- und Vermarktungsrisiko, das der Direktvermarkter gegen eine Marge übernimmt

Einspeisevergütung oder Direktvermarktung: was ist der Unterschied?

Kriterium Einspeisevergütung Direktvermarktung
Abnehmer Netzbetreiber Direktvermarkter an der Strombörse
Vergütungshöhe Fester, garantierter Satz Schwankender Marktpreis plus Marktprämie
Risiko Sehr gering Etwas höher, dafür Chance auf höhere Erlöse
Typisch für Kleinere PV-Anlagen Größere Dach- und Freiflächenanlagen

Für die meisten privaten Solaranlagen bleibt die Einspeisevergütung das einfachere Modell. Direktvermarktung kann sich vor allem dann lohnen, wenn eine Anlage ohnehin dazu verpflichtet oder groß genug ist, um von schwankenden Börsenpreisen zu profitieren.

Ab wann ist Direktvermarktung Pflicht?

Einordnung statt Rechtsberatung: Das Erneuerbare-Energien-Gesetz schreibt Direktvermarktung ab einer bestimmten Anlagengröße vor, während kleinere Photovoltaikanlagen meist weiter die klassische Einspeisevergütung wählen können. Die genaue Grenze und mögliche Ausnahmen ändern sich mit jeder EEG-Novelle. Verbindliche Auskünfte zur eigenen Anlage geben Netzbetreiber, Direktvermarkter oder die Bundesnetzagentur - dieser Eintrag erklärt nur das Grundprinzip.

Wer sind die großen Direktvermarkter in Deutschland?

Am deutschen Markt sind mehrere große Direktvermarkter aktiv, etwa Next Kraftwerke, Statkraft oder Energieversorger mit eigener Handelsabteilung. Eine offizielle Rangliste nach Marktanteil gibt es öffentlich nicht - Anlagenbetreiber vergleichen deshalb am besten mehrere Angebote nach Marge, Vertragslaufzeit und Servicequalität, bevor sie sich entscheiden.

Fragen zur Direktvermarktung


Was versteht man unter Direktvermarktung?

Direktvermarktung bedeutet, dass Anlagenbetreiber ihren Solarstrom über einen Direktvermarkter an der Strombörse verkaufen, statt eine feste Einspeisevergütung vom Netzbetreiber zu erhalten. Eine Marktprämie gleicht dabei die Differenz zum gesetzlich festgelegten Wert aus.

Welche Nachteile hat die Direktvermarktung?

Direktvermarktung bringt schwankende Erlöse statt einer festen Vergütung sowie meist eine Marge für den Direktvermarkter mit sich. Kleinere Anlagen profitieren dadurch oft weniger stark, während größere Anlagen von den Chancen des Marktprämienmodells profitieren können.

Was ist besser, Einspeisevergütung oder Direktvermarktung?

Für kleinere private PV-Anlagen ist die Einspeisevergütung meist die einfachere und planbarere Wahl. Direktvermarktung eignet sich eher für größere Anlagen, die ohnehin dazu verpflichtet sind oder gezielt von Börsenpreisschwankungen profitieren wollen.

Wer ist der größte Direktvermarkter in Deutschland?

Eine offizielle Rangliste der größten Direktvermarkter wird nicht veröffentlicht. Zu den bekannten Anbietern am deutschen Markt zählen unter anderem Next Kraftwerke und Statkraft sowie mehrere große Energieversorger mit eigenem Stromhandel.

Wer wegen schwankender Börsenpreise - etwa bei negativen Strompreisen - nicht jederzeit einspeisen kann oder will, profitiert von einem Solarspeicher: Er speichert den Überschuss und macht die Anlage unabhängiger vom jeweiligen Vermarktungsmodell. Auch kleine Anlagen wie ein Balkonkraftwerk lassen sich so wirtschaftlicher betreiben.

← Zurück zum Glossar