Strom sparen: Großverbraucher in die Sonnenstunden legen

Was bedeutet Lastverschiebung?

Die Lastverschiebung ist das gezielte Verlegen von Stromverbrauch in die Stunden, in denen die eigene Solaranlage viel liefert. Waschmaschine, Spülmaschine, Warmwasser oder E-Auto laufen dann mittags statt abends. Jede so verschobene Kilowattstunde ersetzt teuren Netzstrom durch eigenen Solarstrom und hebt damit den Eigenverbrauch.

Wer ein Balkonkraftwerk oder eine PV-Anlage hat, kennt das Muster: Mittags produziert das Dach mehr, als das Haus gerade braucht, abends ist es umgekehrt. Die Lastverschiebung schiebt den Bedarf dorthin, wo der eigene Strom ohnehin da ist, und kostet dabei nichts außer etwas Planung.

Welche Geräte eignen sich für die Lastverschiebung?

Am meisten bringt es dort, wo viel Strom in kurzer Zeit fließt und die Uhrzeit egal ist:

Verbraucher Bedarf je Lauf Verschiebbarkeit Steuerung
Waschmaschine 0,4 bis 1,3 kWh sehr gut Startzeitvorwahl
Spülmaschine 0,7 bis 1,5 kWh sehr gut Startzeitvorwahl
Wäschetrockner 1,0 bis 4,0 kWh gut Start am Mittag
E-Auto an der Wallbox 10 bis 40 kWh sehr gut Überschussladen
Warmwasser über Heizstab 3 bis 6 kWh sehr gut Überschussregelung
Wärmepumpe stark schwankend mittel Zeitfenster in der Regelung
Kühl- und Gefriergeräte dauerhaft klein kaum nicht sinnvoll

Geräte der Grundlast wie Kühlschrank, Router oder Heizungspumpe laufen rund um die Uhr. Sie bleiben ein Fall für den Speicher, nicht für den Timer.

So verschiebst du deinen Verbrauch in die Sonnenstunden

  1. Erzeugung ansehen: Wann liefert deine Anlage am meisten? Die Wechselrichter-App zeigt es.
  2. Großverbraucher notieren: Wasch- und Spülmaschine, Trockner, E-Auto, Warmwasser.
  3. Startzeitvorwahl setzen, damit die Programme grob zwischen 11 und 15 Uhr laufen.
  4. E-Auto auf Überschussladen umstellen statt auf feste Nachtladung.
  5. Warmwasser tagsüber aufheizen, nicht in den frühen Morgenstunden.
  6. Automatisieren: ein Energiemanagementsystem schaltet nach Überschuss statt nach Uhrzeit.
  7. Nach vier Wochen gegenprüfen, wie sich der Netzbezug im Portal verändert hat.

Erst die zwei, drei dicksten Verbraucher verschieben, dann verfeinern. Wer sein Lastprofil kennt, sieht sofort, welche Stunde am teuersten ist.

Was die Lastverschiebung typischerweise bringt

Jede in die Sonne verschobene Kilowattstunde spart die Differenz zwischen dem Strompreis, den du sonst zahlst, und der deutlich niedrigeren Einspeisevergütung. Weil dieser Abstand groß ist, wirkt schon eine kleine Umstellung. Ein Haushalt, der Wasch- und Spülgänge konsequent auf den Mittag legt, verschiebt grob 300 bis 600 kWh im Jahr, mit E-Auto oder Warmwasser ein Vielfaches davon. In Geld liegt der Effekt meist im dreistelligen Bereich pro Jahr, je nach Tarif, Anlagengröße und Zahl der wirklich verschiebbaren Läufe. Einzelne Geräte rechnest du im Stromkosten-Rechner nach. Nebenbei steigt der Autarkiegrad.

Wo die Lastverschiebung an ihre Grenzen stößt

Verschieben lässt sich nur, was zeitlich flexibel ist. Der Fernseher am Abend, das Licht im Winter, die Heizungspumpe nachts: Dieser Teil bleibt liegen, wo er liegt. Dazu kommt die Jahreszeit, denn an dunklen Tagen gibt es schlicht keinen Überschuss zu verschieben.

Genau hier setzt ein Stromspeicher an. Er sammelt den Mittagsüberschuss ein und gibt ihn abends wieder ab, ohne dass du etwas timen musst. Die Lastverschiebung per Hand ist der kostenlose erste Schritt, ein Solarspeicher macht daraus einen Automatismus, der auch die Stunden abdeckt, die kein Timer erreicht. Mit einem dynamischen Stromtarif lässt sich beides zusätzlich am Börsenpreis ausrichten.

Fragen zur Lastverschiebung


Was ist dynamische Lastverschiebung?

Dynamische Lastverschiebung bedeutet, dass Verbraucher nicht nach festem Zeitplan starten, sondern automatisch dann, wenn tatsächlich Überschuss anliegt. Ein Energiemanagementsystem misst die Einspeisung am Zähler und schaltet Wallbox, Heizstab oder Wärmepumpe frei, sobald genug eigener Strom da ist.

Wie kann ich den PV-Überschuss optimal nutzen?

Den PV-Überschuss nutzt du am besten in dieser Reihenfolge: erst die großen, zeitlich flexiblen Geräte in die Mittagsstunden legen, dann Warmwasser und E-Auto mit dem Überschuss versorgen, und was danach übrig bleibt, in einen Stromspeicher laden. Einspeisen ist die letzte Stufe, weil sie am wenigsten einbringt.

Wie kann ich PV-Überschuss automatisch nutzen?

Automatisch läuft die Überschussnutzung über ein Energiemanagementsystem oder eine überschussfähige Steuerung. Ein Messgerät am Netzanschlusspunkt erkennt, wie viel Strom gerade ins Netz fließen würde, und startet passende Verbraucher genau in dieser Höhe. Wallboxen mit Überschussladen und PV-Heizstäbe bringen das oft schon mit.

Was passiert mit überschüssigem Strom von der PV-Anlage?

Überschüssiger Strom von der PV-Anlage fließt ins öffentliche Netz, wenn er weder verbraucht noch gespeichert wird. Vergütet wird diese Einspeisung nur gering, deutlich unter dem Preis für Netzstrom. Deshalb ist jede selbst genutzte Kilowattstunde mehr wert als jede eingespeiste.

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