Lastprofil
Was ist ein Lastprofil?
Ein Lastprofil zeigt den zeitlichen Verlauf des Strom- oder Energieverbrauchs eines Verbrauchers über einen bestimmten Zeitraum, meist in Viertelstunden-Werten für ein Jahr. Dabei unterscheidet man genormte Standardlastprofile für kleinere Haushalte und real gemessene Lastgänge für Großverbraucher, die Netzbetreibern und Energieversorgern zur Planung dienen.
Für Solaranlagen-Besitzer lohnt sich ein genauerer Blick: Das eigene Lastprofil zeigt, wann im Tagesverlauf tatsächlich Strom gebraucht wird, und liefert damit die Grundlage für eine realistische Speichergröße.
Welche Arten von Lastprofilen gibt es?
In der Praxis kommen vor allem drei Profiltypen zum Einsatz, die sich in Zielgruppe und Messmethode unterscheiden:
| Profiltyp | Für wen | Wie wird gemessen? |
|---|---|---|
| Standardlastprofil (SLP) | Haushalte und Kleingewerbe ohne eigene Lastgangmessung | Genormtes, branchenbezogenes Muster nach Typtagen und Jahreszeit |
| Gemessener Lastgang (RLM) | Großverbraucher ab rund 100.000 kWh Jahresverbrauch | Reale Viertelstunden-Messung per Lastgangzähler |
| PV-Profil (P25) und Speicherprofil (S25) | Haushalte mit Photovoltaik beziehungsweise Batteriespeicher | Angepasst an Einspeise- und Ladeverhalten der Anlage |
Die neueren Profile P25 und S25 bilden gezielt ab, wie sich Solarstrom-Einspeisung und Speicherladung auf den Netzbezug auswirken, und gewinnen mit wachsender Zahl an privaten Solaranlagen an Bedeutung.
Wie entsteht ein Standardlastprofil?
Der BDEW erstellt Standardlastprofile in mehreren Schritten:
- Verbrauchsverhalten typischer Kundengruppen erfassen
- Zwischen Werktag, Samstag und Sonntag unterscheiden (Typtage)
- Drei jahreszeitliche Bereiche ansetzen: Winter, Sommer, Übergangszeit
- Für jede Kombination ein normiertes Viertelstunden-Muster festlegen
- Profil mit dem geschätzten oder abgerechneten Jahresverbrauch gewichten
- Ergebnis dem Lieferanten für die Strombeschaffung übergeben
Aus diesen neun typischen Tagesprofilen setzt sich das Jahreslastprofil eines Kunden zusammen, ohne dass eine tatsächliche Messung im Haushalt nötig ist.
Wofür wird ein Lastprofil genutzt?
Lastprofile erfüllen mehrere Aufgaben gleichzeitig. Netzbetreiber nutzen sie, um die Auslastung ihrer Leitungen einzuschätzen und Engpässe frühzeitig zu erkennen. Energieversorger stützen darauf die Bilanzkreisabrechnung: Sie müssen die an Kunden gelieferte Strommenge viertelstundengenau beschaffen, auch wenn kein Smart Meter die reale Abnahme misst. Im privaten Umfeld hilft das Lastprofil dabei, den eigenen Verbrauch mit der Solarerzeugung abzugleichen und typische Verbrauchsspitzen am Morgen und Abend zu erkennen.
Warum ist das Lastprofil für deinen Solarspeicher wichtig?
Für die Auslegung eines Solarspeichers zählt weniger der Standardwert aus dem SLP als das reale Lastprofil des eigenen Haushalts. Wer über einen Smart Meter oder einen Zweirichtungszähler verfügt, sieht den tatsächlichen Verbrauchsverlauf und kann daraus ableiten, wie viel Speicherkapazität sich für die eigenen Abendspitzen lohnt. Auch für einen dynamischen Stromtarif ist das Lastprofil relevant, da sich damit abschätzen lässt, wie stark sich Verbrauch in günstige Stunden verschieben lässt. Wer sein Lastprofil kennt, trifft die Kaufentscheidung für den passenden Speicher meist deutlich fundierter als mit reinen Pauschalwerten.
Fragen zum Lastprofil
Welche Lastprofile gibt es?
Ist die Lastkurve dasselbe wie das Lastprofil?
Was ist ein Standardlastprofil (SLP)?
Wofür wird das Lastprofil bei einem Batteriespeicher genutzt?
Wer sein eigenes Lastprofil einmal kennt, hat die wichtigste Grundlage für die passende Speicherkapazität und für ein sinnvoll dimensioniertes Balkonkraftwerk oder eine größere Solaranlage bereits in der Hand.