Autark leben
Was bedeutet autark leben?
Autark leben heißt, sich unabhängig von öffentlichen Netzen zu versorgen - beim Strom mit Photovoltaik und Speicher, oft ergänzt um eigene Wasser- und Wärmeversorgung. Die Bandbreite reicht vom Balkonkraftwerk-Besitzer, der seinen Grundverbrauch selbst deckt, bis zum komplett netzfreien Off-Grid-Hof.
Die Autarkie-Treppe: realistisch einsteigen
- Stufe 1 - Teilautark (sofort machbar): Balkonkraftwerk mit Speicher deckt Grundlast und Abendstunden - 20 bis 40 Prozent Autarkiegrad in der Mietwohnung
- Stufe 2 - Mehrheitlich autark: Dachanlage plus Heimspeicher - 60 bis 80 Prozent, der wirtschaftliche Sweet Spot im Eigenheim
- Stufe 3 - Saisonautark: Überdimensionierte Anlage, großer Speicher, smarte Verbraucher - Sommer komplett netzfrei, Winter mit Restbezug
- Stufe 4 - Vollautark: ohne Netzanschluss, mit Backup (Generator, Brennstoffzelle) - technisch machbar, siehe autarkes Haus
Die ehrliche Empfehlung: Stufe 2 liefert 80 Prozent des Gefühls für 20 Prozent des Aufwands von Stufe 4.
Darf man in Deutschland autark leben?
Beim Strom: ja - niemand ist verpflichtet, einen Stromanschluss zu nutzen. Komplizierter wird es bei Wasser und Abwasser: In den meisten Kommunen gilt ein Anschluss- und Benutzungszwang an die öffentliche Ver- und Entsorgung, Ausnahmen sind orts- und einzelfallabhängig. Wer Vollautarkie plant, klärt das früh mit der Gemeinde - die Stromseite ist dabei erfahrungsgemäß das kleinste Problem.
Womit anfangen?
Mit Messen statt Kaufen: Ein Energiemessgerät zeigt, wo der Verbrauch wirklich sitzt - danach richtet sich jede Dimensionierung. Dann die Reihenfolge: Grundlast senken, PV aufs Dach oder den Balkon, Speicher passend zum Abendverbrauch, danach erst die Exoten (Windrad, Brennstoffzelle - beide lohnen im Kleinformat selten).