Strommessgerät
Was ist ein Strommessgerät?
Ein Strommessgerät ist ein kompaktes Zwischenstecker-Gerät, das zwischen Steckdose und Elektrogerät gesteckt wird und den tatsächlichen Stromverbrauch in Watt, Kilowattstunden und meist auch in Euro anzeigt. Es macht sichtbar, welche Haushaltsgeräte wie viel Energie ziehen - auch im Standby-Betrieb - und hilft so beim gezielten Aufspüren von Stromfressern.
Anders als der Stromzähler im Zählerschrank, der nur den Gesamtverbrauch des Haushalts erfasst, zeigt ein Strommessgerät den Verbrauch eines einzelnen Geräts isoliert an. Wer wissen will, ob der alte Kühlschrank, die Spielekonsole im Standby oder der Router rund um die Uhr unnötig Strom zieht, bekommt damit eine belastbare Antwort statt einer Vermutung. Wie sich die Ergebnisse gezielt in Einsparungen ummünzen lassen, zeigt unser Ratgeber Stromfresser messen statt raten.
Wie misst man mit einem Strommessgerät den Stromverbrauch?
Die Messung selbst ist in wenigen Schritten erledigt:
- Strommessgerät in eine freie Steckdose stecken
- Zu prüfendes Elektrogerät am Messgerät anschließen
- Aktuellen Strompreis eingeben, falls das Gerät diese Funktion bietet
- Das Elektrogerät mehrere Stunden oder Tage normal weiternutzen
- Watt-, kWh- und Kostenanzeige am Display ablesen
- Werte notieren oder per App auswerten
- Ergebnis mit Richtwerten oder einem Neugerät vergleichen
Für ein realistisches Bild lohnt sich etwas Geduld: Kurzläufer wie Waschmaschine oder Wasserkocher zeigen ihren Verbrauch bereits nach einem Durchgang, Dauerläufer wie Kühlschrank oder Router sollten dagegen mindestens eine Woche am Strommessgerät hängen, damit auch seltene Lastspitzen erfasst werden.
Welche Arten von Strommessgeräten gibt es und was kosten sie?
Strommessgeräte unterscheiden sich vor allem darin, wie komfortabel sich die Werte auslesen und auswerten lassen:
| Typ | Merkmale | Preis (grob) |
|---|---|---|
| Einfaches Steckdosenmessgerät | zeigt Watt, kWh und oft Kosten direkt am Display | ca. 10 bis 20 € |
| Smartes Strommessgerät mit App | Verlaufsdaten, Erinnerungen und Auswertung am Smartphone | ca. 25 bis 40 € |
| WLAN-Steckdose mit Verbrauchsmessung | zusätzlich Fernsteuerung und Zeitschaltung per App | ca. 20 bis 35 € |
| Energiemonitor am Zählerschrank | erfasst den gesamten Haushalt statt einzelner Geräte | ca. 80 € und mehr |
Wer nur gelegentlich ein Gerät prüfen möchte, kommt oft schon mit dem einfachsten Modell zum Ziel. Manche Verbraucherzentralen verleihen Strommessgeräte zudem kostenlos oder gegen eine kleine Gebühr - ein guter Einstieg, bevor man selbst investiert.
Worauf beim Kauf eines Strommessgeräts achten?
Für die meisten Haushalte zahlen sich vor allem folgende Ausstattungsmerkmale aus:
- Genaue Anzeige auch bei sehr kleinen Standby-Leistungen im niedrigen Watt-Bereich
- Eingabe des eigenen Strompreises für eine direkte Kostenanzeige in Euro
- Speicherfunktion für Langzeitmessungen über mehrere Tage
- Maximale Belastbarkeit in Watt, besonders wichtig beim Einsatz mit Steckdosenleisten
- App-Anbindung, falls Verlaufsdaten bequem am Smartphone ausgewertet werden sollen
- Gut ablesbares Display, wenn die Steckdose an schwer zugänglicher Stelle sitzt
Wichtig bei Steckdosenleisten: Ein Strommessgerät zeigt dabei nur den gemeinsamen Verbrauch aller angeschlossenen Geräte an, nicht den einzelner Verbraucher. Wer wissen will, welches Gerät konkret verantwortlich ist, misst am besten jedes Gerät einzeln nach.
Was kann ein Strommessgerät nicht messen?
Ein Strommessgerät erfasst ausschließlich Geräte, die über einen Stecker an der Steckdose hängen. Fest verdrahtete Verbraucher wie Elektroherd, Durchlauferhitzer oder fest eingebaute Beleuchtung lassen sich damit nicht prüfen - hier braucht es einen separaten Zwischenzähler oder eine Messung durch eine Elektrofachkraft. Für den Gesamtverbrauch des Haushalts liefert stattdessen der Stromzähler oder ein Smart-Meter-Gateway die passenden Werte.
Strommessgerät und eigener Solarstrom: Verbrauch gezielt steuern
Wer eine Solaranlage betreibt, profitiert von einem Strommessgerät gleich doppelt. Es zeigt nicht nur, welche Geräte insgesamt viel Strom ziehen, sondern auch, wann genau sie laufen - und lässt sich so mit dem Erzeugungsprofil der Photovoltaikanlage abgleichen. Waschmaschine, Geschirrspüler oder Wärmepumpe lassen sich dann gezielt in die sonnenreichen Stunden legen, in denen der Strom vom eigenen Dach oder Balkonkraftwerk ohnehin zur Verfügung steht.
Auch beim Vergleich von dynamischen Stromtarifen helfen die gemessenen Werte: Wer den tatsächlichen Verbrauch großer Geräte kennt, kann besser abschätzen, ob sich eine Verlagerung in günstige Tarifstunden lohnt. Die gemessenen kWh-Werte lassen sich zudem direkt in unseren Stromkosten-Rechner eintragen, um die Jahreskosten eines Geräts grob abzuschätzen.
Fragen zum Strommessgerät
Was macht ein Strommessgerät?
Was kostet ein Strommessgerät für die Steckdose?
Wie kann ich meinen Stromverbrauch genau messen?
Welches ist das beste Strommessgerät?
Ein Strommessgerät liefert die Zahlen, ein Balkonkraftwerk oder eine größere Solaranlage mit Speicher senkt anschließend die Kosten dauerhaft. Wie sich Erzeugung und Speicherung sinnvoll dimensionieren lassen, zeigt unsere Übersicht zu Solaranlagen mit Speicher.