Nickel-Eisen-Akku (Edison-Akku)
Was ist ein Nickel-Eisen-Akku?
Der Nickel-Eisen-Akku (NiFe-Akku, nach seinem Miterfinder auch Edison-Akku oder Edison-Batterie genannt) ist ein über 120 Jahre alter Batterietyp mit Kalilauge als Elektrolyt - ein "Laugenakku". Er gilt als nahezu unverwüstlich: Einzelne Exemplare arbeiten nach Jahrzehnten noch, und in der Off-Grid-Szene erlebt die Technik deshalb ein kleines Revival.
Die Technik: robust statt effizient
Die Zelle kombiniert eine Nickel-Elektrode mit einer Eisen-Elektrode in Kaliumhydroxid-Lösung (Kalilauge). Diese Chemie verzeiht fast alles, was Lithium- und Blei-Akkus zerstört: Tiefentladung, Überladung, Frost, Hitze und jahrelanges Herumstehen. Die Elektroden korrodieren praktisch nicht - daher die legendäre Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten.
Warum NiFe trotzdem eine Nische ist
- Niedriger Wirkungsgrad: Ein erheblicher Teil des Ladestroms geht als Wärme und Gasung verloren - deutlich mehr als bei LiFePO4
- Hohe Selbstentladung: Der Akku verliert pro Monat spürbar Ladung, taugt also nicht als Langzeit-Reserve ohne Nachladung
- Wartung: Beim Laden zersetzt sich Wasser aus dem Elektrolyt - destilliertes Wasser muss regelmäßig nachgefüllt werden, und der Raum braucht Belüftung wegen der Wasserstoff-Ausgasung
- Groß, schwer, teuer: Pro Kilowattstunde kostet NiFe heute meist mehr als LiFePO4 und braucht ein Vielfaches an Platz und Gewicht
Für wen NiFe interessant sein kann
Für autarke Off-Grid-Projekte, bei denen Lebensdauer und Robustheit über allem stehen - etwa eine Berghütte, die den Akku 40 Jahre behalten soll und bei der die tägliche Sonne den mäßigen Wirkungsgrad verschmerzbar macht. Für den normalen Heimspeicher am Netz ist LiFePO4 in praktisch jeder Hinsicht die bessere Wahl.