Nickel-Eisen-Akku (Edison-Akku)

Was ist ein Nickel-Eisen-Akku?

Der Nickel-Eisen-Akku ist ein über 120 Jahre alter Batterietyp mit Nickel- und Eisen-Elektroden in Kalilauge, nach seinem Miterfinder auch Edison-Akku genannt. Diese Zellchemie verzeiht Überladung, Tiefentladung und Frost und hält oft mehrere Jahrzehnte. Dafür verliert der Akku beim Laden viel Energie als Wärme, entlädt sich schnell selbst und braucht regelmäßige Wartung.

Die Technik: robust statt effizient

Die Zelle kombiniert eine Nickel-Elektrode mit einer Eisen-Elektrode in rund 20-prozentiger Kaliumhydroxid-Lösung (Kalilauge). Diese Chemie verzeiht fast alles, was Lithium- und Blei-Akkus zerstört: Tiefentladung, Überladung, Frost, Hitze und jahrelanges Herumstehen. Die Elektroden korrodieren praktisch nicht, daher die legendäre Lebensdauer. Eine einzelne Zelle liefert allerdings nur rund 1,2 Volt, für einen 12-Volt-Block braucht es also zehn Zellen statt vier wie bei LiFePO4. Zusammen mit einer Energiedichte von grob 19 bis 25 Wattstunden pro Kilogramm erklärt das den enormen Platz- und Gewichtsbedarf.

Nickel-Eisen-Akku im Vergleich zu LiFePO4 und Blei

Merkmal Nickel-Eisen (NiFe) LiFePO4 Blei (AGM/Gel)
Zellspannung rund 1,2 V rund 3,2 V rund 2,0 V
Energiedichte 19 bis 25 Wh/kg grob 90 bis 160 Wh/kg grob 30 bis 40 Wh/kg
Ladezyklen 3.000 bis 4.000 meist 3.000 bis 6.000 meist 500 bis 1.200
Wirkungsgrad niedrig sehr hoch mittel
Selbstentladung hoch sehr gering gering
Tiefentladung unkritisch schädlich stark schädlich
Wartung Wasser nachfüllen, Belüftung wartungsfrei meist wartungsfrei
Lebensdauer 8 bis 25 Jahre und mehr meist 10 bis 15 Jahre meist 5 bis 8 Jahre

Beim Durchhalten spielt der Nickel-Eisen-Akku also in der ersten Liga, bei Energieausbeute und Baugröße verliert er gegen jede moderne Lithium-Zelle. Ähnlich gutmütig, aber mit besseren Werten ist der Natrium-Ionen-Akku.

Warum NiFe trotzdem eine Nische ist

So hältst du einen Nickel-Eisen-Akku in Form

  1. Elektrolytstand regelmäßig prüfen und nur destilliertes Wasser nachfüllen.
  2. Laderegler auf die NiFe-Kennlinie stellen, sonst bleibt die Bank halb voll.
  3. Regelmäßig komplett vollladen, damit sich die Zellen ausgleichen.
  4. Aufstellraum dauerhaft belüften, beim Laden entsteht Wasserstoff.
  5. Elektrolyt beim Laden unter etwa 45 Grad halten.
  6. Nach vielen Jahren die Kalilauge komplett tauschen statt der Zellen.

Für wen NiFe interessant sein kann

Für autarke Projekte, bei denen Lebensdauer und Robustheit über allem stehen: eine Berghütte oder ein Bauwagen, wo der Akku Jahrzehnte bleiben soll und die tägliche Sonne den mäßigen Wirkungsgrad verschmerzbar macht. Wer eine Inselanlage mit Speicher plant oder eine Solaranlage fürs Gartenhaus baut, rechnet in der Praxis aber fast immer mit LiFePO4 günstiger und kompakter. Für den normalen Heimspeicher am Netz ist LiFePO4 in praktisch jeder Hinsicht die bessere Wahl.

Fragen zum Nickel-Eisen-Akku


Was ist eine Nickel-Eisen-Batterie?

Eine Nickel-Eisen-Batterie ist ein wiederaufladbarer Akku mit Nickel- und Eisen-Elektroden in Kalilauge, um 1900 von Waldemar Jungner und Thomas Edison entwickelt. Berühmt ist sie für ihre extreme Robustheit und Lebensdauer, heute ist sie eine Nischenlösung für Off-Grid-Anlagen.

Wie lange ist die Lebensdauer einer Nickel-Eisen-Batterie?

Eine Nickel-Eisen-Batterie hält bei ordentlicher Wartung je nach Belastung grob 8 bis 25 Jahre, gut gepflegte Bänke laufen auch länger. Möglich sind rund 3.000 bis 4.000 Ladezyklen, und der Elektrolyt lässt sich tauschen, was die Nutzungsdauer noch einmal verlängern kann.

Welche Nachteile haben Nickel-Eisen-Akkus?

Nickel-Eisen-Akkus haben einen niedrigen Lade-Wirkungsgrad, eine hohe Selbstentladung und brauchen regelmäßiges Nachfüllen von destilliertem Wasser. Dazu kommen Wasserstoff-Ausgasung mit Belüftungspflicht sowie hoher Platz- und Gewichtsbedarf. Deshalb hat LiFePO4 den Heimspeicher-Markt übernommen.

Was kostet ein Nickel-Eisen-Akku?

Ein Nickel-Eisen-Akku kostet pro Kilowattstunde Kapazität heute meist deutlich mehr als eine vergleichbare LiFePO4-Bank, weil er nur in kleinen Stückzahlen gefertigt wird und importiert werden muss. Dazu kommen Kosten für Aufstellraum, Belüftung und einen passenden Laderegler.

Ist der Edison-Akku das Gleiche wie der Nickel-Eisen-Akku?

Ja, Edison-Akku, Edison-Batterie, NiFe-Akku und Nickel-Eisen-Akku bezeichnen dieselbe Technik, benannt nach Thomas Edison, der sie parallel zum Schweden Waldemar Jungner zur Serienreife brachte.

Wer heute einen Speicher plant, landet für Balkonkraftwerk, Wohnmobil oder Haus fast immer bei LiFePO4: kompakt, wartungsfrei und mit hohem Wirkungsgrad. Der Nickel-Eisen-Akku bleibt das Stück Technikgeschichte, das zeigt, wie langlebig eine Batterie sein kann.

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