Wirkungsgrad (Stromspeicher)

Was bedeutet Wirkungsgrad beim Stromspeicher?

Der Wirkungsgrad eines Stromspeichers gibt an, wie viel der eingespeicherten Energie beim Entladen wieder herauskommt. Ein Systemwirkungsgrad von 90 Prozent heißt: Von 10 gespeicherten Kilowattstunden kommen 9 zurück, eine geht als Wärme in Zellen und Elektronik verloren. Je höher der Wert, desto mehr Solarstrom landet in deinen Geräten.

Wo die Verluste entstehen

Welcher Speicher hat den besten Wirkungsgrad?

Unter den Heimspeichern liegen Lithium-Systeme vorn, über die letzten Prozentpunkte entscheidet dort die Leistungselektronik. Die folgenden Spannen sind typische Praxiswerte, keine Bestwerte aus dem Datenblatt.

Technologie Typischer Roundtrip-Wirkungsgrad Einordnung
Lithium-Heimspeicher (Gesamtsystem) 85 bis 95 Prozent heutiger Standard im Eigenheim
Lithium-Zellen allein 95 bis 98 Prozent Datenblattwert ohne Elektronik
Natrium-Ionen-Akku grob 85 bis 92 Prozent robust und kälteunempfindlich, noch jung am Markt
Blei-Säure und Blei-Gel 70 bis 85 Prozent günstig in der Anschaffung, deutlich verlustreicher
Pumpspeicherkraftwerk 75 bis 85 Prozent Großspeicher im Netz, nicht im Haus
Wasserstoff (Strom zu Gas zu Strom) 30 bis 40 Prozent Langzeitspeicher mit hohen Verlusten

Wie rechne ich den Wirkungsgrad aus?

Die Formel ist simpel: entnommene Energie geteilt durch eingespeicherte Energie. Interessant wird es erst, wenn du statt des Datenblatts deine eigenen Zahlen nimmst.

  1. Geladene und entladene Kilowattstunden aus App, Portal oder Batteriemonitor ablesen
  2. Über mindestens ein Quartal messen, aussagekräftig wird ein volles Jahr
  3. Entladene Kilowattstunden durch die geladenen teilen
  4. Ergebnis mit 100 multiplizieren, das ist dein Roundtrip-Wirkungsgrad in Prozent
  5. Standby-Verbrauch des Systems mitrechnen, sonst fällt der Wert zu freundlich aus
  6. Zum Schluss mit dem Datenblatt und der HTW-Inspektion vergleichen

Wie man Wirkungsgrade fair vergleicht

Aussagekräftig ist der System-Roundtrip-Wirkungsgrad (AC zu AC bzw. PV zu AC), nicht der geschönte Zellwirkungsgrad. Die unabhängige Referenz ist die Stromspeicher-Inspektion der HTW Berlin mit ihrem System Performance Index - dort trennen sich effiziente Systeme deutlich vom Mittelfeld. Als Daumenwert: Gute Heimspeicher liegen um 90 Prozent und mehr, dazu kommt der Standby-Verbrauch als oft übersehener Posten.

Zwei Details verschieben das Bild zusätzlich. Erstens der Teillastbereich: Viele Systeme erreichen ihre Bestwerte nur bei hoher Leistung, im Alltag laufen sie aber oft mit wenigen hundert Watt für die Grundlast. Zweitens die Spannungslage, denn Hochvolt-Speicher arbeiten wegen der geringeren Ströme meist etwas verlustärmer als Niedervolt-Systeme. Und ein Wert, der gern mit dem Wirkungsgrad verwechselt wird, ist die nutzbare Speicherkapazität: Sie hängt an der Entladetiefe und sagt nichts darüber aus, wie effizient der Speicher arbeitet.

Was ein guter Wirkungsgrad im Alltag bringt

Jede Kilowattstunde, die nicht als Abwärme verpufft, erhöht deinen Eigenverbrauch und damit den Autarkiegrad. Bei rund 2.000 im Jahr gespeicherten Kilowattstunden macht ein Unterschied von fünf Prozentpunkten grob 100 Kilowattstunden aus, was je nach Tarif meist ein überschaubarer, aber dauerhafter Posten ist. Wie viel das bei deinem Strompreis bedeutet, rechnest du am schnellsten mit dem Stromkosten-Rechner aus.

Wer den Wirkungsgrad wirklich ausreizen will, füttert den Speicher mit möglichst viel eigenem Strom: Eine gut ausgelegte Photovoltaikanlage oder ein Balkonkraftwerk liefert den Überschuss, den ein effizientes System dann fast vollständig in den Abend rettet.

Fragen zum Wirkungsgrad


Welchen Wirkungsgrad haben Batteriespeicher?

Batteriespeicher fürs Eigenheim erreichen als Gesamtsystem meist 85 bis 95 Prozent. Die Zellen selbst liegen höher, entscheidend ist aber der Weg über Wechselrichter und Steuerung, der zusätzlich Energie kostet.

Welcher Wirkungsgrad ist bei einem Stromspeicher gut?

Ein System-Roundtrip-Wirkungsgrad ab etwa 90 Prozent gilt bei Heimspeichern als gut. Wichtig ist, Systemwerte zu vergleichen - reine Zell- oder Wechselrichter-Wirkungsgrade schönen das Bild.

Welche Verluste entstehen bei einem PV-Batteriespeicher?

Verluste entstehen an vier Stellen: in den Zellen beim Laden und Entladen, bei jeder Wandlung zwischen Gleich- und Wechselstrom, im Standby-Betrieb von Steuerung und Batteriemanagement sowie durch Selbstentladung in längeren Ruhephasen.

Wie viel Strom geht im Speicher verloren?

In einem guten Heimspeicher gehen rund 8 bis 12 Prozent der gespeicherten Energie verloren, durch Wandlung, Zellverluste und Standby. Bei 2.000 gespeicherten Kilowattstunden im Jahr sind das etwa 160 bis 240 Kilowattstunden.

Wie hoch ist der Wirkungsgrad eines Batteriespeicherkraftwerks?

Große Batteriespeicherkraftwerke im Netz kommen auf Werte ähnlich wie Heimspeicher, meist um 85 bis 90 Prozent. Pumpspeicherkraftwerke liegen mit 75 bis 85 Prozent darunter, speichern dafür aber sehr viel größere Energiemengen.

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