Kalendarische Alterung
Was ist kalendarische Alterung?
Kalendarische Alterung ist der Kapazitätsverlust einer Batterie allein durch die Zeit - unabhängig davon, ob sie benutzt wird. Neben der zyklischen Alterung durch Ladezyklen ist sie der zweite große Verschleißfaktor: Auch ein nie benutzter Akku ist nach 15 Jahren nicht mehr neuwertig.
Was die kalendarische Alterung beschleunigt
- Hohe Temperatur: der größte Feind - dauerhafte Wärme lässt die Zellchemie schneller degradieren (grobe Regel: 10 Grad mehr verdoppeln die Alterungsrate)
- Hoher Ladezustand: dauerhaft randvolle Zellen altern schneller als halbvolle
- Zellchemie: LiFePO4 altert kalendarisch deutlich gnädiger als NMC-Zellen
Was das für den Speicher-Alltag heißt
Der Aufstellort ist die wichtigste Stellschraube: kühler Keller schlägt heißen Dachboden, verschatteter Carport schlägt Südwand. Den Ladezustand managt das BMS - der normale Tageszyklus (mittags voll, morgens teilleer) ist von Natur aus alterungsfreundlich. Realistische Gesamtlebensdauer moderner LiFePO4-Heimspeicher: 15 bis 20 Jahre, wobei am Ende meist die Kalender-, nicht die Zyklenalterung den Takt vorgibt.
Fragen zur kalendarischen Alterung
Altert ein Akku auch ohne Benutzung?
Ja, jeder Akku altert kalendarisch - die Zellchemie degradiert mit der Zeit von selbst. Kühle Lagerung bei mittlerem Ladezustand verlangsamt den Prozess deutlich.
Was altert einen Speicher schneller: Zyklen oder Zeit?
Bei modernen LiFePO4-Speichern mit 6.000+ Zyklen Reserve limitiert im Heimeinsatz meist die kalendarische Alterung - die Zyklen sind nach 20 Jahren schlicht noch nicht aufgebraucht. Heiß aufgestellte oder dauervolle Speicher kippen die Rechnung Richtung Zeit.