Energie sparen: Warmwasserverbrauch senken

Wie kann ich beim Warmwasser sparen?

Warmwasser sparen gelingt über drei Hebel: weniger Durchfluss an der Dusche, kürzere Laufzeiten und eine sinnvoll eingestellte Temperatur. Ein Sparduschkopf halbiert die Wassermenge pro Minute, ohne dass das Duschgefühl darunter leidet. Wer zusätzlich die Duschzeit kürzt und den Speicher nicht unnötig heiß fährt, senkt den Energiebedarf fürs Warmwasser meist deutlich.

Warum ist Warmwasser der unterschätzte Kostentreiber?

Nach der Heizung ist Warmwasser der zweitgrößte Energieposten im Haushalt und steht laut co2online für rund 15 Prozent des Energieverbrauchs. Bei elektrischer Bereitung über Durchlauferhitzer oder Boiler schlägt jede Dusche direkt auf die Stromrechnung durch: Eine einzige Minute heißes Duschen kostet mehr Energie als eine Stunde Fernsehen. Und während der Heizbedarf durch bessere Dämmung sinkt, bleibt der Warmwasserbedarf konstant und wiegt anteilig immer schwerer. Wo die größten Posten im Haushalt liegen, zeigt der Überblick über die typischen Stromfresser im Haushalt.

Was verbraucht im Haushalt am meisten Warmwasser?

Die Dusche ist der mit Abstand größte Warmwasser-Verbraucher, gefolgt vom Vollbad. Die Tabelle rechnet mit Kaltwasser von 10 Grad, 40 Grad Mischwassertemperatur und 35 Cent je Kilowattstunde.

Anwendung Warmwasser Energie Kosten
Duschen 6 Minuten, herkömmliche Brause (12 l/min) ca. 70 Liter ca. 2,4 kWh ca. 0,85 Euro
Duschen 6 Minuten, Sparduschkopf (6 l/min) ca. 36 Liter ca. 1,3 kWh ca. 0,45 Euro
Vollbad 150 bis 200 Liter 5 bis 7 kWh 1,80 bis 2,40 Euro
Spülen von Hand, ein Becken ca. 15 Liter ca. 0,5 kWh ca. 0,18 Euro
Händewaschen warm, eine Minute ca. 5 Liter ca. 0,2 kWh ca. 0,06 Euro

Bei Speicher und Boiler kommen Bereitschaftsverluste obendrauf, weil das Gerät die Temperatur auch dann hält, wenn niemand zapft. Was dein Gerät wirklich zieht, zeigt ein Strommessgerät, und der Stromkosten-Rechner macht daraus Euro.

So setzt du es um

  1. Sparduschkopf mit 5 bis 6 Litern Durchfluss einbauen, alte Brause abschrauben genügt.
  2. Duschzeit auf rund sechs Minuten begrenzen, ein Lied als Taktgeber reicht dafür schon.
  3. Wassertemperatur einen Tick kühler wählen, statt heiß aufzudrehen und kalt nachzumischen.
  4. Strahlregler an Waschbecken und Spüle nachrüsten, das Stück kostet nur wenige Euro.
  5. Händewaschen kalt erledigen, sonst springt der Durchlauferhitzer für Sekunden an.
  6. Vollbad zur Ausnahme machen, eine Wanne entspricht grob zwei bis drei Duschen.
  7. Speicher per Zeitschaltung in die Mittagsstunden legen, wenn eine Solaranlage liefert.

Den letzten Punkt kannst du weiterdenken: Wer Großverbraucher in die Sonnenstunden legt, heizt das Wasser mit eigenem statt mit teurem Netzstrom. Der gleiche Gedanke gilt beim Waschen mit 30 Grad, denn auch dort steckt der Löwenanteil der Energie im Aufheizen.

Welche Temperatur ist beim Warmwasser richtig?

Die Speichertemperatur ist ein Kompromiss zwischen Hygiene und Verlusten: Je heißer der Speicher, desto mehr Wärme geht ungenutzt über Behälter und Leitungen verloren, gleichzeitig braucht es genug Temperatur, damit sich in größeren Speichern keine Legionellen vermehren. Für zentrale Warmwasserspeicher gilt deshalb der Richtwert von 60 Grad am Speicheraustritt, bei kleinen Untertischgeräten mit kurzen Leitungen darf es weniger sein. Ein Durchlauferhitzer heizt nur beim Zapfen und kennt keine Standby-Verluste: Dort ist die Zapftemperatur der Stellhebel, und 40 bis 45 Grad reichen im Alltag fast immer.

Sparduschkopf: worauf kommt es beim Kauf an?

Entscheidend ist eine einzige Zahl, die Durchflussmenge pro Minute. Als wassersparend gelten Brausen ab etwa 5 bis 6 Litern, herkömmliche Duschköpfe verbrauchen laut co2online das Zwei- bis Dreifache. Bezeichnungen wie eco sagen für sich genommen wenig aus, der Blaue Engel dagegen ist ein belastbares Kennzeichen. Gewinde sind genormt, der Wechsel gelingt ohne Handwerker.

Welche Durchflussmenge zur eigenen Installation passt, was beim hydraulischen Durchlauferhitzer zu beachten ist und wie der Tausch Schritt für Schritt läuft, steht ausführlich im Ratgeber zum Sparduschkopf.

Was es wirklich bringt

Ein 2-Personen-Haushalt mit Durchlauferhitzer kann mit Sparduschkopf und kürzeren Duschzeiten grob 300 bis 500 Kilowattstunden im Jahr sparen, je nach Duschgewohnheiten und Ausgangslage. Das ist einer der größten Einzelhebel im Haushalt, und die Investition bleibt meist zweistellig. Am größeren Posten arbeitet der Ratgeber Heizkosten sparen weiter.

Warmwasser mit dem eigenen Strom erzeugen

Der zweite Schritt nach dem Sparen ist die günstigere Erzeugung. Ein PV-Heizstab schiebt überschüssigen Solarstrom in den Warmwasserspeicher, statt ihn für wenige Cent ins Netz zu geben. Noch effizienter arbeitet eine Brauchwasserwärmepumpe, die aus einer Kilowattstunde Strom ein Mehrfaches an Wärme macht. Beide Wege erhöhen den Eigenverbrauch. Und weil selten dann die Sonne scheint, wenn geduscht wird, verschiebt ein Balkonkraftwerk mit Speicher den Strom in die Abendstunden.

Fragen zum Warmwasser sparen


Wie kann ich beim Duschen Warmwasser sparen?

Ein Sparduschkopf ist beim Duschen der wirksamste Hebel: 5 bis 6 Liter pro Minute halbieren die Wassermenge gegenüber einer üblichen Brause und damit auch den Energiebedarf pro Duschgang. Dazu kommen eine kürzere Duschzeit und eine Mischwassertemperatur um 40 Grad.

Was verbraucht im Haushalt am meisten Warmwasser?

Das Duschen verbraucht im Haushalt am meisten Warmwasser, gefolgt vom Vollbad. Sechs Minuten Duschen kommen mit herkömmlicher Brause auf rund 70 Liter, eine gefüllte Badewanne auf 150 bis 200 Liter. Küche und Waschbecken fallen dagegen kaum ins Gewicht.

Wie viel Warmwasserverbrauch im Monat ist normal?

Als normal gelten grob 30 bis 50 Liter Warmwasser pro Person und Tag, also etwa 900 bis 1.500 Liter im Monat. Energetisch sind das je nach Temperatur und Bereitungsart ungefähr 40 bis 80 Kilowattstunden pro Person und Monat.

Wie oft sollte man Warmwasser pro Tag aufheizen?

Ein Warmwasserspeicher muss nicht rund um die Uhr auf Temperatur gehalten werden: Meist reicht ein Aufheizvorgang pro Tag, sinnvollerweise vor der Zeit mit dem höchsten Bedarf oder mittags, wenn eine Solaranlage liefert. Ein Durchlauferhitzer heizt ohnehin nur beim Zapfen.

Einordnung, keine Rechtsberatung. Die Angaben zur Speichertemperatur und zur Trinkwasserhygiene sind allgemeine Richtwerte, verbindlich sind die Vorgaben für deine konkrete Anlage und die Auskunft deines Installateurs. Arbeiten am Durchlauferhitzer und an der Elektroinstallation gehören in die Hand einer Elektrofachkraft. Für Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr.

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