Brauchwasserwärmepumpe (Warmwasserwärmepumpe)
Was ist eine Brauchwasserwärmepumpe?
Eine Brauchwasserwärmepumpe (auch Warmwasserwärmepumpe) erwärmt ausschließlich das Trink- und Duschwasser eines Haushalts - nicht die Heizung. Sie entzieht der Umgebungsluft Wärme, verstärkt sie per Kompressor und lädt damit ihren integrierten Wasserspeicher. Aus einer Kilowattstunde Strom macht sie so rund drei Kilowattstunden Warmwasser.
Wie funktioniert eine Brauchwasserwärmepumpe?
- Ein Ventilator saugt Raumluft an, meist im Keller oder Hauswirtschaftsraum
- Ein Kältemittel nimmt die Wärme der Luft auf und verdampft
- Der Kompressor verdichtet das Kältemittel - die Temperatur steigt deutlich
- Ein Wärmetauscher überträgt die Wärme an den integrierten Wasserspeicher (meist 200 bis 300 Liter)
- Die abgekühlte, entfeuchtete Luft strömt zurück in den Raum
Der Wirkungsgrad wird als COP angegeben - übliche Geräte erreichen Werte um 3: dreimal mehr Wärme, als Strom hineinfließt. Ein elektrischer Boiler oder Durchlauferhitzer schafft nur das Verhältnis 1:1.
Verbrauch und Kosten im Überblick
| Kennwert | Typischer Bereich |
|---|---|
| Stromverbrauch pro Jahr (3-4 Personen) | grob 500-1.500 kWh, je nach Aufstellort und Bedarf |
| Stromkosten pro Jahr (35 ct/kWh) | etwa 175-525 Euro |
| Gerätepreis | meist 1.500-3.500 Euro |
| Mit Installation | je nach Aufwand oft 3.000-6.500 Euro |
| Speichergröße | 200-300 Liter (Einfamilienhaus) |
| Aufstellraum | frostfrei, als Faustwert ab etwa 20 m³ Luftvolumen |
Der doppelte Nebeneffekt: kühlt und entfeuchtet
Weil das Gerät der Raumluft Wärme entzieht, kühlt der Aufstellraum spürbar ab und wird zugleich entfeuchtet. Im feuchten Keller ist das ein Gratis-Vorteil (Schimmelschutz, trockenere Vorräte) - in beheizten Räumen dagegen unerwünscht, denn dort würde die Wärmepumpe indirekt mit Heizenergie gefüttert. Sinkt die Raumtemperatur dauerhaft unter etwa 8 bis 10 Grad, lässt zudem die Effizienz nach. Die Standortwahl entscheidet also über die Wirtschaftlichkeit mit.
Das Traumpaar: Brauchwasserwärmepumpe und Photovoltaik
In der PV-Szene gilt die Brauchwasserwärmepumpe als einer der besten Überschuss-Verwerter überhaupt: Ihr Verdichter zieht nur wenige hundert Watt - das deckt eine PV-Anlage mittags spielend. Viele Geräte sind "PV-ready" oder SG-ready und starten gezielt dann, wenn Überschuss anliegt; ein Energiemanagementsystem übernimmt die Steuerung automatisch. So wird der 200-Liter-Speicher zum thermischen Stromspeicher: Sonnenstrom wird als Warmwasser für den Abend gebunkert - deutlich günstiger pro gespeicherter Kilowattstunde als jede Batterie und die effizientere Alternative zum simplen Heizstab. Wer Großverbraucher in die Sonnenstunden legt, sollte hier anfangen.