Rundsteuerempfänger

Was ist ein Rundsteuerempfänger?

Ein Rundsteuerempfänger ist ein kleines Empfangsgerät im Zählerschrank, über das der Netzbetreiber Schaltbefehle an Anlagen im Haus schickt. Die Signale laufen als Tonfrequenz über das Stromnetz oder per Langwellenfunk. Typische Aufgaben sind das Umschalten der Zählertarife, das Freigeben von Nachtspeicherheizungen und das Drosseln der Einspeiseleistung von PV-Anlagen bei Netzüberlastung.

Wie funktioniert ein Rundsteuerempfänger?

Die Rundsteuertechnik nutzt das Stromnetz selbst als Übertragungsweg. Der Ablauf in fünf Schritten:

  1. Der Netzbetreiber stellt eine Netzüberlastung fest oder plant einen Tarifwechsel.
  2. Ein Rundsteuersender im Umspannwerk überlagert der Netzspannung ein Impulstelegramm.
  3. Das Signal läuft über die Leitungen bis in den Zählerschrank im Haus.
  4. Der Empfänger filtert das Telegramm heraus und erkennt den Schaltbefehl.
  5. Ein Relais schaltet den Verbraucher oder gibt dem Wechselrichter die Leistungsstufe vor.

Die Impulse liegen im Bereich von rund 110 bis 2.000 Hertz, ein Telegramm braucht je nach Code einige Sekunden bis Minuten. Bei der Funkvariante kommt derselbe Befehl stattdessen per Langwelle.

Wofür Netzbetreiber die Rundsteuertechnik nutzen

Der große Bruder auf Netzebene ist der Redispatch, bei dem ganze Kraftwerksleistungen verschoben werden. Für kleine Hausanlagen und Balkonkraftwerke ist die Rundsteuertechnik üblicherweise kein Thema.

Rundsteuerempfänger oder Steuerbox: die Unterschiede

Die Rundsteuertechnik stammt aus einer Zeit ohne Rückkanal: Der Netzbetreiber sendet, weiß aber nicht, was ankommt. Mit dem Rollout intelligenter Messsysteme übernimmt die Steuerbox am Smart-Meter-Gateway diese Aufgabe.

Merkmal Rundsteuerempfänger Steuerbox am Smart Meter
Signalweg Tonfrequenz über das Stromnetz oder Langwellenfunk digitale Daten über das Gateway
Kommunikation nur Empfang, kein Rückkanal in beide Richtungen, mit Rückmeldung
Steuerung feste Stufen wie 100, 60, 30 und 0 Prozent feinere Vorgaben, auch je Gerät
Typischer Einsatz ältere PV-Anlagen, Nachtspeicher, Wärmepumpen Neuanlagen und steuerbare Verbrauchseinrichtungen
Perspektive läuft im Bestand weiter vorgesehene Technik für den weiteren Rollout

Wie schnell die Umstellung kommt, hängt am Rollout-Fortschritt des zuständigen Messstellenbetreibers: Wer heute einen Smart Meter bekommt, wird künftig eher über die Steuerbox angesprochen. Für steuerbare Verbraucher wie Wärmepumpe und Wallbox gilt zusätzlich Paragraf 14a EnWG, für neue PV-Anlagen das Solarspitzengesetz.

Was Anlagenbetreiber wissen sollten

Ob ein Empfänger überhaupt verlangt wird, steht in den technischen Anschlussbedingungen deines Netzgebiets und wird bei der Anmeldung der Anlage geklärt. Gerätetyp und Kostenregelung gibt der Netzbetreiber vor, eingebaut wird im Zuge des Netzanschlusses.

Was eine Abregelung für den Eigenverbrauch bedeutet

Wird die Einspeiseleistung an sonnigen Mittagen gedrosselt, geht genau die Leistung verloren, die sonst ins Netz gegangen wäre. Ein Stromspeicher fängt diese Spitze auf: Die Energie landet in der Batterie statt im Abregelungsverlust und steht abends als Eigenverbrauch zur Verfügung. Das wiegt umso schwerer, je niedriger die Einspeisevergütung ausfällt. Wer gar nichts ins Netz geben will, findet unter Nulleinspeisung die passende Betriebsart.

Fragen zum Rundsteuerempfänger


Wann benötige ich einen Rundsteuerempfänger?

Einen Rundsteuerempfänger fordert der örtliche Netzbetreiber vor allem bei größeren Erzeugungsanlagen im Rahmen des Einspeisemanagements sowie bei fernschaltbaren Verbrauchern wie Nachtspeicherheizungen. Bei der Anmeldung der Anlage erfährst du verbindlich, welche Steuertechnik in deinem Netzgebiet gefordert ist.

Wie viel kostet ein Rundsteuerempfänger?

Die Kosten für einen Rundsteuerempfänger bestehen aus dem Gerät, dem Einbau im Zählerschrank durch eine Elektrofachkraft und je nach Netzgebiet einem laufenden Entgelt. Wie hoch die einzelnen Posten ausfallen, unterscheidet sich deutlich; maßgeblich ist das Preisblatt deines Netzbetreibers.

Wer zahlt den Rundsteuerempfänger?

Den Rundsteuerempfänger zahlt in aller Regel der Anschlussnehmer, also der Betreiber der Anlage. Manche Netzbetreiber stellen das Gerät und rechnen es über ein laufendes Entgelt ab, andere lassen es kaufen.

Wo muss der Rundsteuerempfänger installiert werden?

Der Rundsteuerempfänger sitzt im Zählerschrank nahe am Stromzähler, oft auf dem Klemmendeckel oder auf einer eigenen Hutschiene. Den Platz gibt der Netzbetreiber beziehungsweise Messstellenbetreiber vor.

Wer muss den Rundsteuerempfänger einbauen?

Den Einbau übernimmt eine beim Netzbetreiber eingetragene Elektrofachkraft, meist im Zuge der Zählerschrank-Arbeiten beim Netzanschluss. Anschluss und Parametrierung sind Aufgabe des Fachbetriebs, weil dabei im plombierten Bereich des Zählerschranks gearbeitet wird.

Einordnung, keine Rechtsberatung. Welche Steuertechnik deine Anlage braucht, wer das Gerät bezahlt und wann dein Netzgebiet auf das intelligente Messsystem umstellt, legt der Netzbetreiber in seinen Anschlussbedingungen und Preisblättern fest. Diese Regeln unterscheiden sich je Netzgebiet und ändern sich laufend. Verbindlich ist allein die Auskunft deines Netzbetreibers; Arbeiten im Zählerschrank gehören in die Hand einer eingetragenen Elektrofachkraft. Für Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr.

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