Messstellenbetreiber

Was ist ein Messstellenbetreiber?

Der Messstellenbetreiber ist das Unternehmen, das den Stromzähler einbaut, betreibt, wartet und abliest - unabhängig vom Stromanbieter. Er übermittelt die Messwerte an Netzbetreiber und Stromlieferanten und erscheint auf der Stromrechnung meist als eigener Posten unter Messstellenbetrieb, standardmäßig übernimmt diese Aufgabe der örtliche Netzbetreiber als grundzuständiger Messstellenbetreiber.

Grundzuständiger und wettbewerblicher Messstellenbetreiber: der Unterschied

Beim Messstellenbetrieb gibt es zwei Varianten mit unterschiedlichem Wahlrecht:

Grundzuständiger Messstellenbetreiber Wettbewerblicher Messstellenbetreiber
Wer übernimmt das üblicherweise Der örtliche Netzbetreiber Ein freier, unabhängiger Anbieter
Zuständigkeit Automatisch zugewiesen Von Kundinnen und Kunden frei wählbar
Typisches Zählermodell Standardzähler oder moderne Messeinrichtung Oft spezialisiert auf Smart Meter und Energiemanagement
Wechsel möglich Ja, hin zum wettbewerblichen Anbieter Ja, zurück oder zu einem anderen Anbieter

Wie findest du deinen Messstellenbetreiber heraus?

  1. Aktuelle Stromrechnung prüfen: Der Name steht meist unter "Messstellenbetrieb" oder "Messentgelt".
  2. Aufkleber am Stromzähler lesen: Viele Messstellenbetreiber kennzeichnen ihre Geräte direkt vor Ort.
  3. Ohne Sonderfall gilt der örtliche Netzbetreiber als grundzuständiger Messstellenbetreiber.
  4. Bei PV-Anlagen in den Anmeldeunterlagen zum Marktstammdatenregister nachsehen.
  5. Beim Kundenservice des Netzbetreibers anrufen und gezielt nachfragen.

Messstellenbetreiber, Netzbetreiber und Stromanbieter: wer macht was?

Die drei Rollen werden häufig verwechselt, sind aber klar getrennt: Der Netzbetreiber betreibt die Leitungen, der Messstellenbetreiber kümmert sich um den Zähler, und der Stromanbieter liefert die Energie und stellt die Rechnung. Ein und dasselbe Unternehmen kann zwar mehrere dieser Rollen gleichzeitig ausfüllen, verbraucherrechtlich bleiben es aber getrennte Zuständigkeiten mit eigenen Ansprechpartnern.

Messstellenbetreiber und Smart Meter: Rolle bei PV-Anlage und Speicher

Bei größeren PV-Anlagen und beim Einbau steuerbarer Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG ist der Messstellenbetreiber zuständig für den Einbau des Smart Meters und des Zweirichtungszählers, der Einspeisung und Bezug getrennt erfasst. Wer die Anlage auf Nulleinspeisung oder einen dynamischen Tarif umstellen will, kommt am Messstellenbetreiber praktisch nicht vorbei - er liefert den passenden Zähler dafür. Wie sich ein Speicher mit dem richtigen Zähler und Tarif optimal kombinieren lässt, zeigt die Solarspeicher-Übersicht.

Fragen zum Messstellenbetreiber


Ist der Messstellenbetreiber auch der Stromanbieter?

Nein, der Messstellenbetreiber ist in der Regel nicht der Stromanbieter. Er ist ausschließlich für Einbau, Betrieb und Ablesung des Zählers zuständig, während der Stromanbieter die Energie liefert und abrechnet - beide Posten tauchen aber häufig getrennt auf derselben Stromrechnung auf.

Welche Messstellenbetreiber gibt es?

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Messstellenbetreibern: den grundzuständigen, meist den örtlichen Netzbetreiber, und den wettbewerblichen, einen frei wählbaren unabhängigen Anbieter. Beide dürfen Zähler einbauen, betreiben und ablesen, unterscheiden sich aber im Wahlrecht der Kundinnen und Kunden.

Kann ich den Messstellenbetreiber wechseln?

Ja, ein Wechsel des Messstellenbetreibers ist grundsätzlich möglich, meist hin zu einem wettbewerblichen Anbieter mit zusätzlichen Leistungen wie Smart-Meter-Portalen. Vor dem Wechsel lohnt sich ein Blick auf Kündigungsfristen und mögliche Zusatzkosten des aktuellen Vertrags.

Wer zahlt den Messstellenbetreiber?

Die Kosten für den Messstellenbetreiber tragen in der Regel die Anschlussnutzerinnen und -nutzer über die jährliche Messstellengebühr, die je nach Zählertyp gesetzlich gedeckelt sein kann. Sie erscheint meist als eigener Posten auf der Stromrechnung.

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