Strom sparen: Alte Stromfresser-Geräte ersetzen

Wann lohnt es sich, alte Geräte zu ersetzen?

Alte Geräte ersetzen lohnt sich vor allem bei Dauerläufern. Kühlschrank, Gefriertruhe und Heizungspumpe arbeiten rund um die Uhr und ziehen in älteren Baujahren oft doppelt so viel Strom wie aktuelle Effizienzmodelle. Als grober Anhaltspunkt gilt bei Kühlgeräten ein Jahresverbrauch über etwa 240 Kilowattstunden. Gelegenheitsgeräte bleiben dagegen meist bis zum Defekt im Einsatz.

Welche Geräte lohnen sich zum Tausch, welche nicht?

Entscheidend ist nicht das Alter allein, sondern die Betriebsstunden pro Jahr. Die folgenden Richtwerte zeigen die Größenordnung, der tatsächliche Verbrauch hängt von Modell, Größe und Nutzung ab:

Gerät Laufzeit Altgerät (ca.) Effizientes Neugerät (ca.) Tausch
Heizungspumpe, ungeregelt Heizperiode durchgehend 350-600 kWh/Jahr 60-120 kWh/Jahr meist lohnend
Gefrierschrank, Gefriertruhe 24 Stunden 250-450 kWh/Jahr 150-200 kWh/Jahr meist lohnend
Kühl-Gefrierkombination 24 Stunden 250-400 kWh/Jahr 130-200 kWh/Jahr oft lohnend
Wäschetrockner 2-3x pro Woche 300-450 kWh/Jahr 150-200 kWh/Jahr oft lohnend
Waschmaschine 2-4x pro Woche 170-220 kWh/Jahr 120-150 kWh/Jahr meist bis zum Defekt
Backofen wenige Stunden pro Woche 80-120 kWh/Jahr 60-90 kWh/Jahr meist bis zum Defekt

Detailwerte zu einzelnen Geräten stehen im Ratgeber Stromverbrauch, zum Beispiel für Kühlschrank, Gefrierschrank und Trockner. Welche Geräte im eigenen Haushalt überhaupt zu den Stromfressern zählen, zeigt der Überblick dazu.

So rechnest du den Gerätetausch durch

Die Entscheidung braucht keine Tabellenkalkulation, sondern fünf Schritte und ein paar Minuten:

  1. Verbrauch des alten Geräts mit einem Strommessgerät über mehrere Tage erfassen
  2. Messwert auf zwölf Monate hochrechnen, bei Kühlgeräten idealerweise inklusive Sommertagen
  3. Jahreswert des Wunschgeräts auf dem Energielabel ablesen, in Kilowattstunden
  4. Differenz mit dem eigenen Strompreis multiplizieren, das ergibt die mögliche Jahresersparnis
  5. Kaufpreis durch diese Jahresersparnis teilen und mit der Restlebensdauer des Altgeräts vergleichen

Wie die Messung praktisch abläuft, steht Schritt für Schritt im Ratgeber Stromfresser messen statt raten. Mit dem Stromkosten-Rechner lässt sich die Differenz direkt in Euro umrechnen.

Worauf du beim Energielabel achten solltest

Der Buchstabe auf dem Label sagt weniger, als viele denken: Er bezieht sich immer auf die jeweilige Geräteklasse, ein großer Side-by-Side mit Klasse C kann mehr verbrauchen als ein kleiner Kühlschrank mit Klasse E. Aussagekräftig ist der absolute Jahreswert in Kilowattstunden, der ebenfalls auf dem Label steht. Details zur Systematik stehen unter Energieeffizienzklassen. Seinen Vorteil entfaltet ein Neugerät zudem nur bei passender Einstellung, bei Kühlgeräten helfen die Hinweise zum richtigen Einstellen.

Was der Tausch im Jahr bringt

Ein Kühlschrank, der von 300 auf 120 Kilowattstunden im Jahr sinkt, spart rund 180 Kilowattstunden. Bei einem angenommenen Strompreis von 35 Cent pro Kilowattstunde sind das grob 60 bis 65 Euro pro Jahr. Über zehn Jahre Nutzungsdauer kann sich daraus je nach Kaufpreis ein deutlicher Überschuss ergeben, sicher ist das aber nicht: Bei einem günstigen Tarif fällt die Rechnung schwächer aus. Bei mehreren Dauerläufern summieren sich die Effekte, und die dauerhafte Grundlast sinkt spürbar.

Weniger Verbrauch, mehr eigener Solarstrom

Effiziente Dauerläufer und eigene Stromerzeugung greifen ineinander. Je niedriger die Grundlast, desto größer der Anteil, den eine kleine Solaranlage abdecken kann. Ein Balkonkraftwerk deckt tagsüber häufig genau die Sockellast aus Kühlgerät, Router und Heizungspumpe ab, ein Speicher schiebt den Solarstrom zusätzlich in die Nacht und erhöht den Eigenverbrauch. Große Verbraucher wie Waschmaschine und Trockner lassen sich zusätzlich in die Sonnenstunden legen.

Fragen zum Ersetzen alter Geräte


Wann Elektrogeräte austauschen?

Elektrogeräte austauschen lohnt sich vor allem dann, wenn sie dauerhaft laufen und deutlich mehr verbrauchen als aktuelle Modelle. Bei Kühl- und Gefriergeräten gilt ein Jahresverbrauch von mehr als etwa 240 Kilowattstunden als Signal für einen Tausch. Geräte, die nur wenige Stunden pro Woche laufen, bleiben meist sinnvoll bis zum Defekt in Betrieb.

Soll man einen 20 Jahre alten Gefrierschrank austauschen?

Ein 20 Jahre alter Gefrierschrank gehört meist zu den lohnendsten Tauschkandidaten im Haushalt. Geräte dieses Baujahrs verbrauchen häufig doppelt so viel wie ein aktuelles Modell, und weil sie ununterbrochen laufen, wirkt die Differenz über das ganze Jahr. Ein Messgerät liefert vor der Entscheidung den tatsächlichen Wert.

Ist ein alter Kühlschrank ein Stromfresser?

Ja, ein alter Kühlschrank zählt häufig zu den größten Stromfressern im Haushalt. Verschlissene Dichtungen, vereiste Verdampfer und veraltete Kompressoren treiben den Verbrauch nach oben, während moderne Geräte mit besserer Dämmung und geregelten Kompressoren deutlich sparsamer arbeiten.

Soll man einen 10 Jahre alten Kühlschrank austauschen?

Ein zehn Jahre alter Kühlschrank ist ein Grenzfall und sollte vor dem Tausch nachgemessen werden. Liegt der Jahresverbrauch nahe an dem eines Neugeräts, lohnt sich das Weiternutzen. Zeigt die Messung deutlich höhere Werte, etwa durch eine defekte Dichtung, spricht viel für den Austausch.

Was kann man mit alten Elektrogeräten machen?

Alte Elektrogeräte gehören nicht in den Hausmüll, sondern zum Wertstoffhof oder in die Rücknahme des Handels. Größere Elektrofachmärkte nehmen Altgeräte an, funktionierende Geräte lassen sich außerdem verkaufen oder weitergeben. Ein Zweitkühlschrank im Keller sollte allerdings eher stillgelegt als weiterbetrieben werden.

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