Peak Shaving (Lastspitzenkappung)

Was ist Peak Shaving?

Peak Shaving (deutsch: Lastspitzenkappung) bezeichnet das Abfangen kurzer Verbrauchsspitzen durch einen Batteriespeicher. Steigt die bezogene Leistung über eine festgelegte Schwelle, deckt der Speicher die Differenz und rasiert die Spitze ab. Da Gewerbekunden ihre Netzentgelte nach der höchsten Viertelstunde des Jahres zahlen, wirkt jede gekappte Spitze zwölf Monate lang nach.

Wie funktioniert die Lastspitzenkappung mit Batteriespeicher?

Peak Shaving ist reine Regelungstechnik: Ein Energiemanagementsystem beobachtet den Bezug in Echtzeit und schaltet den Speicher genau dann zu, wenn die Leistung nach oben ausbricht.

  1. Lastgang messen: Der Zähler erfasst den Netzbezug je Viertelstunde.
  2. Schwelle festlegen: Das Energiemanagement bekommt eine Obergrenze in Kilowatt.
  3. Überwachen: Die Steuerung vergleicht laufend Ist-Leistung und Schwelle.
  4. Kappen: Oberhalb der Schwelle deckt der Speicher die Differenz aus der Batterie.
  5. Nachladen: In der Schwachlast oder aus PV-Überschuss füllt sich der Speicher wieder.
  6. Nachjustieren: Das Lastprofil zeigt, ob die Schwelle noch passt.

Warum Peak Shaving für Unternehmen bares Geld wert ist

Gewerbekunden mit Leistungsmessung zahlen neben dem Arbeitspreis für jede Kilowattstunde zusätzlich einen Leistungspreis. Maßgeblich ist die eine Viertelstunde im Jahr, in der alle Maschinen gleichzeitig anlaufen: Sie bestimmt die Netzentgelte für die kommenden zwölf Monate. Ein Gewerbespeicher, der genau diese Ausreißer kappt, zahlt sich deshalb oft eher über den gedrückten Leistungspreis aus als über den reinen Eigenverbrauch. Peak Shaving ist damit der wirtschaftliche Kern vieler Gewerbespeicher-Projekte. Wie viel dabei zusammenkommt, hängt stark vom Lastgang, vom Netzgebiet und von der Höhe der Spitzen ab.

Wo Peak Shaving wirkt: Gewerbe, Haushalt, PV-Anlage

Je nach Anwendungsfall meint der Begriff etwas anderes:

Einsatzfall Was gekappt wird Was es typisch bringt
Gewerbe mit Leistungsmessung Bezugsspitze in der teuersten Viertelstunde niedrigerer Leistungspreis für zwölf Monate
Haushalt mit Wallbox und Wärmepumpe gleichzeitiger Bezug am Hausanschluss Anschlussgrenze wird eingehalten, Lastreserve bleibt frei
Haushalt mit steuerbarer Verbrauchseinrichtung Bezug während einer Steuerungsphase Speicher überbrückt die Drosselung, Komfort bleibt
PV-Anlage mit Einspeisebegrenzung Erzeugungsspitze am Mittag Mittagsstrom landet im Speicher statt in der Abregelung

Was Peak Shaving im Privathaushalt bringt

Haushalte zahlen bisher keinen Leistungspreis, der Hebel liegt hier woanders. Interessant wird das Prinzip überall dort, wo der Hausanschluss an seine Grenze kommt: Laden Wallbox und Wärmepumpe gleichzeitig, springt der Speicher als Puffer ein und hält den Bezug unter der kritischen Marke. Denselben Dienst leistet er bei § 14a EnWG, wenn der Netzbetreiber steuerbare Verbraucher vorübergehend drosselt. Und bei einem dynamischen Stromtarif verschiebt dieselbe Technik den Bezug in die günstigen Stunden, statt ihn nur zu begrenzen. Wer seine Grundlast kennt, sieht schnell, welche Geräte die Spitzen überhaupt erzeugen.

Was der Speicher dafür mitbringen muss

Für Peak Shaving zählt vor allem Entladeleistung: Der Speicher muss die Differenz zur Schwelle sofort liefern können, sonst rutscht die Spitze durch. Die C-Rate zeigt, welche Leistung eine Batterie im Verhältnis zu ihrer Speicherkapazität abgeben darf. Dazu kommen eine ausreichend schnelle Messung des Netzbezugs, im Gewerbe meist über eine Wandlermessung, und ein Energiemanagement, das den Speicher gezielt ansteuert statt ihn nur nach Sonnenstand zu füllen.

Fragen zum Peak Shaving


Ist Peak Shaving sinnvoll?

Peak Shaving ist vor allem für Betriebe mit Leistungspreis-Abrechnung sinnvoll, weil dort jede gekappte Spitze die Netzentgelte eines ganzen Jahres senkt. Im Privathaushalt zahlt das Prinzip eher auf Anschlussgrenze, Lastmanagement und Tarif-Optimierung ein.

Was ist Peak Shaving bei PV-Anlage?

Bei einer PV-Anlage meint Peak Shaving das Kappen der Erzeugungsspitze: Der Speicher nimmt die Mittagsleistung auf, die sonst abgeregelt würde. Relevant ist das bei Einspeisebegrenzungen und bei Nulleinspeisung, wo überschüssige Leistung ohne Speicher verloren geht.

Wie berechnet man Lastspitzen?

Lastspitzen werden aus dem Lastgang abgelesen: Der Zähler mittelt die bezogene Leistung über jede Viertelstunde, der höchste dieser Werte im Abrechnungszeitraum ist die Lastspitze. Aus dem Abstand zwischen dieser Spitze und dem Normalbetrieb ergibt sich, wie viel Leistung ein Speicher kappen müsste.

Was ist Peak Shaving bei SENEC?

Peak Shaving heißt bei Heimspeichern wie denen von SENEC ein eigener Lademodus: Der Speicher bleibt am Vormittag bewusst leer und lädt erst zur Mittagsspitze, damit die höchste Erzeugungsleistung in der Batterie landet statt abgeregelt zu werden.

Was ist Spitzenlastabdeckung?

Spitzenlastabdeckung bezeichnet das Decken kurzzeitiger Lastspitzen durch eine zusätzliche Quelle, früher meist ein Spitzenlastkraftwerk, heute im Gebäude ein Batteriespeicher. Peak Shaving ist die Variante davon, bei der die Spitze gar nicht erst aus dem Netz gezogen wird.

Einordnung, keine Rechtsberatung. Ob und wie ein Leistungspreis abgerechnet wird, hängt vom Netzgebiet, vom Zählertyp und vom jeweiligen Netzentgelt-Modell ab, und diese Regeln werden regelmäßig angepasst. Verbindlich sind allein die Auskunft deines Netzbetreibers und dein Stromliefervertrag. Für Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr.

Damit der Speicher Spitzen kappen kann, muss er erst einmal gefüllt sein: Am günstigsten kommt der Strom dafür vom eigenen Dach oder vom Balkonkraftwerk.

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