Wärmepumpe mit Photovoltaik: Solarstrom fürs Heizen nutzen

Wärmepumpe mit Photovoltaik: die Vorteile

Eine Wärmepumpe mit Photovoltaik heizt mit Strom vom eigenen Dach: Die Solaranlage liefert den Strom, die Wärmepumpe macht daraus zusammen mit der Umweltwärme ein Vielfaches an Heizwärme. Ein Stromspeicher verschiebt den Solarstrom in die Abendstunden, sodass ein größerer Teil des Wärmebedarfs aus eigener Erzeugung gedeckt wird.

Der Reiz der Kombination liegt im Hebel. Eine Photovoltaikanlage erzeugt Strom, der ohne eigenen Verbrauch für wenige Cent ins Netz fließt. Die Wärmepumpe ist der größte Einzelverbraucher im Haus und nimmt genau diesen Strom ab. Aus einer Kilowattstunde Solarstrom werden je nach Anlage und Heizsystem grob drei bis vier Kilowattstunden Wärme. Damit steigt der Eigenverbrauch deutlich, ohne dass sich dein Alltag ändern muss.

Wie groß muss eine Photovoltaikanlage sein, um eine Wärmepumpe zu betreiben?

Die Auslegung folgt dem Stromverbrauch, nicht der Dachfläche. Zum Haushaltsstrom kommt der Bedarf der Wärmepumpe, der im Einfamilienhaus je nach Dämmung und Heizsystem meist zwischen 3.000 und 6.000 Kilowattstunden im Jahr liegt. Als grobe Faustformel gilt: rund 1 kWp Anlagenleistung je 1.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch, aufgerundet, weil die Wärmepumpe vor allem im Winterhalbjahr läuft.

Haushalt Strom Haushalt Strom Wärmepumpe Typische PV-Größe Typischer Speicher
2 Personen, gut gedämmt rund 2.500 kWh rund 3.000 kWh etwa 7 bis 9 kWp etwa 6 bis 8 kWh
4 Personen, Neubau rund 4.000 kWh rund 3.500 kWh etwa 8 bis 11 kWp etwa 8 bis 10 kWh
4 Personen, Bestand saniert rund 4.000 kWh rund 5.000 kWh etwa 10 bis 13 kWp etwa 10 bis 12 kWh
Haus mit Wärmepumpe und E-Auto rund 4.500 kWh rund 5.000 kWh etwa 12 bis 15 kWp etwa 10 bis 15 kWh

Die Werte sind Anhaltspunkte für die erste Einordnung, keine Planung. Wie viel Strom deine Wärmepumpe tatsächlich zieht, hängt an der Jahresarbeitszahl, an den Vorlauftemperaturen und am Gebäude. Der Ratgeber zum Stromverbrauch der Wärmepumpe rechnet das im Detail durch. Wer die Dachfläche hat, plant eher großzügig: Die Mehrkosten je zusätzlichem Kilowatt Peak sind gering, und der Winterertrag ist der Engpass.

Wie viel Solarstrom bekommt die Wärmepumpe übers Jahr?

Hier liegt der ehrliche Kern der Kombination. Die Photovoltaik liefert im Sommer viel und im Dezember wenig, die Wärmepumpe braucht es genau umgekehrt. In den dunklen Monaten kommt oft nur ein Bruchteil des Sommerertrags vom Dach, während der Heizbedarf sein Maximum erreicht.

Ohne besondere Maßnahmen deckt der eigene Solarstrom den Strombedarf der Wärmepumpe übers Jahr deshalb meist nur zu einem kleineren Teil, je nach Anlage und Gebäude grob zwischen 15 und 30 Prozent. Mit großzügiger Anlagengröße, Speicher und einer Steuerung, die den Überschuss gezielt in die Wärme schiebt, lässt sich dieser Anteil spürbar heben.

Das spricht nicht gegen die Kombination, sondern für die richtige Erwartung. Der Solarstrom übernimmt zuverlässig die Übergangszeit, das Warmwasser im Sommerhalbjahr und einen guten Teil der Grundlast. Für längere trübe Phasen bleibt der Netzbezug die Rückfallebene, siehe Dunkelflaute. Vollständige Unabhängigkeit ist ein anderes Ziel, das der Begriff Autarkiegrad einordnet.

Wie kombinierst du Wärmepumpe, Photovoltaik und Stromspeicher?

  1. Wärmebedarf und Stromverbrauch des Hauses ermitteln, sie bestimmen alles Weitere
  2. Photovoltaikanlage nach Gesamtverbrauch auslegen, nicht nach Haushaltsstrom allein
  3. Speichergröße passend wählen, meist etwa 1 kWh je 1.000 kWh Jahresverbrauch
  4. Wärmepumpe mit SG-Ready-Schnittstelle oder offenem Protokoll auswählen
  5. Wechselrichter und Wärmepumpe auf gemeinsame Kommunikation prüfen
  6. Energiemanagement einrichten, das Überschuss erkennt und die Wärmepumpe anhebt
  7. Pufferspeicher oder Warmwasserspeicher als Wärmesenke für Mittagsüberschuss nutzen
  8. Nach dem ersten Winter nachjustieren, dann liegen echte Verbrauchsdaten vor

Der Stromspeicher ist dabei kein Muss, aber der wirksamste Hebel nach der Anlagengröße. Er nimmt den Mittagsüberschuss auf und gibt ihn abends und nachts an die Wärmepumpe ab, also genau dann, wenn geheizt wird und kein Strom vom Dach kommt. Was ein Speicher kostet und wie er dimensioniert wird, steht im Ratgeber Stromspeicher Kosten.

Wichtig ist die Rollenverteilung: Der Batteriespeicher überbrückt Stunden, der Pufferspeicher im Heizkreis überbrückt ebenfalls Stunden bis Tage in Form von Wärme. Wochen überbrückt keiner von beiden. Für reines Warmwasser ist eine Brauchwasserwärmepumpe oder ein Heizstab oft der einfachere Weg, wenn die Heizung selbst noch nicht getauscht wird.

Wie steuerst du die Wärmepumpe mit Solarstrom?

Ohne Steuerung läuft die Wärmepumpe nach Wärmebedarf und nimmt den Strom, der gerade da ist, egal ob vom Dach oder aus dem Netz. Erst eine Überschusssteuerung sorgt dafür, dass sie bevorzugt dann arbeitet, wenn die Sonne scheint.

Der verbreitete Weg dafür ist die SG-Ready-Schnittstelle, die viele Wärmepumpen mitbringen. Über zwei Schaltkontakte kennt sie vier Betriebszustände, von der Sperre bis zur angehobenen Betriebsempfehlung. Meldet der Wechselrichter oder das Energiemanagementsystem Überschuss, hebt die Steuerung die Vorlauf- oder Warmwassertemperatur an und lädt Wärme in den Puffer. Moderne Systeme regeln stattdessen stufenlos über offene Protokolle und treffen die Leistung genauer.

Dieselbe Steuerbarkeit ist auch regulatorisch ein Thema: Wärmepumpen zählen zu den steuerbaren Verbrauchseinrichtungen, für die der Netzbetreiber die Leistung in Ausnahmefällen begrenzen darf. Die Grundzüge dazu erklärt der Eintrag 14a EnWG. Im Gegenzug gibt es reduzierte Netzentgelte oder gesonderte Wärmepumpentarife, deren Bedingungen je nach Netzgebiet unterschiedlich ausfallen.

Was kostet die Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaik?

Beide Systeme werden getrennt kalkuliert und treffen sich nur bei der Elektroinstallation. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe liegt im Einfamilienhaus installiert grob zwischen 20.000 und 35.000 Euro, je nach Gerät, Heizflächen und Aufwand im Bestand. Eine Photovoltaikanlage mit 10 kWp kostet häufig 12.000 bis 18.000 Euro, ein Speicher noch einmal einige tausend Euro. Für die Wärmepumpe gibt es eine Bundesförderung, deren Sätze und Bedingungen sich regelmäßig ändern.

Ob sich die Kombination rechnet, entscheidet weniger der Anschaffungspreis als die Differenz zwischen Netzstrompreis und den Kosten des eigenen Solarstroms. Je höher der Strompreis und je größer der Anteil, den du selbst nutzt, desto besser die Bilanz. Belastbare Zahlen liefert nur eine Rechnung mit deinem Verbrauch und aktuellen Angeboten. Vergleichswerte für die Solarseite stehen unter Solaranlage mit Speicher Kosten.

Wer die Heizung noch nicht tauschen will, kann klein anfangen: Photovoltaik zuerst, Wärmepumpe später. Die Anlage arbeitet auch ohne Wärmepumpe wirtschaftlich, und eine später ergänzte Wärmepumpe findet die Erzeugung bereits vor. Umgekehrt gilt dasselbe, eine vorhandene Wärmepumpe ist ein starkes Argument für eine größere Solaranlage.

Fragen zur Wärmepumpe mit Photovoltaik


Wann lohnt sich eine Wärmepumpe mit Photovoltaik?

Eine Wärmepumpe mit Photovoltaik lohnt sich vor allem dann, wenn beide Systeme ohnehin anstehen und die Dachfläche für eine großzügige Anlage reicht. Besonders günstig ist die Ausgangslage, wenn bereits eine Wärmepumpe läuft: Sie hebt den Eigenverbrauch der neuen Solaranlage sofort deutlich an, weil sie ganzjährig Strom abnimmt.

Kann ich eine Wärmepumpe direkt mit Photovoltaik betreiben?

Eine Wärmepumpe lässt sich mit Solarstrom betreiben, aber nicht getrennt vom Netz. Beide Systeme hängen am selben Hausanschluss, und die Wärmepumpe nimmt automatisch den Strom, der gerade verfügbar ist. Über eine SG-Ready-Schnittstelle oder ein Energiemanagement lässt sich der Betrieb gezielt in die Stunden mit Solarüberschuss legen.

Wie groß sollte der Batteriespeicher sein, wenn man eine Wärmepumpe hat?

Ein Batteriespeicher im Haus mit Wärmepumpe liegt meist bei 8 bis 12 kWh nutzbarer Kapazität. Als Anhaltspunkt gilt rund 1 kWh je 1.000 kWh Jahresstromverbrauch, wobei der Wärmepumpenstrom mitzählt. Größere Speicher bringen im Winter wenig zusätzlichen Nutzen, weil dann schlicht der Ertrag zum Laden fehlt.

Wie viel kostet eine Wärmepumpe mit Photovoltaik?

Eine Wärmepumpe mit Photovoltaik kostet im Einfamilienhaus zusammen grob 35.000 bis 55.000 Euro, je nach Gerät, Anlagengröße und Aufwand im Bestand. Ein Stromspeicher kommt gegebenenfalls hinzu. Für die Wärmepumpe greift eine Bundesförderung, die den Eigenanteil je nach Programm und Zeitpunkt spürbar senken kann.

Einordnung, keine Rechtsberatung. Förderbedingungen, Netzentgelte und die Regeln zur Steuerbarkeit von Wärmepumpen ändern sich laufend und fallen je nach Netzgebiet und Zeitpunkt der Inbetriebnahme unterschiedlich aus. Verbindlich sind allein die Auskunft deines Netzbetreibers, die aktuellen Programmbedingungen der Förderstelle und das Angebot deines Fachbetriebs; Elektro- und Heizungsarbeiten gehören in die Hand einer Fachkraft. Für Vollständigkeit und Aktualität übernehmen wir keine Gewähr.

Die Wärmepumpe nutzt nur, was das Dach vorher erzeugt hat. Wie die Erzeugung dahinter aufgebaut ist, beschreibt der Eintrag Photovoltaik, den kleinen Einstieg ohne Dacharbeiten das Balkonkraftwerk. Wärme direkt von der Sonne, ganz ohne Umweg über den Strom, ordnet der Ratgeber Solarthermie ein.

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