Strom sparen: Standby konsequent abschalten
Wie viel Strom kostet Standby wirklich?
Der Standby-Verbrauch ist der Strom, den Geräte in Bereitschaft ziehen, ohne dass du sie benutzt. Pro Gerät sind das meist nur 0,5 bis 5 Watt. Weil diese Last aber alle 8.760 Stunden des Jahres anliegt, kommen in einem durchschnittlichen Haushalt oft 50 bis 200 Kilowattstunden zusammen.
Fernseher, Konsole, Receiver, Soundbar, Router-Ecke, Kaffeevollautomat: Einzeln fällt keines dieser Geräte auf, zusammen bilden sie eine Dauerlast, die nie Pause macht. Bei rund 35 Cent je Kilowattstunde landet man damit typischerweise bei grob 20 bis 70 Euro im Jahr, ganz ohne Gegenwert. Seit 2013 setzen EU-Vorgaben enge Grenzen, meist 0,5 Watt im Standby und rund 1 Watt mit Anzeige. Geräte, die dauerhaft im Netzwerk erreichbar bleiben, dürfen deutlich mehr ziehen, und ältere Technik im Haushalt kennt diese Grenzen ohnehin nicht.
Welche Geräte verbrauchen am meisten Strom im Standby?
Die größten Posten sind selten die Geräte, an die man zuerst denkt. Ausschlaggebend ist nicht die Leistung im Betrieb, sondern die Wattzahl in der Bereitschaft:
| Gerät | typischer Standby | pro Jahr | grobe Kosten |
|---|---|---|---|
| TV-Receiver, ältere Set-Top-Box | 5 bis 15 W | 44 bis 131 kWh | 15 bis 46 Euro |
| AV-Receiver oder Soundbar | 2 bis 10 W | 18 bis 88 kWh | 6 bis 31 Euro |
| Spielkonsole im Ruhemodus | 1 bis 10 W | 9 bis 88 kWh | 3 bis 31 Euro |
| Kaffeevollautomat in Bereitschaft | 1 bis 5 W | 9 bis 44 kWh | 3 bis 15 Euro |
| Drucker in Bereitschaft | 2 bis 5 W | 18 bis 44 kWh | 6 bis 15 Euro |
| Älterer Fernseher | 2 bis 5 W | 18 bis 44 kWh | 6 bis 15 Euro |
| Aktueller Fernseher | 0,3 bis 0,5 W | 3 bis 4 kWh | rund 1 Euro |
| Netzteile und Ladegeräte ohne Last | 0,1 bis 0,5 W | 1 bis 4 kWh | unter 2 Euro |
Gerechnet mit 35 Cent je Kilowattstunde und dauerhafter Bereitschaft. Die Spannen sind bewusst weit, weil Baujahr und Ausstattung stark durchschlagen: Ein Receiver mit Aufnahmefunktion und Festplatte liegt am oberen Ende, ein aktueller Fernseher am unteren. Wo dein Haushalt wirklich steht, zeigt der Blick auf die Stromfresser im Haushalt und ein Vergleich mit dem Stromverbrauch eines Fernsehers im laufenden Betrieb.
So schaltest du Standby konsequent ab
Der Tipp wirkt nur, wenn er einmal sauber eingerichtet wird und danach von allein läuft. In fünf Schritten:
- Standby-Ketten aufspüren: TV-Ecke, Schreibtisch, Küche und Hobbyraum durchgehen.
- Verbrauch messen statt schätzen, am besten pro Steckdosenleiste.
- Schaltbare Steckdosenleiste an jede Ecke mit mehreren Dauerverbrauchern.
- Zeitschaltuhr oder smarte Steckdose für Geräte mit festen Nutzungszeiten.
- Geräte mit echtem Aus-Schalter konsequent ganz ausschalten.
Welche Ecke sich zuerst lohnt, klärst du mit einem Strommessgerät. Der Ansatz dahinter steht ausführlich im Tipp Stromfresser messen statt raten, und wer nur wissen will, was ein einzelnes Gerät im Jahr kostet, nimmt den Stromkosten-Rechner.
Ausnahmen gehören bewusst definiert statt pauschal mitgeschaltet: Kühl- und Gefriergeräte bleiben immer am Netz, ein Receiver mit programmierter Aufnahme ebenso, und der WLAN-Router versorgt oft Telefonie oder Smart-Home-Technik mit. Geräte mit Uhrzeit, Firmware-Updates oder Alarmfunktion verlieren beim harten Trennen ihre Einstellungen, das ist der Komfortpreis, den man bewusst abwägt.
Was bringt das Abschalten?
Je nach Geräte-Park lassen sich meist 50 bis 200 Kilowattstunden im Jahr einsparen, in Haushalten mit viel Unterhaltungselektronik auch mehr. Das ist einer der wenigen Tipps, die nach einmaliger Umsetzung dauerhaft ohne Komfortverlust wirken, weil keine tägliche Disziplin nötig ist.
Der zweite Effekt zahlt auf die eigene Erzeugung ein: Standby-Geräte laufen rund um die Uhr und heben damit die Grundlast an, also genau den Verbrauch, der auch nachts anfällt. Wer diese Dauerlast senkt, braucht abends weniger Strom aus dem Netz und kommt mit einer kleineren Anlage weiter. Was dann noch übrig bleibt, deckt ein Balkonkraftwerk tagsüber und ein Speicher am Abend, was den Eigenverbrauch spürbar anhebt.
Fragen zum Standby-Verbrauch
Wie viel Standby-Verbrauch ist normal?
Normal sind bei aktuellen Geräten rund 0,5 bis 1 Watt je Gerät, weil EU-Vorgaben seit 2013 enge Grenzen setzen. Ältere Technik und alles, was dauerhaft im Netzwerk erreichbar bleibt, liegt deutlich darüber. Für einen kompletten Haushalt gelten grob 50 bis 200 Kilowattstunden im Jahr als üblich.
Ist Standby ein Stromfresser?
Ja, Standby ist ein Stromfresser, allerdings ein leiser. Einzelne Geräte ziehen wenig, die Summe läuft dafür rund um die Uhr. Genau diese Dauerlast macht den Unterschied, weil sie 8.760 Stunden im Jahr anfällt statt nur während der Nutzung.
Welche Geräte verbrauchen am meisten Strom im Standby?
Am meisten ziehen im Standby meist ältere TV-Receiver, AV-Receiver und Soundbars, Spielkonsolen im Ruhemodus sowie Kaffeevollautomaten mit Bereitschaftsfunktion. Router und Netzwerktechnik laufen ebenfalls dauerhaft, zählen aber eher zur Grundlast als zum klassischen Standby.
Wie viel Strom verbraucht ein Fernseher im Standby-Modus?
Ein Fernseher verbraucht im Standby-Modus je nach Baujahr 0,3 bis 5 Watt, aktuelle Modelle liegen am unteren Ende. Über ein ganzes Jahr sind das grob 3 bis 44 Kilowattstunden. Die Werte für den laufenden Betrieb stehen auf der Seite zum Stromverbrauch Fernseher.
Wie kann ich den Standby-Stromverbrauch reduzieren?
Der Standby-Stromverbrauch sinkt am schnellsten mit schaltbaren Steckdosenleisten an TV-Ecke und Schreibtisch, Zeitschaltuhren für Geräte mit festen Nutzungszeiten und dem konsequenten Ausschalten von Geräten mit echtem Netzschalter. Kühlgeräte, Router und Aufnahmegeräte bleiben bewusst ausgenommen.