Warmwasserspeicher für Solar: Größe, Heizstab und Aufheizzeiten
Wie groß muss ein Warmwasserspeicher für Solar sein?
Ein Warmwasserspeicher für Solar wird größer ausgelegt als ein konventioneller, weil er den Ertrag sonniger Stunden für den Abend und den nächsten Morgen puffern muss. Als Richtwert gelten grob 80 bis 100 Liter je Person, während ein rein konventioneller Speicher mit etwa der Hälfte auskommt.
Der Grund ist einfach: Eine Gastherme heizt genau dann, wenn Wasser gebraucht wird. Die Sonne heizt mittags, gebraucht wird morgens und abends. Diese Verschiebung muss der Speicher überbrücken, und dafür braucht er Volumen.
| Haushalt | Konventionell | Mit Solarnutzung | Energie je Ladung ab 15 °C |
|---|---|---|---|
| 1 bis 2 Personen | 120 bis 150 Liter | 150 bis 200 Liter | rund 8 bis 10 kWh |
| 3 bis 4 Personen | 200 bis 250 Liter | 300 bis 400 Liter | rund 16 bis 21 kWh |
| 5 bis 6 Personen | 300 Liter | 400 bis 500 Liter | rund 21 bis 26 kWh |
Die letzte Spalte zeigt, warum Warmwasser der größte einzelne Posten im Haushalt sein kann. Eine Kilowattstunde erwärmt etwa 20 Liter Wasser um 45 Grad. Wer den Speicher mit Netzstrom lädt, zahlt entsprechend, wer ihn mit eigenem Solarstrom lädt, nutzt Energie, die sonst für wenige Cent ins Netz gegangen wäre.
Wie stark muss der Heizstab sein?
Die nötige Leistung ergibt sich aus Volumen und Zeit. Für die Rechnung gilt: Ein Liter Wasser um ein Grad zu erwärmen kostet rund 1,16 Wattstunden. Bei 200 Litern von 15 auf 60 Grad sind das etwa 10,5 Kilowattstunden.
| Speicher | Energiebedarf | mit 2 kW | mit 3 kW | mit 6 kW |
|---|---|---|---|---|
| 150 Liter | rund 8 kWh | etwa 4,0 h | etwa 2,6 h | etwa 1,3 h |
| 200 Liter | rund 10,5 kWh | etwa 5,2 h | etwa 3,5 h | etwa 1,7 h |
| 300 Liter | rund 16 kWh | etwa 7,8 h | etwa 5,2 h | etwa 2,6 h |
| 1.000 Liter | rund 52 kWh | etwa 26 h | etwa 17 h | etwa 8,7 h |
Alle Werte beziehen sich auf eine Erwärmung von 15 auf 60 Grad ohne Wärmeverluste, in der Praxis dauert es etwas länger. Für Heizstäbe im Einfamilienhaus haben sich 2 bis 3 Kilowatt eingebürgert, weil diese Leistung zum typischen Mittagsüberschuss einer Solaranlage passt. Ein 6-Kilowatt-Stab heizt zwar schneller, zieht aber mehr, als viele Anlagen an einem bewölkten Tag liefern, und holt sich den Rest dann aus dem Netz.
So dimensionierst du richtig
- Personenzahl und Duschgewohnheiten festhalten, sie bestimmen den Tagesbedarf
- Speichergröße aus der Tabelle wählen, im Zweifel eine Stufe größer für die Solarpufferung
- Heizstabsleistung an die Anlagengröße koppeln, nicht an die Wunsch-Aufheizzeit
- Überschusssteuerung einplanen, damit der Stab nur bei echtem Überschuss anspringt
- Prüfen, ob der vorhandene Speicher einen freien Anschluss für den Heizstab hat
- Legionellenschutz mit dem Fachbetrieb klären, größere Speicher brauchen regelmäßige Aufheizung
Warum größer nicht automatisch besser ist
Ein zu großer Speicher kostet jeden Tag Wärme, auch wenn niemand duscht. Die Bereitschaftsverluste liegen je nach Dämmung bei etwa einer bis zwei Kilowattstunden pro Tag und laufen das ganze Jahr. Wer den Speicher deutlich überdimensioniert, heizt also dauerhaft Keller.
Sinnvoll ist die Größe, die den üblichen Tagesbedarf plus etwas Reserve fasst. Alles darüber hinaus bringt nur dann etwas, wenn der Speicher gezielt als Wärmepuffer für zwei Tage dienen soll, etwa bei einer Solarthermieanlage mit Heizungsunterstützung. Details dazu stehen im Ratgeber Solarthermie.
Heizstab oder Brauchwasserwärmepumpe?
Beide machen aus Strom warmes Wasser, aber nicht gleich effizient. Ein Heizstab setzt eine Kilowattstunde Strom in etwa eine Kilowattstunde Wärme um. Eine Brauchwasserwärmepumpe holt aus derselben Kilowattstunde rund das Dreifache, weil sie zusätzlich Wärme aus der Raum- oder Außenluft zieht.
Dafür ist der Heizstab konkurrenzlos günstig und in einer Stunde nachgerüstet, während die Wärmepumpe ein eigenes Gerät mit Stellplatz und Luftführung braucht. Wer viel Überschuss hat und ihn ohnehin nicht anders nutzen kann, fährt mit dem Heizstab gut. Wer den Solarstrom knapp hat oder ihn lieber im Stromspeicher für den Abend behält, ist mit der Wärmepumpe besser bedient.
Am meisten holt heraus, wer beides koppelt: Ein Energiemanagementsystem entscheidet nach Ladestand und Wetterprognose, ob der Überschuss in die Batterie oder ins Warmwasser geht. Wie das im Alltag aussieht, steht unter PV-Überschuss nutzen, und wie du den Bedarf vorher senkst, unter Warmwasser sparen.