Strom sparen: Haare antrocknen statt föhnen

Wie sollte man am besten seine Haare trocknen?

Die Haare trocknen am sparsamsten in zwei Schritten: erst gründlich mit dem Handtuch abtupfen und kurz antrocknen lassen, dann den Rest lauwarm und in Bewegung föhnen. Das halbiert die Föhnzeit und damit den Stromverbrauch, ohne die Haare länger nass zu lassen als nötig.

Was das Föhnen im Jahr kostet

Ein Föhn hat viel Leistung, läuft aber kurz. Erst die Gewohnheit macht daraus einen echten Posten. Die Werte gelten für ein 1.800-Watt-Gerät bei 35 Cent je Kilowattstunde:

Nutzung Verbrauch pro Jahr Kosten pro Jahr Mit halbierter Föhnzeit
2x pro Woche, je 5 Minuten ca. 16 kWh ca. 6 € ca. 3 €
4x pro Woche, je 10 Minuten ca. 62 kWh ca. 22 € ca. 11 €
Täglich 10 Minuten ca. 110 kWh ca. 38 € ca. 19 €
Täglich 20 Minuten, lange Haare ca. 219 kWh ca. 77 € ca. 38 €

Alle Werte im Detail stehen auf der Seite Stromverbrauch Föhn. Wer täglich lange föhnt, bewegt sich damit in der Größenordnung eines modernen Kühlschranks.

So kommst du mit weniger Föhnzeit aus

  1. Haare nach der Wäsche kräftig ausdrücken, nicht rubbeln.
  2. Mit dem Handtuch abtupfen und ein paar Minuten im Handtuch lassen.
  3. 10 bis 15 Minuten antrocknen lassen, während du dich fertig machst.
  4. Erst dann föhnen, auf mittlerer Stufe und lauwarm statt heiß.
  5. Rund 15 Zentimeter Abstand halten und den Föhn ständig bewegen.
  6. Am Ende kurz kalt durchgehen, das legt die Schuppenschicht an.

Der größte Effekt steckt in den Schritten 1 bis 3: Je weniger Wasser noch im Haar sitzt, desto kürzer läuft das Gerät. Ein Mikrofaser-Handtuch nimmt dabei mehr auf als ein normales Frottiertuch.

Ist Lufttrocknen gesünder für die Haare?

Hier lohnt der genaue Blick, denn die verbreitete Annahme stimmt so nicht. Eine koreanische Untersuchung, veröffentlicht 2011 in den Annals of Dermatology, verglich natürliches Trocknen mit dem Föhn in verschiedenen Abständen. Ergebnis: Heißes Föhnen aus kurzer Distanz schädigt die Haaroberfläche deutlich, doch bei rein natürlichem Trocknen zeigte sich ein Schaden am Zellmembrankomplex im Inneren des Haares. Die Erklärung der Forscher: Nasses Haar quillt auf, und je länger es nass bleibt, desto länger wirkt das Wasser auf die innere Struktur.

Das Fazit der Studie lautete, dass Föhnen mit etwa 15 Zentimeter Abstand und ständiger Bewegung schonender ist als das Haar komplett an der Luft trocknen zu lassen. Auch Stiftung Warentest fasst es so zusammen, dass lauwarme Luft vollkommen ausreicht und der Luftstrom über das Haar gleiten soll, statt hineinzublasen.

Für die Kopfhaut gilt dasselbe Prinzip: Ein dauerhaft feuchtes Milieu begünstigt Hefepilze, die bei fettigen Schuppen eine Rolle spielen. Wer zu schnell fettendem Ansatz oder Schuppen neigt, fährt mit zügigem Trocknen bei mäßiger Wärme meist besser als mit stundenlang klammem Haar. Trockenes, krauses oder gefärbtes Haar reagiert dagegen empfindlich auf Hitze und braucht die niedrige Stufe sowie den Abstand.

Für den Stromverbrauch passt das gut zusammen: Antrocknen lassen plus kurz und lauwarm föhnen ist beides zugleich, sparsam und nach heutiger Studienlage schonend. Nur das komplette Durchföhnen aus nassem Haar kostet viel Strom, und das ganz ohne Vorteil.

Was es wirklich bringt

Wer täglich föhnt und die Gerätezeit etwa halbiert, spart grob 50 bis 110 Kilowattstunden im Jahr, bei 35 Cent je Kilowattstunde also typisch rund 19 bis 38 Euro. Investieren muss man dafür nichts, außer ein paar Minuten Wartezeit. Was dein eigenes Gerät zieht, rechnet der Stromkosten-Rechner aus, und noch mehr Warmwasser-Potenzial steckt in der Dusche davor.

Fragen zum Haare trocknen ohne Föhn


Ist es gesund, die Haare lufttrocknen zu lassen?

Lufttrocknen gilt lange als schonend, ist aber nicht automatisch die bessere Wahl. Eine Studie in den Annals of Dermatology fand bei rein natürlichem Trocknen Schäden am Zellmembrankomplex im Haarinneren, weil das Haar lange nass bleibt und aufquillt. Kurzes, lauwarmes Föhnen mit Abstand schnitt dort besser ab.

Warum soll man Haare nicht an der Luft trocknen lassen?

Nasses Haar quillt auf, und je länger dieser Zustand dauert, desto stärker belastet das Wasser die innere Struktur. Dazu bleibt die Kopfhaut lange feucht, was Hefepilze begünstigt. Wer die Haare erst antrocknen lässt und dann lauwarm fertig föhnt, umgeht beides.

Werden Haare durch Lufttrocknen schneller fettig?

Ein feuchtes Milieu auf der Kopfhaut begünstigt Hefepilze, die bei fettigen Schuppen eine Rolle spielen. Bei wem der Ansatz schnell fettet oder schuppt, der fährt mit zügigem Trocknen bei mäßiger Wärme meist besser als mit stundenlang klammem Haar am Kopf.

Wie viel Strom verbraucht ein Föhn?

Ein Föhn nimmt 1.200 bis 2.400 Watt auf, läuft aber nur wenige Minuten. Zehn Minuten mit einem 2.000-Watt-Gerät ergeben rund 0,33 Kilowattstunden und kosten bei 35 Cent je Kilowattstunde etwa 12 Cent. Täglich gerechnet sind das grob 38 Euro im Jahr.

Die günstigste Kilowattstunde ist die, die gar nicht erst gebraucht wird. Die zweitgünstigste kommt vom eigenen Dach: Wer Föhn, Waschmaschine und Co. mit Photovoltaik oder einem Balkonkraftwerk betreibt, senkt die Stromrechnung dauerhaft, besonders wenn die Geräte in die Sonnenstunden wandern.

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