Potentialausgleich (PV)

Was ist ein Potentialausgleich bei der PV-Anlage?

Der Potentialausgleich ist eine sicherheitsrelevante Verbindung, die alle leitfähigen Metallteile einer Photovoltaikanlage - vor allem das Montagesystem - mit der Haupterdungsschiene des Gebäudes verbindet. Diese Verbindung leitet einen Fehlerstrom bei einem Isolationsschaden sofort und kontrolliert ins Erdreich ab und verhindert dadurch gefährliche Berührungsspannungen am Gestell der Anlage.

Ist der Potentialausgleich bei der PV-Anlage Pflicht?

Grundlage ist die technische Norm VDE 0100-410, die den Schutz gegen elektrischen Schlag regelt. Sie schreibt den Schutzpotentialausgleich vor, sobald ein Bauteil als "fremdes leitfähiges Teil" gilt - also von außen Spannung annehmen könnte. Das trifft in der Praxis auf nahezu jedes Montagesystem auf dem Dach zu, weshalb qualifizierte Installateure es grundsätzlich in den Potentialausgleich einbeziehen. Die PV-Module selbst sind meist nach Schutzklasse II gebaut und benötigen deshalb keine eigene Erdung des Rahmens - im Fokus steht die Unterkonstruktion.

Wie wird der Potentialausgleich fachgerecht umgesetzt?

Eine qualifizierte Elektrofachkraft geht bei der Installation in der Regel so vor:

  1. Haupterdungsschiene (HES) im Keller als zentralen Ausgangspunkt festlegen
  2. Potentialausgleichsleiter (grüngelbes Kupferkabel, meist 6 mm²) vom Keller zum Dach verlegen
  3. Bei sehr langen Kabelwegen oder Einbindung in den äußeren Blitzschutz auf 10 oder 16 mm² Querschnitt wechseln
  4. Kabel mit einer Erdungsklemme fest mit der Montageschiene verbinden
  5. Alle weiteren Schienen und Modulklemmen leitend untereinander verbinden
  6. Im Außenbereich korrosionsbeständiges Material wie Edelstahl für Klemmen und Schrauben verwenden
  7. Verbindung und Übergangswiderstand messen und im Übergabeprotokoll dokumentieren

Potentialausgleich, Erdung und Blitzschutz: die Unterschiede

Die Begriffe werden im Alltag oft vermischt, meinen aber nicht dasselbe:

Begriff Aufgabe Bei PV-Anlagen üblich
Potentialausgleich Verbindet Metallteile miteinander und mit der Haupterdungsschiene, leitet Fehlerströme ab ja, in der Regel vorgesehen
Erdung Bezeichnet speziell die Verbindung zum Erdreich als Teil des Potentialausgleichs ja, über den Potentialausgleichsleiter
Äußerer Blitzschutz Schützt über Fangeinrichtungen vor einem direkten Blitzeinschlag abhängig von Gebäude, Standort und Versicherung

Was kostet der Potentialausgleich?

Die Kosten für Material wie Kabel und Klemmen sowie die Arbeitszeit fallen im Verhältnis zur Gesamtanlage meist überschaubar aus. Bei einem typischen Einfamilienhaus bewegen sie sich oft grob im Bereich von rund 150 bis 350 Euro - abhängig von Kabelweg, Querschnitt und Aufwand vor Ort. Ein zusätzlicher Überspannungsschutz wird meist separat kalkuliert.

Fragen zum Potentialausgleich


Ist ein Potentialausgleich bei PV-Anlagen Pflicht?

Ein Potentialausgleich ist bei den allermeisten Photovoltaikanlagen vorgeschrieben, sobald das Montagesystem als "fremdes leitfähiges Teil" nach VDE 0100-410 gilt - was in der Praxis für nahezu jede Dachanlage zutrifft. Eine Elektrofachkraft prüft und dokumentiert die korrekte Ausführung.

Welchen Querschnitt braucht der Potentialausgleich für eine Photovoltaikanlage?

Der Potentialausgleichsleiter besteht meist aus einem grüngelben Kupferkabel mit einem Mindestquerschnitt von 6 mm². Bei sehr langen Kabelwegen oder einer Einbindung in den äußeren Blitzschutz kann ein größerer Querschnitt von 10 oder 16 mm² nötig werden.

Ist Potentialausgleich gleich Erdung?

Potentialausgleich und Erdung werden umgangssprachlich oft gleichgesetzt, meinen aber nicht exakt dasselbe: Der Potentialausgleich verbindet alle leitfähigen Teile miteinander und mit der Erde, während die Erdung speziell die Verbindung zum Erdreich über die Haupterdungsschiene beschreibt.

Wie muss eine PV-Anlage geerdet sein?

Eine PV-Anlage wird über das Montagesystem geerdet, das per grüngelbem Potentialausgleichsleiter mit der Haupterdungsschiene des Gebäudes verbunden ist. Die PV-Module selbst benötigen dank Schutzklasse II in der Regel keine zusätzliche eigene Erdung.

Hinweis: Dieser Beitrag ordnet die technische Norm allgemein ein und ersetzt keine Installationsanleitung. Anschluss und Prüfung des Potentialausgleichs gehören in die Hände einer qualifizierten Elektrofachkraft.

Wer sich mit dem Potentialausgleich beschäftigt, steht meist kurz vor oder nach der Installation der eigenen Anlage. Passend dazu: Beim Balkonkraftwerk übernimmt in der Regel der Schutzkontakt der Steckdose diese Aufgabe, bei größeren Anlagen mit FI-Schalter und VDE-Normen braucht es die volle Installation durch die Fachkraft.

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