Strom sparen: Kühlschrank abtauen

Was bringt es, den Kühlschrank abzutauen?

Das Abtauen des Kühlschranks entfernt die Eisschicht am Verdampfer, die wie eine Dämmung zwischen Kälteerzeugung und Innenraum wirkt. Der Kompressor muss dadurch länger laufen und zieht mehr Strom. Regelmäßiges Abtauen senkt den Verbrauch des Geräts je nach Eisdicke oft spürbar, und zwar ohne Investition, ohne Werkzeug und in unter zwei Stunden.

Der Effekt ist deshalb so ergiebig, weil das Kühlgerät zur Grundlast gehört: Es läuft 8.760 Stunden im Jahr durch. Als Faustwert gilt, dass eine Eisschicht von wenigen Millimetern den Energiebedarf grob um ein Zehntel bis ein Drittel erhöhen kann - je nachdem, wie stark der Verdampfer bedeckt ist und wie alt das Gerät ist.

Wie taut man einen Kühlschrank richtig ab?

  1. Gerät ausschalten und den Netzstecker ziehen.
  2. Lebensmittel in eine Kühltasche oder Kühlbox räumen.
  3. Handtücher und eine flache Schale vor das Gerät legen.
  4. Tür offen stehen lassen, damit warme Raumluft hineinzieht.
  5. Topf mit warmem Wasser hineinstellen, das beschleunigt den Vorgang.
  6. Gelöste Eisplatten von Hand abnehmen, nichts abkratzen.
  7. Innenraum und Türdichtung trocken wischen.
  8. Gerät anschalten und nach etwa einer Stunde einräumen.

Zwei Dinge gehören nicht dazu: spitze Gegenstände wie Messer oder Schraubendreher, weil sie den Verdampfer und damit den Kältekreislauf beschädigen können, und kochendes Wasser, das Kunststoff und Glasplatten verziehen kann. Ein Föhn auf niedriger Stufe und mit Abstand ist möglich, gehört aber nie in die Nähe von Tauwasser.

Wie lange dauert es, bis ein Kühlschrank abgetaut ist?

Die Dauer hängt vor allem an der Eisdicke und daran, ob nachgeholfen wird. Diese Spannen sind typisch:

Ausgangslage Ohne Hilfsmittel Mit Topf warmem Wasser
Dünner Reif, wenige Millimeter etwa 1 Stunde etwa 20 bis 30 Minuten
Eisschicht rund 1 Zentimeter etwa 2 bis 3 Stunden etwa 45 bis 60 Minuten
Stark vereistes Gefrierfach 4 Stunden und mehr etwa 1 bis 2 Stunden

In einer warmen Küche geht es schneller als in einem kühlen Flur. Lebensmittel halten in einer Kühltasche in dieser Zeit meist problemlos durch, Tiefkühlware am besten zusätzlich in Zeitungspapier eingeschlagen.

Wie oft sollte man den Kühlschrank abtauen?

Als Richtwert reicht bei einem Gerät ohne Abtauautomatik ein Durchgang ein- bis zweimal im Jahr. Entscheidend ist aber nicht der Kalender, sondern der Blick ins Gefrierfach: Sobald sich eine geschlossene Eisschicht von etwa fünf Millimetern gebildet hat, lohnt der Termin. Im Sommer vereisen Geräte schneller, weil mit jedem Türöffnen feuchtwarme Luft hineinzieht.

Vereist der Kühlschrank auffällig schnell, liegt das häufig an einer porösen Türdichtung oder an warmen Speisen, die noch dampfend eingeräumt werden. Ein Blatt Papier in der geschlossenen Tür zeigt es: Lässt es sich leicht herausziehen, dichtet der Gummi nicht mehr richtig ab. Wie die richtige Temperatureinstellung zusätzlich hilft, steht im passenden Tipp.

Abtauautomatik und No-Frost: wann Abtauen entfällt

Viele neuere Geräte erledigen das selbst. Eine Abtauautomatik erwärmt die Rückwand im Kühlteil in Intervallen kurz, das Tauwasser läuft über eine Rinne nach außen und verdunstet an der Kompressor-Abwärme. Der Kühlteil bleibt damit dauerhaft frei von Eis, ein separates Gefrierfach im selben Gerät aber oft nicht.

No-Frost-Geräte führen die Feuchtigkeit mit einem Lüfter aus dem Innenraum ab und vereisen deshalb auch im Gefrierteil praktisch nicht. Das spart den Abtautermin, kostet aber Strom für den Ventilator. Wer den Verbrauch seines Geräts kennen will, misst ihn mit einem Strommessgerät über 24 Stunden und rechnet hoch; typische Werte stehen unter Stromverbrauch Kühlschrank.

Was das Abtauen übers Jahr bringt

Eine belastbare Einzelzahl gibt es nicht, dafür unterscheiden sich Geräte und Vereisungsgrade zu stark. Grob lässt sich sagen: Ein stark vereistes Gerät kann nach dem Abtauen deutlich weniger Strom ziehen, bei alten Kühl-Gefrier-Kombinationen liegt die Einsparung oft im zweistelligen Prozentbereich des Geräteverbrauchs. Bei einem Verbrauch von 250 Kilowattstunden im Jahr und rund 35 Cent je Kilowattstunde sind das je nach Ausgangslage meist einige Euro bis rund 20 Euro jährlich.

Klein klingt das nur isoliert. Zusammen mit den anderen Dauerläufern im Haushalt summiert es sich, und die Stromfresser im Haushalt lassen sich so nacheinander abarbeiten. Für den separaten Gefrierschrank gilt derselbe Hebel, dort meist sogar mit mehr Wirkung, weil er durchgehend im Minusbereich arbeitet.

Fragen zum Kühlschrank abtauen


Kann man einen Kühlschrank abtauen, ohne ihn auszuschalten?


Ein Kühlschrank sollte zum Abtauen ausgeschaltet und vom Netz getrennt werden. Läuft der Kompressor weiter, kühlt das Gerät gegen die offene Tür an, das Eis löst sich kaum und der Stromverbrauch steigt in dieser Zeit deutlich. Ausnahme sind Geräte mit Abtauautomatik oder No-Frost, die den Vorgang im laufenden Betrieb selbst übernehmen.

Warum Stecker ziehen beim Abtauen?


Das Ziehen des Steckers hat zwei Gründe. Zum einen arbeitet der Kompressor sonst gegen die offene Tür und verbraucht unnötig Strom. Zum anderen entsteht beim Abtauen viel Tauwasser, das an stromführende Teile gelangen kann. Ein ausgeschaltetes, aber weiter eingestecktes Gerät reicht dafür nicht aus.

Was tun, damit das Eisfach nicht vereist ist?


Gegen Vereisung im Eisfach hilft vor allem, Feuchtigkeit draußen zu halten: Tür kurz öffnen, Lebensmittel vor dem Einräumen abkühlen lassen, Gefriergut verschlossen lagern und die Türdichtung regelmäßig mit dem Papiertest prüfen. Bleibt die Vereisung trotzdem stark, ist meist die Dichtung porös oder die Tür schließt nicht mehr sauber.

Kann man einen Gefrierschrank abtauen, ohne ihn auszuschalten?


Ein Gefrierschrank wird zum Abtauen ebenfalls ausgeschaltet und vom Netz genommen. Der Vorgang dauert dort länger als beim Kühlschrank, weil die Eisschichten dicker sind. Praktisch ist ein Termin, wenn der Vorrat ohnehin niedrig ist; die restlichen Lebensmittel überstehen die Zeit gut in Zeitungspapier und Kühltasche.

Wer den Verbrauch des Kühlgeräts erst gesenkt hat, deckt den Rest günstiger mit eigenem Strom: Ein Balkonkraftwerk produziert genau tagsüber, wenn der Kompressor am häufigsten anspringt, und ein Stromspeicher schiebt den Überschuss in die Nacht. Weitere Ansätze sammelt die Übersicht der Stromspartipps.