Zirkulationspumpe: sofort warmes Wasser, aber zu welchem Preis?

Was macht eine Zirkulationspumpe?

Eine Zirkulationspumpe hält das Warmwasser in den Leitungen ständig in Bewegung. Sie schiebt es vom Speicher durch das Rohrnetz und über eine zweite Leitung wieder zurück. Dadurch steht an jedem Hahn sofort warmes Wasser bereit, ohne dass erst literweise kaltes Wasser abläuft.

Wofür die Zirkulation gut ist

In kleinen Wohnungen mit kurzen Wegen braucht niemand eine Zirkulation. Sobald die Leitung vom Speicher bis zum entferntesten Hahn aber mehrere Meter lang wird, steht dort kaltes Wasser in der Leitung und muss erst weglaufen. In großen Häusern kommen so schnell fünf bis zehn Liter und eine halbe Minute Wartezeit zusammen, bei jedem Griff zum Hahn.

Die Zirkulationsleitung löst genau das. Sie ist ein zweites Rohr, das vom Ende des Leitungsnetzes zum Speicher zurückführt, und die Pumpe hält den Kreislauf in Gang. Komfortgewinn und Wasserersparnis sind real, gerade in Mehrfamilienhäusern ist die Zirkulation deshalb Standard.

Wie viel Strom verbraucht eine Zirkulationspumpe im Jahr?

Der Haken steckt in der Laufzeit. Viele Pumpen laufen rund um die Uhr, auch nachts um drei und in der Urlaubswoche, in der niemand im Haus ist. Bei einer alten, ungeregelten Pumpe summiert sich das erheblich.

Pumpentyp und Betrieb Leistung Verbrauch im Jahr Kosten bei 37 ct
Alte Pumpe, Dauerbetrieb 30 bis 60 W 260 bis 525 kWh rund 95 bis 195 €
Alte Pumpe, 8 Stunden am Tag 30 bis 60 W 90 bis 175 kWh rund 33 bis 65 €
Hocheffizienzpumpe, Dauerbetrieb 5 bis 10 W 44 bis 88 kWh rund 16 bis 33 €
Hocheffizienzpumpe, zeitgesteuert 5 bis 10 W 15 bis 30 kWh rund 6 bis 11 €

Damit gehört eine alte, durchlaufende Zirkulationspumpe zu den größten unbemerkten Verbrauchern im Haus. Sie taucht auf keiner Rechnung einzeln auf, läuft aber 8.760 Stunden im Jahr. Zum Vergleich: Ein moderner Kühlschrank kommt mit rund 100 Kilowattstunden aus. Ob deine Pumpe zu den Dauerläufern gehört, zeigt ein Strommessgerät in wenigen Minuten.

Dazu kommt ein zweiter Verlust, der nicht auf der Stromrechnung steht: Warmes Wasser, das ständig durch die Leitungen kreist, kühlt unterwegs aus. Diese Wärme muss die Heizung nachliefern, auch im Sommer.

Nachts abschalten: der erste Schritt

Zwischen Mitternacht und fünf Uhr morgens zapft in den allermeisten Haushalten niemand Warmwasser. Genau dann läuft die Pumpe aber weiter. Eine einfache Zeitschaltuhr für wenige Euro oder die Zeitsteuerung an der Heizung beendet das.

  1. Pumpe im Keller suchen, meist sitzt sie direkt am Warmwasserspeicher
  2. Typenschild ablesen, die Wattzahl verrät sofort, ob es eine alte oder eine Hocheffizienzpumpe ist
  3. Zeiten festlegen, die zum Tagesablauf passen, etwa morgens und abends je zwei bis drei Stunden
  4. Zeitschaltuhr setzen oder die vorhandene Steuerung der Heizung nutzen
  5. Nach ein paar Tagen prüfen, ob der Komfort noch stimmt, und die Zeiten nachjustieren

Wichtig für die Trinkwasserhygiene. Warmwasser darf nicht dauerhaft stehen, weil sich sonst Legionellen vermehren können. Das technische Regelwerk sieht deshalb vor, dass die Zirkulation nur begrenzt unterbrochen wird und die Temperatur im Speicher hoch genug bleibt. Wie lange in deiner Anlage abgeschaltet werden darf, klärst du mit dem Heizungsfachbetrieb. Eine dauerhafte Stilllegung der Zirkulation ist keine gute Idee.

Der zweite Schritt: die Pumpe mit eigenem Strom betreiben

Was nach dem Abschalten übrig bleibt, ist klassische Grundlast: ein kleiner, gleichmäßiger Verbrauch, der Tag und Nacht anfällt. Genau diesen Bereich deckt ein Solarspeicher ab. Tagsüber lädt die Photovoltaikanlage den Speicher, nachts versorgt er die Dauerverbraucher im Haus, also Router, Heizungssteuerung, Kühlgeräte und eben die Zirkulationspumpe.

Der Effekt ist deshalb interessant, weil Grundlast die am besten kalkulierbare Größe im Haushalt ist. Sie fällt zuverlässig an, lässt sich nicht wegsparen und verbraucht Strom genau dann, wenn keine Sonne scheint. Ohne Speicher kaufst du diese Kilowattstunden zum vollen Netzpreis ein, mit Speicher kommen sie vom eigenen Dach. Wie groß der Anteil ausfällt, den du selbst deckst, beschreibt der Autarkiegrad.

Die Reihenfolge bleibt trotzdem wichtig: Erst die Laufzeit begrenzen, dann eine alte Pumpe gegen eine Hocheffizienzpumpe tauschen, und was danach noch übrig ist, aus dem eigenen Speicher versorgen. Eine Pumpe, die unnötig läuft, wird nicht dadurch sinnvoll, dass der Strom vom eigenen Dach kommt.

Fragen zur Zirkulationspumpe


Was macht eine Zirkulationspumpe?

Eine Zirkulationspumpe hält warmes Wasser in den Leitungen in Bewegung, indem sie es vom Speicher durch das Rohrnetz und über eine Rückleitung zurückführt. So steht an jeder Entnahmestelle sofort warmes Wasser bereit, ohne Wartezeit und ohne dass kaltes Wasser ablaufen muss.

Wie viel Strom verbraucht eine Zirkulationspumpe im Jahr?

Eine alte Zirkulationspumpe im Dauerbetrieb verbraucht mit 30 bis 60 Watt rund 260 bis 525 Kilowattstunden im Jahr. Eine Hocheffizienzpumpe kommt auf 44 bis 88 Kilowattstunden, mit Zeitsteuerung sogar auf 15 bis 30. Der Unterschied zwischen der schlechtesten und der besten Variante ist damit erheblich.

Wie viel Watt braucht eine Zirkulationspumpe?

Ältere ungeregelte Zirkulationspumpen nehmen typischerweise 30 bis 60 Watt auf. Moderne Hocheffizienzpumpen kommen mit 5 bis 10 Watt aus und regeln ihre Leistung zusätzlich nach Bedarf. Die genaue Wattzahl steht auf dem Typenschild der Pumpe.

Wie lange sollte die Zirkulationspumpe am Tag laufen?

Sinnvoll sind Laufzeiten, die sich am Tagesablauf orientieren, meist morgens und abends je zwei bis drei Stunden. Nachts wird in den meisten Haushalten kein Warmwasser gezapft. Aus Gründen der Trinkwasserhygiene sollte die Zirkulation aber nicht beliebig lange stillstehen, die passenden Zeiten klärt der Heizungsfachbetrieb.

Was sind die Nachteile einer Zirkulationspumpe?

Zu den Nachteilen zählen der dauerhafte Stromverbrauch und die Wärmeverluste der ständig warmen Leitungen, die auch im Sommer anfallen. Beides lässt sich durch Zeitsteuerung und eine Hocheffizienzpumpe deutlich verringern, ohne auf den Komfort zu verzichten.

Was passiert, wenn man die Zirkulationspumpe ausschaltet?

Beim Abschalten der Zirkulationspumpe dauert es länger, bis am Hahn warmes Wasser ankommt, und das stehende kalte Wasser läuft zunächst ab. Stromverbrauch und Wärmeverluste sinken dafür deutlich. Dauerhaft stillgelegt werden sollte die Zirkulation wegen der Trinkwasserhygiene nicht.

Mehr zum Thema Warmwasser steht im Ratgeber Warmwasserverbrauch senken, und wie sich Warmwasser mit Solarstrom erzeugen lässt, zeigt der Solarthermie-Vergleich.

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