Solarzellen-Technologien
Was sind Solarzellen-Technologien?
Solarzellen-Technologien bezeichnen die unterschiedlichen Bauweisen und Zellstrukturen, mit denen moderne Solarzellen Sonnenlicht in Strom umwandeln - von etablierten Verfahren wie PERC über die effizienteren Weiterentwicklungen TOPCon und HJT bis zu Halbzellen-Zuschnitten. Sie unterscheiden sich in Wirkungsgrad, Herstellungsaufwand und Alterungsverhalten und bestimmen den Ertrag eines Moduls über die gesamte Lebensdauer.
PERC-Zellen: der etablierte Standard
PERC-Zellen (Passivated Emitter and Rear Cell) tragen eine zusätzliche Passivierungsschicht auf der Rückseite, die einfallendes Licht reflektiert und Rekombinationsverluste reduziert. Der Wirkungsgrad liegt meist zwischen 21 und 23 Prozent. Die Technologie gilt seit einigen Jahren als Industriestandard und kommt in vielen Solarmodulen im mittleren Preissegment zum Einsatz.
TOPCon: Tunneloxid für mehr Effizienz
TOPCon-Zellen (Tunnel Oxide Passivated Contact) ergänzen eine hauchdünne Tunneloxidschicht zwischen Silizium und Kontakt, die den Ladungstransport verbessert und Verluste an der Rückseite senkt. Der Wirkungsgrad liegt üblicherweise zwischen 22 und 23,5 Prozent. TOPCon hat sich 2026 als meistverbaute Zelltechnologie bei Neuanlagen etabliert und ersetzt PERC in vielen Modulserien schrittweise.
HJT (Heterojunction): Premium-Wirkungsgrad
HJT-Zellen (Heterojunction Technology) kombinieren eine kristalline Siliziumschicht mit hauchdünnen amorphen Siliziumschichten, was Rekombinationsverluste zusätzlich verringert und Wirkungsgrade von teils über 24 Prozent ermöglicht. Die Technologie verhält sich zudem temperaturstabiler als PERC oder TOPCon und eignet sich deshalb besonders für kleine oder teilverschattete Dächer, auf denen jedes Prozent Wirkungsgrad zählt.
Halbzellen-Module: mehr Ertrag durch geteilte Zellen
Halbzellen-Module bestehen aus Solarzellen, die per Laser in zwei Hälften geschnitten werden. Dadurch sinkt der elektrische Widerstand im Modul, was Leistungsverluste vor allem bei Teilverschattung reduziert und die Ausbeute leicht erhöht. Die Halbzellen-Bauweise lässt sich mit PERC-, TOPCon- oder HJT-Zellen kombinieren und ist inzwischen bei den meisten Solarmodulen Standard.
Solarzellen-Technologien im Vergleich
Die folgende Tabelle fasst Wirkungsgrad und Besonderheiten der wichtigsten Zelltechnologien zusammen:
| Technologie | Zellwirkungsgrad | Besonderheit |
|---|---|---|
| PERC | ca. 21-23 % | Passivierungsschicht auf der Rückseite, etablierter Standard |
| TOPCon | ca. 22-23,5 % | Tunneloxidschicht, meistverbaute Technologie bei Neuanlagen |
| HJT | ca. 22,5-24 % | Kristallines und amorphes Silizium, hohe Temperaturstabilität |
| Halbzellen | abhängig von Basiszelle | Geteilte Zellen, weniger Widerstandsverluste |
Diese Werte beziehen sich auf die einzelne Zelle. Die Nennleistung des fertigen Moduls in kWp hängt zusätzlich von Zellzahl, Verschaltung und Modulgröße ab.
Degradation: Wie schnell altern Solarzellen?
Die Leistung von Solarzellen nimmt über die Betriebsjahre allmählich ab, ein Effekt, der als Degradation bezeichnet wird. In den ersten Betriebswochen tritt oft eine anfängliche Degradation (LID, Light Induced Degradation) von etwa 1 bis 3 Prozent auf, danach sinkt die Leistung meist noch um rund 0,5 bis 0,7 Prozent pro Jahr. Hersteller geben deshalb üblicherweise Leistungsgarantien über 25 bis 30 Jahre, die eine maximale Restdegradation festlegen.
PID (Potential-Induced Degradation): der unterschätzte Leistungskiller
PID steht für Potential-Induced Degradation und beschreibt einen Leistungsverlust, der durch eine elektrische Spannungsdifferenz zwischen den Solarzellen und dem geerdeten Modulrahmen entsteht. Feuchtigkeit, Hitze und hohe Systemspannungen begünstigen den Effekt, bei dem Natrium-Ionen aus dem Glas in Richtung der Zelle wandern und den Ladungstransport stören können. Moderne Module mit PID-resistenten Zellen oder eine negative Erdung am Wechselrichter senken dieses Risiko meist deutlich, bei älteren Modulen ohne entsprechenden Schutz trat der Effekt in der Vergangenheit häufiger auf.
Wie wählt man die passende Solarzellen-Technologie?
Welche Zelltechnologie am besten passt, hängt vor allem von Dachfläche, Budget und Verschattungssituation ab:
- Kleines oder teilverschattetes Dach: HJT-Module wegen des hohen Wirkungsgrads bevorzugen
- Große Dachfläche mit gutem Budget: TOPCon als soliden Mittelweg prüfen
- Preissensible Neuanlage: PERC-Module als etablierten Standard in Betracht ziehen
- Bäume, Schornsteine oder Gauben werfen Schatten: Halbzellen-Module bevorzugen
- Freifläche, Carport oder heller Untergrund vorhanden: bifaziale Module prüfen
- Lange Nutzungsdauer geplant: Leistungsgarantie und PID-Resistenz der Module vergleichen
Fragen zu Solarzellen-Technologien
Welche neuen Technologien gibt es für Solarzellen?
Welche drei Arten von Solarzellen gibt es?
Welche PV-Technologie ist die beste?
Was ist die neueste Technologie für Solarmodule?
Wer eine neue Anlage plant, kombiniert die gewählte Zelltechnologie meist mit einer Photovoltaik-Anlage und einem Stromspeicher, um auch abends von der höheren Tagesleistung zu profitieren. Auf kleineren Flächen lässt sich die gleiche Zelltechnik auch in einem Balkonkraftwerk nutzen. Mehr zum Aufbau kompletter Module liefert der Eintrag Solarmodul.