Landstrom

Was ist Landstrom?

Landstrom bezeichnet die externe Stromversorgung von Wohnmobilen, Wohnwagen und Schiffen über das öffentliche 230-Volt-Netz auf Camping- und Stellplätzen sowie im Hafen. Landstrom ersetzt Batterie, Generator oder Dieselmotor, versorgt angeschlossene Geräte direkt mit Strom und lädt über ein integriertes Ladegerät gleichzeitig die Bordbatterie für die Fahrt ohne Anschluss.

International ist die gleiche Technik auch als Cold Ironing, Shore Power oder Onshore Power Supply bekannt. Auf Schiffen ersetzt Landstrom im Hafen den Hilfsdiesel, im Wohnmobil oder Caravan die Bordbatterie und den Verbrenner-Generator - in beiden Fällen sinken Lärm und Abgase, solange das Fahrzeug oder Schiff am Netz hängt.

Wie schließt man ein Wohnmobil an Landstrom an?

Der Anschluss läuft bei Wohnmobil, Caravan und den meisten Booten nach demselben Grundmuster ab:

  1. Stromsäule am Stell- oder Bootsplatz aufsuchen und Sicherung prüfen
  2. CEE-Adapterkabel (meist blau, 230 Volt) am Bordanschluss und an der Säule einstecken
  3. Landstrom an der Stromsäule freischalten, teils per Chip oder Münze
  4. Sicherungsautomat im Fahrzeug oder Boot aktivieren
  5. Ladegerät bzw. Bordnetz auf Landstrombetrieb prüfen, danach 230-Volt-Geräte nutzen

Ein zu dünnes oder beschädigtes Kabel ist der häufigste Fehlerquell: Für längere Kabelwege und Geräte mit hoher Leistung sollte der Kabelquerschnitt ausreichend dimensioniert sein, sonst drohen Spannungsabfall oder eine ausgelöste Sicherung.

Landstrom im Wohnmobil und beim Camping

Beim Camping versorgt Landstrom typische 230-Volt-Verbraucher wie Kühlschrank, Kaffeemaschine oder Klimaanlage direkt und lädt parallel die Bordbatterie über das Ladegerät auf. Für Wohnmobile mit eigener Solaranlage übernimmt Landstrom dabei die Rolle des Ergänzungs- statt des Hauptstromgebers: An sonnigen Standplätzen liefert die Solaranlage einen relevanten Teil des Bedarfs, Landstrom gleicht Lücken bei bewölktem Wetter oder hohem Verbrauch aus.

Wer keinen Landstromanschluss zur Verfügung hat oder autark bleiben will, greift stattdessen häufig zu einer Powerstation für Camping mit eigenem Akku und Wechselrichter.

Landstrom in Häfen und für Boote

In der Schifffahrt ersetzt Landstrom im Hafen die Diesel- oder Wellengeneratoren, die sonst das Bordnetz während der Liegezeit versorgen. Das senkt Lärm, Abgase und Kraftstoffverbrauch am Liegeplatz. Auf EU-Ebene wird der Ausbau von Landstromanlagen in größeren Häfen politisch vorangetrieben; konkrete Fristen und Pflichten unterscheiden sich je nach Schiffstyp und Hafen und werden hier bewusst nicht als feste Zahl genannt.

Einordnung statt Rechtsberatung: Verbindliche Vorgaben zu Landstrompflichten in Häfen und die jeweils geltenden Fristen liefert nur der zuständige Hafenbetreiber oder die zuständige Behörde, nicht dieser Ratgeber.

Für private Solaranlagen auf dem Boot ist Landstrom am Steg oder im Yachthafen meist die einfachste Ergänzung: Er lädt die Bordbatterie zuverlässig auf, während die Solaranlage die Fahrt und Ankerzeiten ohne Steckdose überbrückt.

Was kostet Landstrom?

Ort Übliche Abrechnung Größenordnung
Campingplatz Pauschale pro Nacht oder Verbrauch per Zähler/Chip meist wenige Euro pro Tag, je nach Platz und Saison
Stellplatz oft im Standplatzpreis enthalten oder Münzautomat kann stark variieren, teils kostenlos
Yachthafen/Marina meist verbrauchsabhängig über Zähler hängt von Liegeplatzgebühr und Saison ab

Die tatsächlichen Kosten hängen stark vom jeweiligen Platz, der Saison und der Region ab - pauschale Preisangaben sind daher nur ein grober Anhaltspunkt und ersetzen nicht die Preisliste vor Ort.

Landstrom oder eigene Stromversorgung: was passt besser?

Landstrom deckt zuverlässig den Bedarf, solange ein Anschluss verfügbar ist - auf freien Stellplätzen, beim Ankern oder unterwegs bleibt er jedoch ungenutzt. Wer öfter autark stehen will, kombiniert Landstrom meist mit einer autarken Stromversorgung aus Solarmodul, Laderegler und Speicher: Landstrom übernimmt an ausgebauten Plätzen, die Solaranlage federt freie Standplätze und Ankerbuchten ab. Für die feste Installation im Wohnmobil ist außerdem der passende Stecker relevant, dazu mehr im Beitrag zum Wieland-Stecker.

Fragen zum Landstrom


Was versteht man unter Landstrom?


Landstrom versteht man als die Versorgung von Wohnmobilen, Wohnwagen oder Schiffen mit elektrischem Strom aus dem öffentlichen Netz, statt aus Bordbatterie, Generator oder Dieselmotor. Der Anschluss erfolgt über ein Kabel an einer Stromsäule auf dem Campingplatz, Stellplatz oder im Hafen.

Was bedeutet Landstrom beim Wohnmobil?


Landstrom bedeutet beim Wohnmobil den Anschluss an die 230-Volt-Stromsäule eines Camping- oder Stellplatzes über ein CEE-Kabel. Angeschlossene Geräte laufen direkt mit Netzstrom, gleichzeitig lädt das Ladegerät die Bordbatterie für die spätere Fahrt ohne Anschluss auf.

Was kostet Landstrom?


Die Kosten für Landstrom variieren je nach Platz und Region stark: Campingplätze berechnen ihn oft pauschal pro Nacht oder verbrauchsabhängig per Zähler, auf Stellplätzen ist er teils im Preis enthalten. Eine verbindliche Preisangabe liefert nur die Preisliste vor Ort.

Wird bei Landstrom die Starterbatterie geladen?


Ja, bei den meisten Wohnmobilen lädt Landstrom über das eingebaute Ladegerät in erster Linie die Bordbatterie, nicht die Starterbatterie. Ob und wie stark die Starterbatterie mitgeladen wird, hängt vom jeweiligen Ladegerät und der Verkabelung des Fahrzeugs ab.