Glas-Glas-Module

Was sind Glas-Glas-Module?

Glas-Glas-Module sind Solarmodule, bei denen die Solarzellen nicht wie bei Standardmodulen zwischen Glas und einer Kunststofffolie, sondern zwischen zwei Glasscheiben eingebettet sind. Diese doppelte Verglasung schützt die Zellen wirksamer vor Feuchtigkeit, Hagel und UV-Strahlung und macht die Module widerstandsfähiger, langlebiger und leistungsstabiler als klassische Glas-Folie-Module.

Wie sind Glas-Glas-Module aufgebaut?

Vorder- und Rückseite bestehen bei einem Glas-Glas-Modul jeweils aus Dünnglas von meist rund 2 Millimetern Stärke, oft mit einer Antireflex-Beschichtung für einen besseren Wirkungsgrad. Dazwischen liegen die Solarzellen, eingebettet in eine transparente Kunststofffolie aus EVA oder POE. Manche Hersteller lassen die Zellzwischenräume bewusst frei, sodass Licht hindurchscheint - solche teiltransparenten Module lassen sich zugleich als bifaziale Module nutzen und Licht auch über die Rückseite einfangen.

Glas-Glas-Module vs. Glas-Folie-Module: Was ist der Unterschied?

Der Hauptunterschied liegt in der Rückseite: Bei Glas-Folie-Modulen ersetzt eine Kunststofffolie die zweite Glasscheibe. Das spart Gewicht und Kosten, verringert aber den Schutz vor Witterung und mechanischer Belastung. Die wichtigsten Kennwerte im Vergleich:

Merkmal Glas-Glas-Module Glas-Folie-Module
Rückseite Zweite Glasscheibe (meist ca. 2 mm) Kunststofffolie, z. B. Tedlar
Mechanische Belastbarkeit Sehr hoch, geringes Mikroriss-Risiko Mittel, anfälliger für Risse
Gewicht Ca. 3-6 kg mehr pro Modul Leichter, einfacher zu montieren
Lebensdauer Meist rund 30-40 Jahre Meist rund 25-30 Jahre
Leistungsgarantie nach 30 Jahren Typisch 87-90 % Typisch 80-85 %
Anschaffungskosten Meist rund 10-15 % höher Günstiger in der Anschaffung

Welche Vorteile haben Glas-Glas-Module?

Glas-Glas-Module punkten vor allem durch ihre Robustheit: Die doppelte Glasschicht macht sie widerstandsfähig gegen Hagel, Schneelast und Mikrorisse, die bei Glas-Folie-Modulen mit der Zeit zu Ertragsverlusten führen können. Hinzu kommt eine hohe Resistenz gegen potenzialinduzierte Degradation (PID), da Feuchtigkeit kaum eindringt. Die gläserne Rückseite ist zudem schwerer entflammbar als Kunststofffolie, was bei der Montage oft einen geringeren Abstand zu Nachbargebäuden erlaubt. Bei hohen Temperaturen führen Glas-Glas-Module die Wärme meist besser ab, was zu konstanteren Erträgen im Sommer beiträgt. Viele Hersteller honorieren die höhere Qualität außerdem mit Garantien von bis zu 30 Jahren.

Welche Nachteile haben Glas-Glas-Module?

Der spürbarste Nachteil sind die höheren Anschaffungskosten, die meist rund 10 bis 15 Prozent über denen vergleichbarer Glas-Folie-Module liegen. Über die längere Lebensdauer und geringere Degradation relativiert sich dieser Aufpreis oft, ein pauschales Amortisationsversprechen lässt sich daraus aber nicht ableiten. Hinzu kommt das höhere Gewicht von etwa 3 bis 6 Kilogramm pro Modul, das bei älteren oder geschwächten Dachstühlen vorab geprüft werden sollte. Auch die Auswahl an Herstellern und Modellen fällt kleiner aus als bei klassischen Glas-Folie-Modulen.

Wie erkennst du ein hochwertiges Glas-Glas-Modul?

Beim Vergleich verschiedener Glas-Glas-Module helfen diese Kriterien:

  1. Produktgarantie von mindestens 25 Jahren, besser 30 Jahre
  2. Leistungsgarantie von 87 % oder mehr nach 30 Jahren Nutzung
  3. Wirkungsgrad von mindestens 22 %, Spitzenmodelle liegen über 22,5 %
  4. Bestandene Hagel- und Schneelasttests nach anerkannten Normen
  5. Bei Bedarf: teiltransparente oder bifaziale Ausführung für zusätzlichen Rückseitenertrag

Die Nennleistung eines Glas-Glas-Moduls wird wie bei anderen Solarmodulen in kWp angegeben und ist ein zentraler Baustein bei der Planung der Ausrichtung und Neigung der Anlage.

Fragen zum Glas-Glas-Modul


Sind Glas-Glas-Module wirklich besser?

Glas-Glas-Module sind in mehreren Punkten tatsächlich im Vorteil: Sie halten mechanischer Belastung besser stand, altern langsamer und bieten längere Garantien als Glas-Folie-Module. Ob sich das für die eigene Anlage lohnt, hängt aber vom Budget und den Anforderungen am Montageort ab. Bei stark beanspruchten Dächern oder langen Nutzungshorizonten überwiegen meist die Vorteile.

Wie viel kosten Glas-Glas-Solarmodule?

Glas-Glas-Solarmodule kosten in der Anschaffung meist rund 10 bis 15 Prozent mehr als vergleichbare Glas-Folie-Module. Die genaue Differenz hängt von Hersteller, Leistungsklasse und Marktlage ab und lässt sich am besten über ein aktuelles Angebot ermitteln. Über die Nutzungsdauer kann sich der Aufpreis durch die längere Lebensdauer teilweise relativieren.

Sind Glas-Glas-Module teurer?

Ja, Glas-Glas-Module sind in der Anschaffung meist etwas teurer als Glas-Folie-Module, da die zweite Glasschicht mehr Material und einen aufwendigeren Fertigungsprozess erfordert. Der Aufpreis liegt üblicherweise im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Über die längere Lebensdauer und geringere Degradation relativiert sich der Unterschied bei vielen Projekten.

Welche Nachteile haben Glas-Folie-Module gegenüber Glas-Glas-Modulen?

Glas-Folie-Module sind anfälliger für Mikrorisse, Feuchtigkeitseintritt und eine schnellere Alterung der Rückseitenfolie. Sie erreichen dadurch im Schnitt eine kürzere Lebensdauer und etwas niedrigere Leistungsgarantien als Glas-Glas-Module. Dafür sind sie leichter und meist günstiger in der Anschaffung.

Wer bei der Modulwahl auf Langlebigkeit setzt, sollte den erzeugten Solarstrom auch effizient nutzen: Ein Stromspeicher hilft, den Ertrag von Glas-Glas-Modulen auch abends zu verwenden, und für kleinere Dächer oder Balkone bietet ein Balkonkraftwerk einen einfachen Einstieg.

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