Stromcloud

Was ist eine Stromcloud?

Eine Stromcloud ist ein virtuelles Speicherkonto für überschüssigen Solarstrom aus der Photovoltaikanlage: Statt in einer eigenen Batterie zu landen, fließt die Energie ins öffentliche Netz und wird dort als Guthaben verbucht, das sich später gegen bezogenen Netzstrom verrechnen lässt. Voraussetzung ist ein Smart Meter, ein eigener Batteriespeicher wird dabei nicht benötigt.

Der Begriff wird auch als "Solar-Cloud" oder "virtueller Stromspeicher" vermarktet. Anders als bei einem echten Batteriespeicher lagert dabei kein physischer Strom im eigenen Haus - gespeichert wird nur eine Zahl auf dem Konto des Anbieters. Ein Smart Meter ist für die viertelstundengenaue Abrechnung zwingend vorgeschrieben.

Wie funktioniert eine Stromcloud?

  1. Die PV-Anlage erzeugt mehr Strom, als der Haushalt gerade verbraucht.
  2. Der Überschuss fließt automatisch ins öffentliche Stromnetz.
  3. Der Anbieter bucht die eingespeiste Menge als Guthaben auf dem Cloud-Konto.
  4. Bei Bedarf, etwa abends oder im Winter, wird Strom aus dem Netz bezogen.
  5. Das Guthaben wird mit dem Netzbezug verrechnet, meist bis zu einer Vertragsgrenze.
  6. Für die Kontoführung fällt in der Regel eine monatliche Grundgebühr an.

Welche Nachteile hat eine Stromcloud?

Kritiker sehen in der Stromcloud vor allem einen normalen Stromvertrag mit Marketing-Verpackung: Physikalisch wird der eingespeiste Solarstrom nicht gespeichert, sondern sofort ins Netz weitergereicht und später durch gewöhnlichen Netzstrom ersetzt. Drei Punkte lohnen einen genauen Blick vor der Unterschrift.

Kriterium Stromcloud Eigener Batteriespeicher
Laufende Kosten meist monatliche Grundgebühr in der Regel keine
Eigentum am Strom nur rechnerisches Guthaben physisch im eigenen Haus
Vertragsbindung oft mehrjährig, teils an Hersteller-Hardware gekoppelt keine, nach dem Kauf frei
Nutzen bei Stromausfall kein Ersatzstrom möglich je nach System als Notstromquelle nutzbar
Anbieterwechsel meist erschwert jederzeit möglich

Die monatliche Grundgebühr schmälert die rechnerische Ersparnis oft spürbar, besonders wenn der PV-Überschuss eher klein ausfällt. Hinzu kommt bei manchen Anbietern eine mehrjährige Vertragslaufzeit, teils gekoppelt an den Kauf einer bestimmten Batterie oder eines bestimmten Wechselrichters - wer wechseln will, verliert dann unter Umständen das aufgebaute Guthaben.

Welche Vorteile hat eine Stromcloud?

Ganz ohne Nutzen ist das Modell nicht: Es braucht keinen Platz im Keller, sorgt ganzjährig für einen hohen rechnerischen Eigenverbrauch und lässt sich bei manchen Anbietern mit Wallbox- oder Wärmepumpen-Tarifen kombinieren. Für Haushalte ohne Budget oder Platz für einen eigenen Speicher kann eine Stromcloud deshalb eine Übergangslösung sein.

Fragen zur Stromcloud


Was kostet eine Stromcloud monatlich?

Eine Stromcloud kostet meist eine monatliche Grundgebühr, die je nach Anbieter und eingespeister Strommenge unterschiedlich ausfällt, oft ergänzt um weitere Gebühren für die Kontoführung. Ein Vergleich mehrerer Anbieter lohnt sich vor der Vertragsunterschrift.

Ist eine Stromcloud sinnvoll?

Eine Stromcloud kann sinnvoll sein für Haushalte ohne Platz oder Budget für einen eigenen Batteriespeicher, die trotzdem einen hohen rechnerischen Eigenverbrauch erreichen wollen. Wer langfristig unabhängiger vom Netz und vom Anbieter bleiben möchte, fährt mit einem physischen Speicher meist besser.

Welcher Stromanbieter bietet eine Stromcloud an?

Mehrere große Energieversorger und Speicherhersteller bieten Stromcloud-Modelle an, darunter SENEC, sonnen, E.ON und weitere regionale sowie überregionale Anbieter. Leistungsumfang, Kosten und Vertragsbindung unterscheiden sich dabei teils deutlich.

Was ist der Unterschied zwischen einer Stromcloud und einem Batteriespeicher?

Der Unterschied zwischen Stromcloud und Batteriespeicher liegt in der physischen Speicherung: Ein Batteriespeicher lagert Solarstrom tatsächlich im eigenen Haus, eine Stromcloud verbucht ihn nur virtuell beim Anbieter. Nur der physische Speicher funktioniert dabei auch als Notstromquelle bei einem Stromausfall.

Wer nach dem Blick auf Fixkosten und Vertragsbindung lieber auf einen eigenen physischen Speicher setzt, findet Hintergrund im Beitrag zum Balkonkraftwerk und in den Speicher-Grundlagen auf solarspeicher.net.

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