Stromcloud
Was ist eine Stromcloud?
Eine Stromcloud ist ein virtuelles Speicherkonto für überschüssigen Solarstrom aus der Photovoltaikanlage: Statt in einer eigenen Batterie zu landen, fließt die Energie ins öffentliche Netz und wird dort als Guthaben verbucht, das sich später gegen bezogenen Netzstrom verrechnen lässt. Voraussetzung ist ein Smart Meter, ein eigener Batteriespeicher wird dabei nicht benötigt.
Der Begriff wird auch als "Solar-Cloud" oder "virtueller Stromspeicher" vermarktet. Anders als bei einem echten Batteriespeicher lagert dabei kein physischer Strom im eigenen Haus - gespeichert wird nur eine Zahl auf dem Konto des Anbieters. Ein Smart Meter ist für die viertelstundengenaue Abrechnung zwingend vorgeschrieben.
Wie funktioniert eine Stromcloud?
- Die PV-Anlage erzeugt mehr Strom, als der Haushalt gerade verbraucht.
- Der Überschuss fließt automatisch ins öffentliche Stromnetz.
- Der Anbieter bucht die eingespeiste Menge als Guthaben auf dem Cloud-Konto.
- Bei Bedarf, etwa abends oder im Winter, wird Strom aus dem Netz bezogen.
- Das Guthaben wird mit dem Netzbezug verrechnet, meist bis zu einer Vertragsgrenze.
- Für die Kontoführung fällt in der Regel eine monatliche Grundgebühr an.
Welche Nachteile hat eine Stromcloud?
Kritiker sehen in der Stromcloud vor allem einen normalen Stromvertrag mit Marketing-Verpackung: Physikalisch wird der eingespeiste Solarstrom nicht gespeichert, sondern sofort ins Netz weitergereicht und später durch gewöhnlichen Netzstrom ersetzt. Drei Punkte lohnen einen genauen Blick vor der Unterschrift.
| Kriterium | Stromcloud | Eigener Batteriespeicher |
|---|---|---|
| Laufende Kosten | meist monatliche Grundgebühr | in der Regel keine |
| Eigentum am Strom | nur rechnerisches Guthaben | physisch im eigenen Haus |
| Vertragsbindung | oft mehrjährig, teils an Hersteller-Hardware gekoppelt | keine, nach dem Kauf frei |
| Nutzen bei Stromausfall | kein Ersatzstrom möglich | je nach System als Notstromquelle nutzbar |
| Anbieterwechsel | meist erschwert | jederzeit möglich |
Die monatliche Grundgebühr schmälert die rechnerische Ersparnis oft spürbar, besonders wenn der PV-Überschuss eher klein ausfällt. Hinzu kommt bei manchen Anbietern eine mehrjährige Vertragslaufzeit, teils gekoppelt an den Kauf einer bestimmten Batterie oder eines bestimmten Wechselrichters - wer wechseln will, verliert dann unter Umständen das aufgebaute Guthaben.
Welche Vorteile hat eine Stromcloud?
Ganz ohne Nutzen ist das Modell nicht: Es braucht keinen Platz im Keller, sorgt ganzjährig für einen hohen rechnerischen Eigenverbrauch und lässt sich bei manchen Anbietern mit Wallbox- oder Wärmepumpen-Tarifen kombinieren. Für Haushalte ohne Budget oder Platz für einen eigenen Speicher kann eine Stromcloud deshalb eine Übergangslösung sein.
Fragen zur Stromcloud
Was kostet eine Stromcloud monatlich?
Ist eine Stromcloud sinnvoll?
Welcher Stromanbieter bietet eine Stromcloud an?
Was ist der Unterschied zwischen einer Stromcloud und einem Batteriespeicher?
Wer nach dem Blick auf Fixkosten und Vertragsbindung lieber auf einen eigenen physischen Speicher setzt, findet Hintergrund im Beitrag zum Balkonkraftwerk und in den Speicher-Grundlagen auf solarspeicher.net.